Das Haus der Lerchen

 I/Bulgarien/E/F 2007

La masseria delle allodole (The Lark Farm)

Drama 122 min.
6.20
Das Haus der Lerchen

Basierend auf Antonia Arslans gleichnamigem Roman, erinnern die Gebrüder Taviani in ihrem erschütternden Historiendrama an den Völkermord der Türken, dem etwa eine Million Armenier zum Opfer fielen.

Die Avakians sind eine reiche armenische Familie. Zu ihr gehören Aram (Tchéky Karyo), ein Großgrundbesitzer, der in einer türkischen Kleinstadt lebt, und Assadour (Mariano Rigillo), ein erfolgreicher Arzt aus Venedig. Die Brüder haben sich lange nicht gesehen und planen ein Wiedersehen in Armenien. Während Assadour sich auf die Reise in die Heimat vorbereitet, beginnt der armenische Teil der Familie, den alten Herrensitz fuer den Besuch aus dem Ausland herzurichten.
Inzwischen hat sich jedoch die politische Lage dramatisch zugespitzt. Die Jungtürken traeumen seit ihrer Machtübernahme 1913 vom Großtürkischen Reich; Italien und Frankreich gehen 1915 eine Allianz gegen die Türkei und Österreich ein. Assadour hofft vergebens, noch von Italien aus in seine Heimat reisen zu können, denn in Armenien bricht die Hölle los.

Die Jungtürken ordnen ein Massaker an den Armeniern an. Auch Aram und seine Familie werden in ihrem Versteck entdeckt. Die Männer werden umgebracht, die Frauen deportiert - ein Marsch in den sicheren Tod, doch die Frauen der Avakians haben einen Beschützer. Doch die Frauen sind noch lange nicht in Sicherheit...

Details

Paz Vega, Moritz Bleibtreu, Alessandro Preziosi, Angela Molina, Mohammad Bakri, Tchéky Karyo, Mariano Rigillo, u.a.
Paolo Taviani, Vittorio Taviani
Paolo Taviani, Vittorio Taviani, nach dem Roman von Antonia Arslan

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • BrisantesThema billant gemacht
    Die Tavianis haben immer schon großartiges, konventionelles Kino gemacht. Hier sind sie außerdem noch mutig, dass sie ein heiß umstrittenes Tabuthema aufgreifen: den Massenmord an den Armeniern durch türkische Nationalisten. Eine Reihe prominenter Schauspieler kommen zum Einsatz (Paz Vega, André Dessoullier u.v.a.) und bringen die Geschichte, die in eindrucksvollen oft bewusst dunkel gehaltenen Bildern erzählt wird, glaubwürdig über die Rampe. Der menschliche Faktor wird wiederholt ins Spiel gebracht, indem sich jeweils ein Vertreter der einen Volksgruppe in eine Vertreterin der anderen verliebt. Das erhöht die Emotionalität und beeindruckt ohne ins Kitschige abzusinken.
    Außerdem wird vermieden in eine s/w Schilderung zu verfallen. Ganz im Gegenteil sehen wir nur vereinzelte nationalistische Fanatiker. Vielmehr beeindruckt ein türkischer Soldat (Moritz Bleibtreu), der voller Skrupel über seine Taten ist und sich selbst anklagt. Damit werden auch die Gräueltaten von der engen nationalistischen Ebene auf eine allgemein gültige, menschliche gehoben. Manche Szenen wecken Erinnerungen an die Anfänge des Naziterrors, dem man auch mit ungläubigem Abwiegeln begegnet war. Und die Tavianis haben ein Gespür dafür, wie man grausame Bilder durch zarte, poetische Kompositionen abfedert.