Sugarland Express

 USA 1974

The Sugarland Express

Drama, Krimi, Abenteuer 110 min.
6.80
Sugarland Express

Ila Fae verhalf im Mai 1969 ihrem Gatten Robert Dent zur Flucht aus der Beauford H. Jester Gefängnisfarm nahe Sugarland, Texas.

Auf der Flucht nahmen sie den Polizisten Kenneth Crone als Geisel. Mit einem immer längeren Tross von Polizeiautos, TV-Übertragungstrucks und sonstigen Schaulustigen fuhren sie zum Haus von Ila Faes Mutter, wo die Ordnungskräfte schon auf sie warteten, mit lockeren Zeigefingern. Der Grund für das letztlich perverse Instant-medienspektakel war Ila Faes Angst, das Sorgerecht für ihr Kind an ihre Mutter zu verlieren.

Ila Fae heißt in "The Sugarland Express" Lou Jean Poplin und ihr Gatte Clovis, ansonsten aber hat sich Spielberg im Wesentlichen an die Fakten gehalten. Was an "Sugarland Express" bis heute besticht, ist die inszenatorische Zurückhaltung: deren Sich-geborgen-Fühlen im ästhetischen Konsens der Ära mit ihrem stumpfen Licht, den spröden Bildern, der Freude an einem authentischen Gesicht in der Masse, einem Feld am Landstraßenrand.

Details

Goldie Hawn, Ben Johnson, Michael Sacks, William Artherton
Steven Spielberg
John Williams
Vilmos Zsigmond
Steven Spielberg, Hal Barwood

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Poplins
    Wer hätte das gedacht, dass am Anfang von Spielbergs Karriere eine Sozialgroteske steht. Bereits der Titel weist darauf hin, dass auf dem Weg zur ‘Heimholung‘ ihres Babys von den Pflegeeltern in Sugarland den beiden durchgeknallten Eltern Poplin (Goldie Hawn und William Atherton) eine lange Schlange Polizei- und Presseautos folgen. Sie sind auf der Flucht, denn er war aus dem Gefängnis ausgebrochen. Bis zur Geiselnahme eines Polizisten (Michael Sacks) läuft alles noch im üblichen Rahmen ab, doch dann dreht Spielberg die Handlung immer mehr ins Groteske.
    Die Gespräche des Pärchens entfernen sich von ihrer realen Situation, Goldie bestellt Babysachen aus einem Katalog und muss mal dringend usw. Es wird deutlich, dass den beiden jeglicher Realitätssinn fehlt. Die ganze Sache entwickelt eine gewisse Eigendynamik, ihre Fahrt wird zum Triumphzug und bekommt Volksfestcharakter. Spielberg geißelt die Sensationsgier seiner Landsleute und die der Presse natürlich und die Polizei macht sich zum Affen. Auch die Schießwütigkeit der Amerikaner in Form einer selbsternannten Bürgerwehr wird karikiert. Da sieht man ein Schild ‘Registrieren wie Kommunisten, nicht Feuerwaffen‘.
    Nachdem alles gesagt ist, macht Spielberg Schluss. Kurz und schmerzlos: Vater tot, Mutter sprachlos. Für 1974 irgendwie weitsichtig. Die Nebenhandlungen bieten viel Platz für Komik in Situation und Dialog. Hier zumindest sah er seine Landsleute noch viel kritischer als später.