The Majestic

 USA 2001
Tragikomödie 152 min.
6.90
The Majestic

Ein Drehbuchschreiber verliert sein Gedächtnis und wird für einen heimkehrenden Kriegssoldaten gehalten.

Hollywood, Anfang der 50er Jahre: Der ehrgeizige Nachwuchsschriftsteller Peter Appleton (Jim Carrey) steht kurz vor dem Durchbruch: Sein Drehbuch für den Abenteuerfilm "Sand Pirates of the Sahara" ist verfilmt worden, und er macht sich Hoffnungen, nun auch sein anspruchsvolles, sozialkritisches Werk "Ashes to Ashes" verkaufen zu können.

In dieser Euphorie trifft ihn die Nachricht, dass er vom Studio fristlos gekündigt worden ist, weil er auf der "Schwarzen Liste" des Kommunistenjägers Senater McCarthys steht. Und das nur, weil er einmal ein Mädchen, in das verliebt war, zu einer Versammlung einer "linken" Vereinigung begleitet hat!

Peter ist am Boden zerstört. Er lässt sich in einer Bar vollaufen und fährt mit seinem Auto Richtung nirgendwo. Bei einem Unfall durchstößt er ein Brückengeländer und landet mit dem Wagen im Fluss. Er kann sich zwar retten, aber als er aus seiner Ohmacht erwacht, hat er das Gedächtnis verloren.

Im ersten Ort, den er erreicht, wird Peter ausgesprochen freundlich empfangen. Als er im Restaurant dem alten Harry Trimble (Martin Landau) begegnet, glaubt dieser, in ihm seinen im Krieg vermissten Sohn Luke wiedergefunden zu haben. Peter kann sich zwar nicht erinnern, doch weil nach und nach alle Einwohner des Städtchens in ihm den verschollenen Kriegshelden zu erkennen glauben, ist er schließlich selbst davon überzeugt, Luke Trimble zu sein. Die Bevölkerung feiert seine Wiederkehr. Sein "Vater" nimmt voll erstarkter Lebenslust den Betrieb in seinem alten Kino, dem heruntergekommenen "Majestic" wieder auf, und Lukes Jugendliebe Adele (Laurie Holden) versucht, seine "Erinnerungslücken" wieder aufzufüllen

Als Peter im Majestic zum ersten Mal den neu angelaufenen Film "Sand Pirates of the Sahara" sieht, erinnert er sich schlagartig an seine Vergangenheit als Drehbuchschreiber. Vorbei ist es mit seiner Existenz als heimgekehrter Sohn und gefeierter Kriegsheld. Und dann sind da auch noch die Kommunistenjäger, die seine Spur inzwischen aufgenommen haben...

Details

Jim Carrey, Martin Landau, Laurie Holden, Allen Garfield, Amanda Detmer, Bob Balaban, Hal Holbrook
Frank Darabont
Mark Isham
David Tattersall
Michael Sloane
Warner Bros.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Etwas langweilig aber der Gesamteindruck war gut
    The Majestic


    Es muß so ungefähr um das Jahr 1953 gewesen sein. Es ist eine Geschichte aus dem Alten Hollywood.
    Wir präsentieren heute, The Majestic, 151 Min. lange. PETER APPLETON/LUKE TRIMBLE ( Jim Carrey )
    Spielt mit HARRY TRIMBLE ( Martin Landau ), dazu gibt es einen Kongressabgeordneten DOYLE ( Hal Holbrook ), und einen nicht so bekannten KEVIN BANNERMAN ( Ron Rifkin ). Also PETER ist ein Drehbuchschreiber. Er schreibt langweilige Drehbücher. Er ist ein Nachwuchsdrehbuchschreiber und ungefähr so beliebt wie ein Schnupfen. Er will ein berühmtes Buch schreiben, er hat ja schon eines geschrieben, der Film wurde verfilmt, mit dem Titel ¿ Sandpirates of the Sahara ¿, und einen Bruce Campbell als Darsteller, und PETER ist nicht glücklich. Er will mit seinem neuesten Buch ¿ Ashes to Ashes ¿ sehr berühmt und reich werden. In seinem Buch geht es um einen Streit der Arbeiterklasse gegen das System. Natürlich interessiert sich keiner für das Buch, man diskutiert darüber, aber jeder versucht es zu ändern, und niemand will es so verfilmen und schreiben wie PETER es geschrieben hat. PETER ist nebenbei in die Hauptdarstellerin seines 1. Filmes verliebt den er geschrieben hat. Er trifft SANDRA SINCLAIR, die Hauptdarstellerin, und ist bei Ihr einfach nur glücklich, sitzt mit Ihr im Chinese Theatre am Hollywood Boulevard, und versäumt die Wochenschau, die besagt das McCarthy, vor kurzem Hollywoodgrößen verhaften ließ, wegen Kommunistischen Gedankengutes.
    Am nächsten Tag kommt sein Studioanwalt KEVIN vorbei und berichtet ihm das er fristlos entlassen wurde, weil die Behörden draufkamen das er 1945, als er 20 Jahre oder so alt war, an einer Sitzung teilnahm, die von Kommunisten nur so wimmelte. Oder besser gesagt er ist von anderen Roten verraten worden, und es war einfach ne Linke Versammlung. Peter pfeift auf die Politik. Sie interessiert ihn nicht. Er ist nie Kommunist gewesen, war 1945 allein deswegen auf der Veranstaltung, weil er auf ein Mädel geil war, in das er damals verliebt war. Sofort ist er bereit, vor dem ¿ Senatsausschuss zur Untersuchung unamerikanischer Umtriebe ¿ auszusagen, um diesen Umstand zu klären und dann weiter arbeiten zu können. KEVIN weiß aber, dass Peter in diesem Fall Namen von Bekannten nennen muss, die damals als Kommunisten galten.
    Der einzige Ausweg für Peter ist sich zu besaufen in seiner Lieblingsbar und deswegen fährt er dann mit seinem Cabriolet in Richtung Norden. Auf einer Brücke passiert es das er einem Tier ausweichen muß, und gegen die Leitplanken fährt. Da der Regen kurz darauf eingesetzt hat, kommt sein Wagen immer mehr in die Schieflage und landet im Fluss, das beide, PETER und den Wagen während eines aufkommenden heftigen Unwetters abtreibt. Als er erwacht ist am Strand einer Kleinstadt, namens Lawson, wo ihn ein Alter Mann, STAN KELLER findet. Eine ganz besondere Kleinstadt in die er gelangt ist. Man ladet PETER bei MABLES Frühstück und Imbisswagen sofort zum Essen ein. PETER ist mehr als zerschlissen. Was eigenartig ist, einigen Leuten dürfte PETER sehr bekannt vorkommen. Im dem Wohnwagenrestaurant sitzt auch ein alter Mann, namens HARRY TRIMBLE, der PETER sofort erkennt. Er sieht in ihm seinen verlorenen Sohn LUKE, der 1944 an der Normandieküste, während der US Besatzung im 2. Weltkrieg mehrere Heldentaten vollbrachte.
    Natürlich weiß sofort die ganze Stadt davon, und allen voran, ERNIE COLE der Bürgermeister ruft sofort eine Generalsitzung ein, und ladet alle Bürger der Stadt ein, um den verlorenen Sohn zu begrüßen, der 9 ½ Jahre verloren war, und nun wieder da ist. Alle erkennen ihn wieder und versuchen ihn mit alten Geschichten das Gedächtnis wiederzuholen, das PETER anscheinend verloren hat. Von nun an ist er LUKE, denn er erinnert sich seit dem Unfall an nichts, wo er mit dem Kopf gegen einen Stein geknallt ist. Also versucht er anfangs dagegenzureden, dann nachher aber nicht meh

    Re: Etwas langweilig aber der Gesamteindruck war gut
    dann nachher aber nicht mehr. HARRY führt ihn an den Friedhof von Lawson. Die Stadt hat sehr viel gelitten, weil alle 64 Söhne gestorben sind im Krieg, und niemand mehr zwischen 30 und 60 in der Stadt ist, fast niemand bis auf einige ganz wenige, und die Hälfte sind Kriegskrüppel. PETER zweifelt immer noch an seiner Herkunft, aber als HARRY ihm ein Bild zeigt ist LUKE daraufhin ganz anders zu ihm.
    Denn das Bild sieht aus wie ein Foto von ihm, aus Jugendjahren. Dann erzählt HARRY von seinem Plan, sein Kino das er früher hatte, The Majestic, wieder zum Leben endlich zu erwecken, ein Plan den er schon lange hatte, aber den er alleine nicht mehr machen konnte, weil LUKE ihm fehlte. Nun erwacht in LUKE der Lebensgeist, und als er erfährt, das nicht nur ein Kino zu renovieren ist, sondern seine überaus hübsche Jugendliebe ADELE vom Anwaltsgymnasium gerade angekommen ist, bricht für ihn mehr als ein Vulkan aus. Er verliebt sich in sie. Doch was ist in Wirklichkeit passiert. Was ist mit LUKE oder PETER und wird das Kino weitergebaut ?
    In der ganzen Liste der Filme die sich um Gedächtnislücken drehen, ist der gar nicht schlecht. Er ist trotz seiner 151 Min. nicht so schlecht. Sicher er ist etwas langatmig, aber das macht nichts. Er ist einfach nur gut, als Gesamtkunstwerk betrachtet. ¿ Phenomenon ¿ und ¿ Aus Mangel an Beweisen ¿oder vielleicht ¿ Das süße Jenseits ¿, wenn einem diese Filme gefallen, gefällt einem der Film auch. Er fängt ganz ruhig an der Film. Und die Geschichte ist auch neu. Grundsatzdiskussionen mit meiner Freundin, überhaupt wenn es dann um die Mac Carthy Ära und deren Außerirdische Besatzung angeht, endet meistens so, das wir uns mit Popcorn bekriegen. Tja man soll halt Frauen vertrauen, und nicht widersprechen. Lustig ist der Film nicht, und wie in ¿ Die Truman Show ¿ liefert Jim Carrey diesesmal eine Glanzleistung ab. Ein Fehler war jedoch zu bemängeln, nicht das der Film zu lange war, sondern das der Gesichtsausdruck immer gleich war. Bei guten Film kritisiert man halt mehr, und so fiel mir der eintönige Gesichtsausdruck von Carrey ein. Was mich nur ärgert ist, das der Regisseur zuvor einen Klassiker wie ¿ Die Verurteilten ¿ drehte, ein Film den man sich immer wieder anschauen kann. Dieser hier, hat jedoch nichts von seinem Vorgänger. Es fehlt nicht nur die Spannung in dem ganzen bis zur Auslösung hin, und die ist nicht so wie ich mir gedacht habe. Keine Verschwörung Außerirdischer Voyager oder Akte X ähnlicher Unikate, sondern einfach etwas anderes, vielleicht für viele Leute banaleres. Und das ist eigentlich schade. Die Romantik ist natürlich hier nicht zu kurz gekommen, glücklicherweise, und so bleibt einem verliebten Kinobesucherpaar nichts im Wege, um sich den ganzen Film durch zu küssen.
    Der Film punktet mit schönen Bauten und Bildern, leider ist die Story etwas zu üppig, und zwar in den ruhigen Szenen. Ich hätte mir mehr gewünscht zu sehen wie die das Kino wieder in Schuß bringen. Viele Worte waren sehr wertvoll und bleiben einem noch im Gedächtnis, aber vieles auch im negativem Sinne. Oft dachte ich mir, was ist jetzt mit der Auflösung, was ist mit richtiger Liebe usw. Und das hat oft sehr lange gedauert, vielleicht zu lange, als mir lieb gewesen ist. Schade ist eigentlich bei dem Film das er nicht genauer auf die ganzen Ära des Kommunistenhasses eingegangen ist, und man so gezwungen ist, so grausliche Bücher zu lesen, die man dauernd ohne Fernbedienung umblättern muß. Naja was für altmodische Leute halt. Und wenn der Film dann spannend wird, lässt er wieder nach. Trotzdem hat er mir schlussendlich gefallen, und nicht nur an den Aussagen, sondern weil man sich einfach an die lange Erzählweise gewöhnt. Die weibliche Hauptrolle gespielt von Laurie Holden ist auch nicht so schlecht. Sie hat einen guten Blick, und passt als Mädchen der 50 er Jahre sehr gut ins Bild.
    Eigentlich spielen alle Darsteller gu

    Re: Re: Etwas langweilig aber der Gesamteindruck war gut
    Eigentlich spielen alle Darsteller gut und man kann niemanden vorwerfen er hätte es besser machen können. Schade ist halt nur das sowenig Spannung in dem Film ist. Er ist auch nicht lustig, was sehr selten war, denn Carrey ist ja eigentlich als Komödiant berühmt worden. Ich finde das der Film sehr gut war und trotz seiner Länge ist die Geschichte sehr genau und sehr gut gemacht worden, und man hat wirklich das Gefühl das alles wahr ist, und man findet Gefallen an dem ganzen. Sehr hochhalten muß ich auch die Leistung von Landau, der den Vater sehr gut spielt und das ganze dann eine sehr gefühlvolle Bindung an den Sohn ergibt. Man sieht wirklich wie stark Liebe sein kann.

    Ich finde der Film hat gefühlvoll romantische

    85,01 von 100 verdient.

  • Ein Vergnügen der besonderen Art...
    @ Namikwa und Markus R.:

    Über die Sinnhaftigkeit meines (dieses) Postings lässt sich streiten, aber ich muß es ganz einfach loswerden:

    Eure beiden Kritiken/Besprechungen sind WUNDERBAR. Besonders jene von Markus ist so voll von Fachwissen und schönen Formulierungen - danke für dieses Lesevergnügen an euch beide.

    Ich war bis dato eher skeptisch bezüglich "The Majestic", werde jetzt aber doch einen Kinobesuch anstreben. Ich steh eben auf altmodische Filme, werde punkto Pathos die Zähne zusammenbeißen und meinen (vielleicht doch nicht so übermäßig wie bei dir, Markus, vorhandenen) Zynismus zurückschrauben.

    Nochmals danke! :-)

    Re: Ein Vergnügen der besonderen Art...
    danke auch an dich, es ist immer wieder schön zu hören, wenn jemanden meine kritiken gefallen,...wo wir doch zuletzt bei "attack of the clones" so aneinander geknallt sind...

    Re: Re: Ein Vergnügen der besonderen Art...
    Eine gute Kritik ist eine gute Kritik...

    Geschmäcker sind bekanntlich verschieden (wie offensichtlich unsere bezüglich Star Wars Episode 2) und (um gleich noch eine Floskel miteinzubauen) "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern"! *g*

  • Eine ganz große Liebeserklärung ans Kino!
    Etwas verunsichert durch die doch eher nur mittelprächtigen Kritiken im In- und Ausland erwartete ich mir nichts wirklich Spektakuläres, sondern eher dahinplätschernde 2 1/2 Stunde mit Pathos und übertriebenem amerikanischen Patriotismus, unter Umständen kleinen Schlafpäuschen dazwischen, um die - schon von den Medien kritisierten Überlängen - zu umschiffen. Jim Carrey habe ich schon in "Man on the Moon" und "The Truman Story" als ernsthaften Schauspieler kennengelernt - daß er grandios sein würde, war also einigermaßen vohersehbar war. Was nicht vorhersehbar war, war trotz aller Vorhersehbarkeit des Plots die Intensität des Films, der mich sofort gefangen nahm und mich bis zum Ende des Films nicht mehr ausließ. Anundfürsich gehöre ich ja auch die eher zynische Schublade, aber trotz aller Schwächen des Films hat er mich sehr berührt und dieses "Makes me feel good"-Feeling ausgelöst, das in diesem Jahr (angesichts der großen Masse an absolutem Schund) nur sehr wenige Filme geschafft haben ("A Beautiful Mind", "I am Sam", "About a boy"). Meine Lieblingsszene: als er vor versammelter Einwohnerschaft im Rahmen seines Willkommensfestes Klavier spielen soll, die imitierten ersten Takte der Klavierlehrerin - einfach köstlich! "The Majestic" ist sicher kein Film fürs Massenpublikum, es ist sicher auch kein Film, in dem die Gehirnzellen überstrapaziert werden - aber es ist eine ganz große Liebeserklärung ans Kino, die als das genommen werden sollte, was sie ist : ein wunderschönes Märchen!

  • Hollywoods alte Schule...
    Diese Geschichte erscheint in den zynischen Zeiten, in denen wir leben, wie eine Kuriosität. "The Majestic" schwelgt so sehr in der Vergangenheit. Es kommen Filme von Frank Capra und Billy Wilder in den Sinn, nur dass diese nie so simpel gestrickt waren. Frank Darabont, der für diese fast schon vergessene Art von klassischem Filmemachen bekannt ist (Die Verurteilten, The Green Mile), glaubt an die Naivität und den guten Willen des Kinogängers. Doch die Weichmalerei des Films stößt auf und das spiegelte sich am schlechten Umsatz an den Kinokassen wieder.

    In der McCarthy Ära wird Hollywood Autor Peter Appleton (Carrey) bezichtigt, Kommunist zu sein. Bei einem nächtlichen Ausflug verunglückt er und verliert sein Gedächtnis. Als er wieder zu sich kommt, wird er von den Bewohnern eines Küstendorfes für den lange verschollenen Sohn eines Kinobesitzers (Martin Landau) gehalten. Mit ihm und der ehemaligen Freundin bringt er das Familienkino wieder auf Hochglanz. Die Story birgt keine Überraschungen. Nach dem ersten Akt kann man sich ausmalen, welche Szenen noch kommen werden bzw obligatorisch sind. Peter wird seine Erinnerung wiedererlangen und am Schluss wird es eine große Verhandlung geben, bei der er für seine neu entdeckten Werte einstehen muss. Wer das nicht kommen sieht, ist wahrscheinlich genau in der Zielgruppe des Streifens.

    Die Sympathie des Zuschauers kann der Film stets aufrecht erhalten, auch wenn er Nostalgie ständig durch Kitsch ersetzt. Was hier nicht funktioniert, ist eben das, was wir an Hollywood hassen. Es sind diese Momente, in denen die Musik anschwillt und jemand etwas furchtbar Wichtiges sagt. Es sind die "komischen" Szenen, die einen uralten Witz ohne Augenzwinkern ausschlachten, bis er um Gnade bettelt; doch die Szene geht weiter und liegt tot auf der Leinwand. Die Charaktere der Dorfbewohner entspringen aus irgendeinem Universum, in dem man gezwungen wird, ganz schlechte Drogen zu konsumieren. Sie sind rund um die Uhr glücklich, zuvorkommend und hilfsbereit und halten riesige Schilder in Richtung Publikum mit der Aufschrift: "Ich bin ein guter Film, hab mich lieb."

    Darabont wühlt verzweifelt in seiner Trickkiste, um auch noch die ältesten Tricks auszupacken. Wer weiß, es mag Leute geben, bei denen diese ganze Maschinerie zieht. Auch ich war vom Schluss berührt, obwohl er nach dem Schema F die Handlungsfäden verbindet. Der Gerichtsprozess, in dem Carrey für die Rechte eines Amerikaners kämpft, ist gefüllt von Patriotismus, aber auch von dem universellen Verlangen nach Gerechtigkeit. Ich bin immer gefangen, wenn jemand für seine Werte einsteht; wenn sich ein kleiner Mann gegen das System stellt. Die Kommunistenverfolgung dieser Zeit wirft interessante Fragen auf. In diesem Punkt hat "The Majestic" sein Herz am rechten Fleck und verlangt auch ein Mitdenken von Seiten des Zuschauers. Das andere große Thema ist die Magie des Kinos. Die Liebe fürs Kino ist der Faktor, der die Charaktere zusammenschweißt und jeder, der jemals einen dummen kleinen Film über alles liebte, wird im Majestic eine Heimat wiedererkennen.

    Jim Carrey ist ein ernsthafter Schauspieler geworden, das will er uns nun endgültig wissen lassen. Er kann schwierige Szenen meistern und lässt seine eigene Persönlichkeit nie überhand nehmen. Es ist kein Oscarmaterial, das er hier liefert, aber solide Schauspielkunst. Dasselbe lässt sich auch über das ganze Ensemble sagen.
    Ein schlechterer Filmemacher als Darabont hätte es nicht geschafft diesem Material ehrliche Töne hervorzulocken. Mit seiner Laufzeit von 152 Minuten macht "The Majestic" zwar unruhig und seine knuddelige Schwarz/Weiß Malerei ist nicht jedermanns Sache, doch vielleicht gibt es noch unzynischere Menschen als mich...

    2002 - Markus Rauchenwald, www.linea7.com