The Great Wall

 USA/China 2016

The Great Wall

Abenteuer, Mystery, Geschichtsfilm 12.01.2017 ab 14 103 min.
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6.00
6.20
The Great Wall

Im Zentrum dieses epischen 3D Action-Abenteuers von Zhang Yimou ("Hero" oder "House of Flying Daggers") steht die Chinesische Mauer.

Eine sagenumwobene Mauer, eine uralte Legende. Im alten China sieht sich eine furchtlose Streitmacht einem schier übermächtigen Gegner gegenüber, der das Schicksal der gesamten Menschheit bedroht. "The Great Wall" – als größtes Bauwerk der Menschheitsgeschichte Schutzwall und ultimative Waffe zugleich, um im Kampf gegen die unheimliche Bedrohung bestehen zu können.

Details

Matt Damon, Pedro Pascal, Willem Dafoe, Andy Lau u.a.
Zhang Yimou
Ramin Djawadi
Stuart Dryburgh
Tony Gilroy, Carlo Bernard, Doug Miro
UPI
ab 14

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

6

User Kritiken

  • Hauptdarsteller Matt Damon macht hier als Söldner William Garin in Summe wie üblich einen grundsoliden Job und bedient ganz sicher den Kern seiner zahlreichen Fans, wobei er eigentlich in seinem Job als Schauspieler nicht besonders viel zu tun hat. Man könnte sogar sagen, er wirkt phasenweise etwas unterfordert. Generelle Wortkargheit, inhaltsleere Dialoge und platte Einzeiler machen es dem „Jason Bourne“ Mimen nicht gerade leicht, sein eigentliches Können auszuspielen. Seinen Filmkumpel und Söldnerkollegen Pero Tovar – dargestellt von „Narcos“ und „Game of Thrones“ Star Pedro Pascal – trifft ein ähnliches Schicksal, da Pascal ein auch nicht zu unterschätzender Charakterdarsteller ist und sein Handwerk durchaus versteht. Dennoch verschwindet er insgesamt ziemlich hinter Matt Damon und wird mit sehr wenig Text als (auch nur stellenweise) lustiger Sidekick verheizt. William Dafoe kann als ehemaliger Abenteurer Ballard seine eigentlichen Vorzüge am wenigsten einsetzen und vergeht in seiner sehr kleinen Rolle als prominentes Flämmchen im Feld des Darsteller Ensembles. Der chinesische Schauspieler Eddie Peng als General Wu wirkt überzeugender als so mancher bekannte Name der Gruppe. Mit (in der deutschen Synchro) kräftiger, sonorer Stimme wirkt er durchaus wie der kampferfahrene und abgebrühte Heerführer. Etwas anders seine Kollegin Tian Jing in der Rolle der Anführerin Lin Mae. Diese wirkt zumeist etwas verschreckt und lässt den Zuschauer durch zierliche Figur und kindliche Mimik ihren Charakter zwar gernhaben, mutet aber eher an, sich in einem Mangafilm oder „Tekken“ Computerspiel zu befinden. Das offensichtlichste Minenspiel zeigt der asiatische Schauspieler Andy Lau als Stratege Wang. Für so manchen Abendländer ist es doch manchmal schwierig, im oft etwas steiferen asiatischen Schauspiel Differenzen zu erkennen, doch Lau macht seine Sache gut.

    Der Film:

    Regisseur Zhang Yimou erwies sich z. b. bei „House of Flying Daggers“ und „The Flowers of War“ schon mehr als einmal als Visionär beim cineastischen erzählen von Geschichten. In „The Great Wall“ gelingt ihm dies nicht ganz so gut und er verlässt sich offenkundig auf die Bildgewalt des Films und seine prominenten Hauptdarsteller. Um diesen Trumpf auszunutzen, wäre aber ein gutes Drehbuch und Raum für die Schauspieler nötig gewesen. Insgesamt waren 6 Autoren an dem Film beteiligt, was aber auch nicht dazu geführt hat, eine verständliche und flüssige Handlung aufzubauen. Der Zuseher wird mit Lichtgeschwindigkeit und ohne langes Vorspiel in den Verlauf geworfen und weiß eigentlich gar nicht, warum so manches in dem Film passiert. Logiklücken so groß wie ein Drache reihen sich aneinander und ergeben ein etwas blasses Bild rund um die Legende der Mauerverteidigung. Weder wird wirklich erklärt, woher die Gegner eigentlich kamen, noch aus welchem Grund sie genau alle 60 Jahre angreifen. Eine 10minütige, erzählte Einleitung im Stil von „Herr der Ringe“ hätte dem Streifen sehr gut getan und dazu beigetragen zu verstehen, warum sich der „namenlose Orden“ zusammenfügte und sich todesmutig in die Schlacht gegen schier unüberwindbare Bestien wirft. Das Fehlen des Backgrounds und der holprige Erzählstil erschaffen ein etwas kühles Bild der eigentlich epischen Schlacht um die chinesische Mauer und lässt auch kaum Verbindung zu den Charakteren aufkommen während des mannigfaltigen Sterbens (das wohl aufgrund einer zu geringen FSK Beschränkung auch etwas dürftiger ausfiel als erwartet). Wie dem auch sei, Zhang Yimou ist sich auch dessen bewusst, wie er Massenszenen biblischen Ausmaßes kreiert und dem Kinogänger auch ganz gerne vor Augen führt, mit welchen Armeen er es zu tun hat. Sowohl die Drachenartigen Gegner, die in geballten Mengen die Mauer angreifen, als auch die gewaltige Menge an Truppen des „namenlosen Ordens“ werden vorzugsweise von oben visualisiert. Richtig gut wäre noch die Raubvogelperspektive àla Reiterangriff in der Schlacht um Minas Tirith gewesen. Damit hätte kompensiert werden können, dass dem Film so manche epische Emotion die möglich gewesen wäre, verloren geht. In halsbrecherischem Tempo wird ein Kampf nach dem anderen gezeigt und damit keine Luft zum Atmen gegeben. Hier liegen auch die eigentlichen Stärken des Films. Tolle visuelle Effekte in den Schlachtenszenen, wunderschöne Ausstattung und die geniale Kostümierung lassen etwas über das inhaltsarme Drehbuch hinwegsehen. Es werden bombastische Bilder erschaffen die ihresgleichen suchen, wobei gerade zum Ende hin hier und da ein zu sichtbar künstliches Gesamtbild entsteht. Hier beweist Regisseur Yimou wieder voll und ganz sein Können und ersinnt die spektakulärsten Waffen, die zur Verteidigung der Mauer eingesetzt werden. Katapulte, Klingen die aus Maueröffnungen ragen und vor allem die (schön in die Handlung eingebaut) Schwarzpulver gestützte, technische Überlegenheit der antiken Chinesen gegenüber dem damaligen Westen. Raffinierte Details bis hin zu Intarsien auf den schön verarbeiteten Klingen, lassen den bisher teuersten chinesischen Film aller Zeiten (zumindest visuell) auf Augenhöhe mit so manchem Hollywood Blockbuster erscheinen. Eine wahre Augenweide sind auch die farblich differenzierten Kampfeinheiten der Chinesen. Dies unterstützt den Raumeffekt bei Kameraschwenks über die Mauer und sieht auch noch sehr schmuck aus. Auch unterhaltsam wirken die „Tiger and Dragon“ anmutenden Stunts und Bewegungsabläufe inmitten der Kämpfe. Wie der Schwerkraft entgegen wirkend, fliegt Matt Damon beinahe durch die Szenen und versetzt dabei auch nicht nur einen einzigen Schuss mit seinem Bogen.

    Fazit:

    Ohne Frage ist „The Great Wall“ unterhaltsames Popcornkino dass gerade für Fans von altertümlichen Armeen und Filmen wie „Tiger and Dragon“ bestens geeignet ist, leider aber durch ein schwächelndes Drehbuch, zu wenig Inhalt und zu viel Hauptaugenmerk auf Schlachten statt auf dem erzählen von Geschichten einiges an Epik und Seele eingebüßt hat.