Apocalypse Now Redux

 USA 1979
Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 203 min.
8.50
Apocalypse Now Redux

Captain Willard wird mit einem Boot durch den Dschungel des Vietnamkrieges geschickt, um den außer Kontrolle geratenen Colonel Kurtz zu finden und zu töten. Anti-Kriegs-Film nach Joseph Conrads "Herz der Finsternis".

Der Film erzählt von der gefährlichen Mission des Captain Willard (Martin Sheen), der mit einem Boot durch den heißen Dschungel des Vietnamkrieges geschickt wird, um den außer Kontrolle geratenen Colonel Kurtz (Marlon Brando) zu liquidieren. Zuvor hatte Regisseur Francis Ford Coppola mehr als vier Jahre seines Lebens mit der Konzeption und Fertigstellung des Films zugebracht und über ein Jahr auf den Philippinen gedreht. Mehr als 30 Millionen Dollar hat APOCALYPSE NOW gekostet, doch der Aufwand hatte sich gelohnt. Kritiker bezeichneten den Film als ein Meisterwerk, und man verlieh ihm zwei Oscars.

Im Mai 2001 war der Film unter dem Titel APOCALYPSE NOW REDUX erneut bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen, dieses Mal in der Fassung wie sie Coppola schon 1979 konzipierte, aber damals aus verschiedenen Gründen nicht in die Kinos bringen konnte. Zwei komplette Sequenzen und viele kleinere Einstellungen waren weggefallen. Aus dem ursprünglich 153 Minuten langen Werk, ist nun eine 203 Minuten lange Fassung geworden.

Details

Marlon Brando, Robert Duvall, Martin Sheen, Frederic Forrest, Albert Hall, Sam Bottoms, Laurence Fishburne, Christian Marquand, Harrison Ford, Dennis Hopper
Francis Ford Coppola
Carmine Coppola, Francis Ford Coppola, Mickey Hart
Vittorio Storaro
Francis Ford Coppola, John Milius, nach Michael Herr und Joseph Conrad

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Irgendwie fade - Teil 1
    Apocalypse Now Redux

    Ein Antikriegsfilm, 1979 gedreht, Jetzt kommt er wieder in die Kinos, in einer 193 Min. Version, 48 Min. länger als die ursprüngliche alte Kino und Video fassung. Der Film soll ein Antikriegsfilm sein. Um was es geht weiß wohl jeder Kinofreak. Die Leute die ihn damals gesehen und nicht verstanden haben, können nun dieser Möglichkeit nachgehen, und den Film versuchen zu verstehen.


    Anfangs ist Musik, ¿ This is the End ¿ ist im Hintergrund zu einer Vietnamesischen Landschaft zu hören. Man hat den Eindruck das man in einem Reisebüro sitzt, in dem Werbung für eine Vietnam oder Goldenes Dreieck Rundreise gemacht wird. Ich wollte schon mit meiner Freundin buchen gehen, als kurz danach Martin Sheen zu sehen ist. Die Sequenz am Anfang ist recht gut gemacht, er spielt wirklich sehr gut den vom Krieg zermürbten Soldaten, der nicht weiß was er mit seinem Leben anfangen soll.

    Nur ist es nach kurzer Zeit etwas langweilig, einge Schnitte auf sein Gesicht, und die gräßliche Musik, das ist irgendwie alles andere als lustig und Kinowürdig. Man hat sich doch eingerichtet auf Mainstream Popcorn Freß, steck die Zungen in den Hals deiner Freundin rein, Film, aber das ist er irgendwie nicht. Man sitzt schon anfangs davor und weiß, das wird eine Harte Kinozeit. Wenn man denkt wie es den Leuten damals ergangen ist. Du lebst in Saigon, Dreck und Kriminalität überall, und du bist ein Amerikaner, heilige Rasse, besonders auserwählt, du kannst dir alles leisten, aber du hast keine Freunde, keine Verwandten, und alles was dir früher was bedeutet hat ist 20.000 Km weit entfernt.

    Der ganze Film wird von Martin Sheen getragen, ohne ihn wäre die ganze Story eigentlich nicht viel wert, oder sehenswert. Im Lager bekam er dann den Auftrag Kurtz zu finden. Irgendwie kam mir das vor als paße das nicht zum Krieg, sondern zu einer extra Ramboähnlichen Geschichte. Aber was solls, wrid schon sowas ähnliches gegeben haben, das einer einen anderen wegen irgendwas irgendwann irgendwo irgendwie sucht um irgendwas zu erfahren und irgendwie zu erreichen, weil er irgendwann irgendwie irgendwas in Irgendwo gemacht oder produziert hat. War aber irgendwie nicht so spannend, wie man es sich gewünscht hat. Es ist alles irgendwie ruhig abgelaufen, weil da irgendwo da unten alle Leute irgendwie versuchen irgendwas irgendwie zu erleben oder durchleben oder überleben. Die Leute hatten damals nicht sehr viel, sie hatten eigentlich nichts.

    Der Film fängt ziemlich langatmig an, hin und wieder die Landschaftsaufnahmen die sehr gut sind. Auch die Farbe ist sehr schön, so richtiges altes TV Kinonachmittags Sonntagsverregnungstechnicolor. Du sitzt im Kinosessel und hoffst das was passiert. Sehr unlogisch war das ein Kapitän einfach surfen geht und ein paar mitnimmt, die es können, und das in Feindesgebiet. Napalm wird eingesetzt, alle sterben, wenigstens wurden Frauen und Kinder gerettet. Aber wieviele nicht ? Wieviele wurden einfach vergewaltigt und getötet abgeschlachtet und verstümmelt ? Sehr viele von denen man nichts weiß. Das Vietnamesische Volk mußte schon seit Jahrzehnten leiden.

    Und nun dieser Krieg. Sheen macht sich auf die Suche nach Kurtz mit einigen anderen, und irgendwie kam mir vor als hätte Coppola die Charaktäre interessanter machen können, sie waren so altmodisch, ruhig lethargisch. Gut war das man sah was da alles mit ihnen am Schiff passiert, wie sehr sich deine Persönlichkeit ändert. Eine Welt in der frauen nichts verloren haben wo du in ein Baumloch fickst, damit du wenigstens ein bißchen das Gefühl eines Loches hast. Eine Welt in der man sich nur nach Liebe sehnt, und nach dem nach Hause geschickt werden.

    Kein Wunder das man dann eine Psychiatrische Behandlung braucht. Aber irgendwann gibst du auf. Irgendwie unlogisch hab ich das mit dem Fest im Dschungel gefunden, einfach so aufgebaut, einfach von den Amis da hingepflanzt, Musik, Mädels, und eine Seebühne, wie bei den Seefestspielen in Salzburg. Die Reise über den Fluß

    zu langgezogen- Teil 2
    Die Reise über den Fluß hat ewig gedauert, dauernd haben sie was neues erlebt, dauernd kamen sie irgendwohin und dauernd gab es was neues zu sehen, und da war die Hälfte Gewalt.

    Als sie die Dschunke überfielen hat niemand Clean zur Rede gestellt, warum er einfach so ein paar Reisbauernd abknallt mit seinem MG. Das Töten ist so natürlich wie das Rauchen, in diesem Film. Ist das normal ? Nach der Hälfte des Filmes dachte ich mir schon, wann hört er auf, ständig wird gesucht, wie zu Ostern, aber da findet man wenigstens Eier. Irgendwann kamen sie zu einer Fremdenlegionansammlung, ne Plantage mitten im Dschungel, ein paar Durchgeknallte Franzosen, eine neu hinzugefügte Szene. Die Welt in diesem Film ist traurig, zum Schluß als Sheen Kurtz abschlachtet, und man die wie unter Trance stehenden Eingeborenen sieht, ist das alles zuviel, das hätte nicht sein sollen, sehr unlogisch, sehr grausam als man das Lager sah.

    Kurtz hat wohl abgehackte Köpfe angebaut wie andere Kartoffeln, Dennis Hopper als Idiotischer durchgeknallter Fotograf, keiner verstand was er da sagte, psychologische Kacke. Chief wurde geköpft, kein Luftangriff fand auf das Lager statt, und dann sieht man noch Diskussionen warum statt Ficken Fuck gesagt wird, in dem Schlußsatz von Kurtz, Scheißegal, bei so einem langweiligen Film, sollte zwar zum denken angeregt werden, ist es aber nicht. Man weiß um die Gewalt und Grausamkeit des Krieges. Die Landschaftsaufnahmen waren herrlich der Rest ist eher langweilig. Man hätte damals aus dem Film sehr viel mehr machen können.

    Kein bißchen Richtige Spannung, nicht lustig, einfach nur langweilig und traurig, einfach nur psychologisch angreifend, und kein bißchen regt zum Schmusen an. Der Film ist irgendwie zum heulen, und nach 193 Min. weiß man nicht mehr wo man ist und man hat keine Lust irgendwas zu machen. Man ist einfach leer und froh das der Film aus ist. Er sollte ja was besonderes sein, aber er hat mir damals nicht gefallen.

    Es gibt bessere Antikriegsfilme, und ich kann nur sagen schön das der Streifen zu Ende ist. Sicher es waren einige gute Aspekte dabei, einige gute Psychologische Kritische gut gemachte Menschliche Regungen, aber wenn ich das sehen will geh ich auf eine Nervenklinik.

    Coppola hatte 5,5 Std. gedreht, und wenn man denkt was da alles noch fehlt, kann man nachfühlen das Sheen einen Herzinfarkt bekam. Er war sehr präsent in diesem Film, und interessant war auch die Jungen Stars zu sehen. Robert Duvall, Laurence Fishburne, Harrison Ford, einfach irre wie die damals aussahen.

    Aber sie haben gepaßt wie kein anderer. Die Darsteller haben alles gegeben was möglich ist, der Film ist trotzdem langatmig, etwas unlogisch, immer das gleich, immer Geballere, und einfach fade, und zum Schluß übermäßig unnötig Grausam. Apocalypse Now steht auf einem Stein, wieso ? Viele Fragen läßt der Film offen, wie kann so ein Kurtz nur soviel Grausamkeit machen. Das Grauen, hört man 5 x am Schluß, wozu ?

    Der Film hat nicht mal ein richtiges Ende und läßt dich mit Schaudern zurückdenken, und dich als Kinobesucher einfach mit Fragen zurück, und einem Schlechten Gefühl.

    Langweilige nicht so gut spannende und etwas enttäuschte

    65 von 100

  • Ewige Wiederkehr des politisch Korrekten
    Gähn. Das war ja wohl wieder eine jener Kritiken, um die sich in Germanistan, Ösiland und der Schweiz noch nicht ein einziger seriöser Kriegsschinken drücken konnte. Warum hat der Film keine Antwort auf die Frage danach geliefert, warum die Amis in Vietnam waren? Warum wurde der politische Hintergrund dieses Krieges nicht näher ausgeleuchtet? Ja? Warum wohl? Die gleiche blöde Frage ist auch in den deutschsprachigen (und vermutlich ausschliesslich in den deutschsprachigen) Kritiken zu Platoon aufgetaucht. Obwohl das die Kritisierenden wohl zu allerletzt gerafft haben, ist dies wohl ein weiteres Kompliment für die Meisterwerke. Offenbar bringen diese Filme - selbst die Kritiker - dazu, sich in Nabelschau und allem, was einem halt so zum Thema beschäftigt, rumzuwühlen. Allerdings scheint das Kritikern nie bewusst zu sein. "Man hätte in dem Film doch auch zeigen müssen, dass..." ... Auch wenn dieser Satz so nicht im obigen Beitrag steht, so dringt diese Haltung doch durch. Ein Filmzuschauer erklärt, was der Regisseur eigentlich hätte machen müssen, dass es ihm so gepasst hätte. Eine ungeheure - und eine ungeheuer deutsche, deutschliche im österreichischen Falle - Anmassung dringt da durch. Der Kritiker, wissend um die Geheimnisse, die unseren Weltball drehen, möchte, dass wichtige - ganz objektive natürlich! - Fakten nicht zu kurz kommen. Dass hier erklärt werden solle, was als Wahrheit zu gelten hat. Ganz abgesehen von dieser äusserst unsympathischen Besserwisserei hat das nichts mehr mit einer Filmkmritik zu tun. Denn die kann sich ja nur auf den gezeigten Film beziehen, nicht auf jenen, den der Kritiker selber gerne machen oder zumindest sehen würde (ich zum Beispiel hätte gerne noch mehr über die vietnamesische Küche erfahren - ja: Warum hat man eigentlich gar keine landestypischen Gararten von Huhn und Reis erfahren,hm?). Ein absolut lächerlicher Einwurf, der zudem nur von jemandem stammen kann, der ein eher schlichtes geschichtliches Weltbild hat, in dem sich dann seine Frage auch ganz einfach erklären liesse. Es wird zwar nicht auf seiner politischen Linie liegen, aber ihm empfehle ich die beliebten Rambo-Filme. Da wird dann immer genau erklärt, weshalb sich Rocky in die Minenfelder der Weltgeschichte verirrt und man kann ganz klar zw. gut und böse unterscheiden. Für alle, die sich tatsächlich für gute Kriegsfilme, also die Frage, was Krieg im Menschen hervorbringt, interessieren, empfehle ich - nachdem er eben wieder im TV kam - "The thin red line" (der schmale Grat). Der ist gut. Ein Meisterwerk.

    Wieso waren die Amis eigentlich in der Südsee?

  • Heart Of Darkness
    Noch während die letzten Einstellungen des Dschungels auf der Leinwand erscheinen, das blutverschmierte Gesicht Willards, stellt man sich die Frage der Bezeichnung des Films: monströs, atemberaubend oder schlichtweg genial? Man lässt die Höhepunkte des Films Revue passieren und noch einmal vor seinem geistigen Auge ablaufen: die Napalm-Explosionen zu Beginn im Einklang mit Jim Morrisons "The End" oder die Jagd nach dem Feind ¿ Charlie ¿, vorangetrieben durch die Walküre. Die Soldaten stürzen sind wild in den Kampf, töten aus der sicheren Ferne des Helikopters.
    Coppola gibt nur wenig Einblick in den Vietnamkrieg selbst, fokussiert seine Geschichte auf die Reise der Gruppe im Boot. Die Annäherung an ihr Ziel fordert von den fünf Soldaten immer höhere Preise: zwei Tote, die Utopie des Guten als undefinierbare, nichtssagende Macht. Denn auf die Frage des amerikanischen Daseins in Vietnam weiß selbst Willard keine plausible Antwort. Weil Gott und das Volk es so wollten? Würde ihm niemand glauben.
    Am Ende trifft Willard auf das Monster Kurtz und erkennt dennoch nur einen Menschen, der nicht aufgehört hat, den Sinn zu hinterfragen. Auch scheint es, als habe dieser Verrückte eine passende Antwort auf die oben gestellte Frage gefunden. Eine Antwort, die für die Hintermänner des Krieges ¿ Patrioten? ¿ nicht angebracht erscheint. Aus diesem Grund muß er sterben.
    Willard vollbringt die Tat letztendlich, dem Wahnsinn verfallend. Doch mit dem Leben, das er Kurtz' nimmt, entschwindet seine Perspektive nach Hoffnung auf dieser Welt. Willard wird zurückkehren in eine Zivilisation, die nicht realer ist als der Krieg selbst.

    Doch ist dieser Film jetzt als g e n i a l zu bezeichnen? APOKALYPSE NOW REDUX ist kompakter, aufrüttelnder, stimmiger, intensiver, kurzweiliger. Die ersten beiden Stunden werden von actionreicher, schneller Handlung dominiert, doch je länger die Fahrt flussaufwärts dauert, desto philosophischer wird er. Versucht eine Meinung zu bilden, die Sinnlosigkeit des Krieges auf den Punkt zu bringen. Doch das wusste man schon 1979. Ein hintergründiges Werk, hart an der Schmerzgrenze. Doch genial?