The Purple Rose of Cairo

 USA 1985
Romanze, Komödie, Fantasy 82 min.
The Purple Rose of Cairo

Ein Filmheld steigt von der Leinwand und mischt sich ins wirkliche Leben ein, was allerhand Konfusion hervorruft.

In einer amerikanischen Kleinstadt während der Depressionsjahre sucht die Kellnerin Cecilia (Mia Farrow) Trost im Kino. Für ein paar Stunden entflieht sie der grausamen Wirklichkeit in die Scheinwelt der Hollywoodfantasien, wo reiche Menschen in eleganter Umgebung aufregende Abenteur bestehen. Eben hat sie ihren Job verloren, und nun sieht Cecilia zum fünften mal den Streifen "The Purple Rose of Cairo", als der Held des Abenteurfilms, Tom Baxter (Jeff Daniels) sie von der Leinwand herab anspricht.

Das Puplikum ist perplex. Es stellt sich heraus, dass Baxter seine Leinwandexistenz satt hat. Er ist es leid, mehrmals täglich die immergleiche Rolle zu spielen, darüberhinaus hat er sich in Cecilia verliebt. Er will endlich ein wirkliches Leben leben und steigt kurzentschlossen von der Leinwand in die Dreidimensionalität.

Mit diesem Schritt löst er eine ganze Reihe Komplikationen aus. Der auf der Leinwand so souverän und weltgewandt wirkende Baxter findet sich in der Komplexität der Wirklichkeit nicht zurecht und tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Zwar hat er all das, was wirkliche Männer, insbesondere Cecilias nichtsnutziger Ehemann Monk nicht haben: er ist charmant und rücksichtsvoll, und er ist ein guter Küsser - aber er ist doch nur ein Fantasieprodukt und nicht für diese Welt geschaffen.

Inzwischen regiert im Kino das Chaos. Die übriggebliebenen Schauspieler auf der Leinwand weigern sich, weiterzuspielen. Sie sitzen herum, spielen Karten und zanken miteinander. Das Puplikum ist empört darüber, dass ihm der Film vorenthalten wird und will sein Eintrittsgeld zurück.

Im fernen Hollywood ist inzwischen der Produzent des Filmes alarmiert. Da er befürchtet, dass das Beispiel Schule machen könnte, und sich schließlich alle Baxters sämtlicher Kopien von "The Purple Rose of Cairo" selbständig machen, beeilt er sich, zusammen mit Gil Shepard, dem Darsteller des Baxter, diesen ausfindig zu machen um ihn zur Rückkehr in den Film zu überreden.

The Purple Rose of Cairo ist ein melancholischer, phantsievoller, dichter Film über die Macht des Kinos. Das Kino hat die Möglichkeit, uns die Trostlosigkeit des Daseins für zwei Stunden hinter uns zu lassen. Doch es verändert die Welt draußen nicht. Nach dem Abspann müssen wir unweigerlich in die Wirklichkeit zurückkehren, für solange, bis wir das nächst Mal in die Dunkelheit des Kinosaals flüchten. So wie Cecilia, die nach all den Enttäuschungen, die sie im Laufe des Films erleidet, wieder in ihrem Stammkino sitzen und einen Film mit Ginger Rogers und Fred Astair sehen wird. Und für eineinhalb Stunden glücklich sein wird.

Details

Mia Farrow, Jeff Daniels, Danny Aiello, Irving Metzman, Stephanie Farrow, John Wood, Dianne Wiest u.a.
Woody Allen
Dick Hyman
Gordon Willis
Woody Allen

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Purpurrose
    Der Film ist einer der ganz großen Geniestreiche von Woody Allen. Zunächst nimmt er eine Legende aus der Pharaonenzeit als titelgebendes Element (Filmvorlage in s/w) und dann verfolgt er konsequent, wie sich für Cecilia, einen echten Kinofan (Mia Farrow), die Erfüllung all ihrer Träume ergibt: der Held steigt von der Leinwand herab ins wirkliche Leben.
    Es ist interessant zu sehen, wie sich Woody Allen durch die konkreten Situationen hindurchmogelt ohne ganz auf Logik zu verzichten, wenn z.B. der Darsteller Gil Shepherd und die Filmfigur Tom Baxter zusammentreffen. Beide von Jeff Daniels verkörpert. Der Darsteller bezahlt mit Spielgeld und blutet nicht, wenn er sich einen Kinnhaken einfängt. Aber auch der echte Schauspieler ist keine wirkliche Option, obwohl es vorübergehend mal so aussieht. Beide lieben Cecilia. Die Darsteller auf der Leinwand diskutieren mit dem Publikum. Dabei gibt es zwei Ausbrüche. Tom Baxter holt Cecilia in die Filmszene, damit die Handlung weitergehen kann und andererseits folgt er ihr ins wirkliche Leben. Mit dem Ausflug der beiden ins Bordell legt Woody Allen noch etwas intellektuell nach. Tom diskutiert passend zum Thema mit den Nutten über das Wunder der Geburt. Der Schauspieler hat doch hier eine Filmfigur in die Welt gesetzt.
    Die tragfähige Basis für dieses ganze gewagte Unternehmen ist musikalisch der Dixi, zeitlich die Depression der 30er Jahre und die kaputte Ehe von Cecilia mit Monk (Danny Aiello). Mit dem großartigen, offenen Ende mit Fred Astaire und Ginger Rogers unterstreicht der Film Allens Klasse. Es ist einer seiner gelungensten Filme, in sich geschlossen und gedanklich nicht uninteressant. Ein Meisterwerk.