Belle de jour

 F/I 1967
Drama 101 min.
7.80
Belle de jour

Die junge Catherine Deneuve verdingt sich als Edelprostituierte.

Belle de jour bot mir die Möglichkeit, gewisse Tagträume Séverines, der Hauptfigur, in Bilder umzusetzen und so dem Porträt einer jungen masochistischen Großbürgerin deutlichere Konturen zu verleihen. Der Film erlaubte mir auch, ein paar Fälle von sexuellen Perversionen ziemlich genau zu beschreiben. Mein Interesse am Fetischismus war ja schon in der Anfangsszene von "Él" und der Stiefelettenszene von "Le journal d'une femme de chambre" nicht zu übersehen, aber ich möchte doch betonen, daß der Reiz, den sexuelle Perversionen auf mich ausüben, rein theoretischer und äußerlicher Natur ist. Sie amüsieren und interessieren mich, aber in meinem eigenen Sexualverhalten bin ich von perversen Neigungen völlig frei. Das Gegenteil wäre verwunderlich. Ich glaube, ein Perverser zeigt seine Perversion nicht gern öffentlich her; sie ist sein Geheimnis. (...) Luis Buñuel

Details

Catherine Deneuve, Jean Sorel, Michel Piccoli, Geneviève Page ua.
Luis Buñuel
Sacha Vierny
Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Séverines Doppelleben
    Die Grundidee ist der Ausbruch einer gelangweilten Arztgattin (Catherine Deneuve) aus dem Ehealltag. Sie verdingt sich als Edelnutte. Nach anfänglichem Zögern und Rumzicken wird sie immer lockerer. Nur ihrem Ehemann gegenüber (Jean Sorel) verweigert sie sich. Hier gibt es offenbar nur die sexfreie, reine Zuneigung!
    Ein formal geschlossener Bunuel: Anfang und Ende ist eine Kutschfahrt. Erst besetzt, dann leer. Entscheidend ist aber die surreale Machart des Films mit unerwartetem Szenenwechsel. Da gibt es Kindheitserinnerungen an Missbrauch oder die erste heilige Kommunion. Der gelungenste ist der Schuss beim Duell. Man sieht nicht einen Getroffenen der Kombattanten, sondern Séverine (Catherine Deneuve) blutend an einen Baum gefesselt. Später kommt dann noch der Dreckbewurf dazu. Das Ende mit einer Wunder-von-Lourdes Version für Séverines Ehemann Pierre) hinterlässt nur Staunen. Aber es sind gerade diese überraschenden Kurzszenen, die unvermittelt daherkommen, die den Film zu einem Erlebnis der besonderen Art machen. Und natürlich eine umwerfend gute Catherine Deneuve, die hier eine Entwicklung einer Frau zeigt, die anfangs verklemmt und feige, dann aber selbstbewusst und selbst bestimmt ist. Da stört es nicht weiter, dass gerade am Ende vieles nicht gezeigt, manches glatt verheimlicht wird. Ein Klassiker.