Der Mann ohne Vergangenheit

 D/F/FIN 2002

Mies vailla menneisyyttä

Drama, Romanze, Komödie, Independent 31.10.2002 97 min.
7.70
Der Mann ohne Vergangenheit

Das Meisterwerk von Aki Kaurismäki erzählt von einem Namenlosen, der sich nach einem Überfall nicht mehr an sein frühereres Leben erinnern kann.

Ein Namenloser (Markku Peltola), überfallen und ausgeraubt nach einer Zugfahrt und von den Ärzten für tot erklärt, findet sich plötzlich erinnerungslos in einem zweiten Leben wieder. Er siedelt sich in einem Schrottcontainer am Flussufer an, mit Kleidern versorgt von der Heilsarmee und bald auch mit der scheuen Liebe einer Heilsarmistin (Kati Outinen). Mit Zähigkeit, Phantasie und Überlebenswillen kehrt er ins Leben zurück. Bis er, versehentlich eines Banküberfalls verdächtigt, identifiziert wird. Muss er nun zurück in seine frühere Welt, an die er sich immer noch nicht erinnern kann?

Nach längerer Schaffenspause ist Aki Kaurismäki nun ein kleines Meisterwerk gelungen, das sowohl inhaltlich durch seinen einfühlsam humanistischen Grundton, Situationskomik und Lakonie, als auch formal durch satte, warme Farben und eine wunderbare Musik besticht. Der Mann ohne Vergangenheit gehörte zu den Highlights der diesjährigen Filmfestspiele in Cannes und wurde mit dem "Großen Preis der Jury" und dem "Preis für die beste Darstellerin" (Kati Outinen) ausgezeichnet.

Details

Markku Peltola, Kati Outinen, Juhani Niemelä
Aki Kaurismäki
Timo Salminen
Aki Kaurismäki

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Suche nach Vorgestern
    Nach dem Gedächtnisverlust wird die Suche nach seinem früheren Leben teils komisch, teils sonderbar geschildert. Zufälle wechseln sich ab mit überraschenden Wendungen. Skurrile Typen kreuzen seinen Weg. Und immer agieren die Figuren in stoischer, emotionsloser Unnatürlichkeit, steif wie Wesen von einem anderen Stern. Da gibt es kein Lächeln, keinen Freudenschrei. Man trifft sich, gibt sich die Hand, redet kurz mit einander und geht wieder seiner Wege. Der Zuschauer kann sich voll und ganz auf Handlung und Dialoge konzentrieren, er wird durch nichts abgelenkt. Diese Darstellungsweise macht wohl der Kultstatus von Kaurismäki aus. Wenn man sich darauf einlässt, kommt ein Gewöhnungsprozess in Gang, der dann auch den latenten, subtilen, herben Charme des finnischen Films zu Tage fördert, der sogar ein Happy End zulässt. Das nur angedeutet wird und durch einen durchs Bild rollenden Güterzug aus unserem Blickfeld entschwindet.

  • Sprache
    vielleicht würde der Film in einer englischen oder deutschen Version mehr Zuseher erreichen.
    Er hätte es absolut verdient!

  • Ein Film muß nicht massenfähig sein sondern gut
    Ich bin der Meinung der Film ist in der Tat ein Meisterwerk. Selten dass das Herz bei einem Film so viel gelacht hat. Zum Thema Massenfähigkeit: Der Kinosaal war zu 3/4 voll.

  • Sicherlich nicht "massenfähig"
    Der Film ist gut, die Leistung dieser - international - völlig unbekannten Schauspieler beeindruckend. Dennoch ist der Film nicht massenfähig und zieht nur Randgruppen an. Er liefert ein gutes Sittenbild Finnlands in den 60(?)ger Jahren und einen guten Eindruck von Menschen am Rande der Gesellschaft.

    Re: Sicherlich nicht "massenfähig"
    Hast Du den Film überhaupt gesehen? Die Beamten am Arbeitsamt sitzen vor PCs, die öffentlichen Telefone haben Displays und Tasten, das Taxi mit dem der Hauptdarsteller zum Haus seiner Ex-Frau fährt ist ein Volvo neuester Serie ...

    Re: Re: Sicherlich nicht "massenfähig"
    Die Überschrift ging leider verloren (und damit der Sinn): 60er Jahre???

    Re: Sicherlich nicht "massenfähig"
    Na, war wohl dein erster Kaurismäki Film? Dieser Mann macht seit vielen Jahren auf sehr hohem Niveau Filme für eine sehr, sehr, sehr ,sehr große Randgruppe. Es gibt noch mehr als Columbia!

    Re: Re: Sicherlich nicht "massenfähig"
    Sehr groß kann diese Randgruppe nicht sein - sehr zu meinem Bedauern, stehen doch leider wenige Filme der Hollywoodschen Industrie entgegen- Das Gartenbaukino war zu 90% leer.