Die Schöne und das Biest

 USA 2017

Beauty and the Beast

Romanze, Fantasy, Musikfilm / Musical 16.03.2017 ab 8 129 min.
preview Schoene und das Biest
7.50
7.40
Die Schöne und das Biest

Um ihren Vater aus den Fängen eines Ungeheuers zu retten, betritt die junge Belle ein verwunschenes Schloss, wo sie überraschenderweise einen Ort voller Magie, Freude und Melancholie.vorfindet.

Die anmutige und lebensfrohe Belle lebt mit ihrem alten Vater, einem etwas sonderlichen Erfinder, ein beschauliches, ruhiges Leben. Die Avancen von Schönling Gaston wehrt sie geschickt ab und vergräbt ihre Nase viel lieber in Büchern. Doch diese Idylle wird jäh gestört, als ihr Vater auf einer Handelsreise in die Fänge eines wilden Ungeheuers gerät. Um ihn zu retten, bietet Belle ihr Leben im Austausch gegen das ihres Vaters an.
Von finsteren Befürchtungen begleitet tritt sie ihren Weg in das mysteriöse Schloss an, doch erwartet sie dort etwas ganz anderes als vermutet – nicht etwas Böses, sondern ein Ort voller Magie, Freude und Melancholie. Belle und das Biest kommen sich mit der Zeit sogar näher und so findet sie auch bald heraus, dass nicht nur auf dem Gemäuer, sondern auch auf Bewohnern desselben ein dunkler Fluch lastet und das Biest in seiner nun wilden und einsamen Gestalt einst ein schöner Prinz war…

Details

Emma Watson, Luke Evans, Dan Stevens, Kevin Kline, Josh Gad, Haydn Gwynne, Hattie Morahan, Ewan McGregor, Emma Thompson, Ian McKellen u.a.
Bill Condon
Alan Menken
Tobias A. Schliessler
Stephen Chbosky, Evan Spiliotopoulos
Walt Disney
ab 8

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

7.5

User Kritiken

  • Die Realverfilmung des Disney Klassiker aus dem Jahr 1991 ist ab 16 Jahren freigegeben - in Russland - aber dazu später.
    1991 schrieben die Disney Studios aus mehreren Gründen Filmgeschichte und da ist bei einer Neuverfilmung erst recht Skepsis angebracht. Nicht nur, dass der Film ein großer finanzieller Erfolg war, die Musik von Alan Menken bis heute unvergesslich und die Ballsaalszene ein Meilenstein der 3D Animation ist, der Grundstein für folgende Animationsfilme war gelegt, brachte der 30. abendfüllende Animationsfilm dem Studio bei den Oscars in der Kategorie "Bester Film" eine Nominierung ein (damals beinhaltete die Liste lediglich fünf Nominierte). Belle war anders als die anderen Disney Schönheiten. Klug und dickköpfig lehnte sie sich gegen die dörflichen Strukturen auf und wollte vor allem die Erwartungen der männlichen Bewohner so gar nicht erfüllen. Eine frühe Feministin. Die Frage nach dem Warum der Neuverfilmung erübrigt sich aber lohnt sich ein Kinobesuch?
    Bei Disney ist man sich des Potenzials der eigenen Vergangenheit natürlich bewusst. Demensprechend nahe ist der aktuelle Film am "Original": Gesangsnummern ("Sei hier Gast" ist fulminant choreographiert), Dialoge Passagen und Kostüme bleiben nahezu unverändert. Allerdings dauert die Realverfilmung gut 45 Minuten länger und um diese Zeit auszufüllen, haben sie sich durchaus etwas einfallen lassen. Nicht nur neue Gesangsnummern. Gerade in diesen Sequenzen beschreitet der Konzern neue Wege und wird politisch.
    Sowohl der Charakter der Belle (Emma Watson), als auch ihre Beziehung zum Biest (Dan Stevens, angeblich) bekommen mehr Raum und somit mehr Tiefe. Sie stellen das Bildungsbürgertum dar, vom Rest belächelt und gefürchtet. Gaston (Luke Evans) hetzt den Mob zuerst gegen Belles Vater (Kevin Kline) und folglich gegen das Biest auf. Xenophobie und Rassismus sind schnell geweckt. Thematiken, derer sich Disney bereits in ZOOTOPIA angenommen hat. Länder wie Russland und Malaysia stößt aber etwas ganz anderes sauer auf. Die Rolle von Gastons Handlanger Lefou (Josh Gad) trägt homosexuelle Züge - und nicht nur der aber das scheint noch nicht aufgefallen zu sein. Dies gipfelt in der finalen Tanzszene, in der für keine 3 Sekunden Lefou mit einem Mann das Tanzbein schwingt. Die potentielle Empörung muss dem Konzern im Vorfeld bewusst gewesen sein. Die Szenen umzuschneiden wird jedenfalls kategorisch ausgeschlossen.
    Wer den Zeichentrickfilm liebt, wird auch jetzt im Kino in dieser düsteren Version gut unterhalten. Im Gegensatz zu CINDERELLA (2015) bleibt etwas vom Zauber des Vorbildes erhalten. Dies ist zu einem großen Teil Emma Watson zu verdanken. Die Rolle scheint ihr auf den Leib geschrieben. Dass sich die Darsteller, wie in diesem Genre üblich, in animierten Bilderwelten bewegen, muss man nicht mögen. Die schon in CINDERELLA entfesselt Kamera ist bei HERR DER RINGE und Co. besser aufgehoben, entfernt man sich dadurch nur unnötig von den Charakteren. Die Geschichte selbst ist stark genug und benötigt keine Effekthascherei. In Österreich auch schon für Menschen ab sechs Jahren geeignet.

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  • Die Schauspieler:
    Die Rolle der Belle wird in dieser Version von „Harry Potter“ Star Emma Watson gespielt die, trotz Vorab Skepsis über die Weiblichkeitsansprüche des Charakters, wirklich einen exzellenten Job macht. Bezaubernd theatralisch setzt sie in den vielen Nahaufnahmen gekonntes Minenspiel ein und erweckt eine der beliebtesten Disney Figuren zu neuem Leben. Das Biest / Prinz wird von Dan Stevens verkörpert. Die Figur des Biest entstand zwar fast zur Gänze seiner Screentime aus CGI, die wundervolle Mimik  jedoch, die gerade bei diesem Charakter sehr wichtig wird, um die Wandlung von Gefühlskälte zu Warmherzigkeit wahrzunehmen, kam via Motion Capture von Dan Stevens. Er verleiht der Figur eine Art von Leben, die der Vorlage aus dem Trickfilm zwar nicht ganz das Wasser reichen kann, jedoch trotzdem überzeugend dargestellt wird. Belle`s Vater Maurice wird gespielt von dem wundervollen Kevin Kline. Kline liefert eine warmherzig erstklassige Darbietung, wirkt wie der nette Opa von nebenan den man einfach gern haben muss und beweist einmal mehr, dass er einer der sympathischsten Schauspieler Hollywoods ist. Das wahre schauspielerische Gourmetstückchen bei diesem Projekt ist aber das eigentliche Antagonisten Duo Lefou – gespielt von Josh Gad – und Gaston – gespielt von „Hobbit“ Star Luke Evans. Mit absolut broadwaytauglichen Leistungen spielen sich Gad und Evans von ihrem ersten Auftritt an in die Herzen der Zuschauer. Während Gad eher mit zurückhaltend feiner Mimik arbeitet und so seiner Figur einen ganz „eigenen“ Stempel aufdrückt, läuft Luke Evens zu absoluter Höchstform auf. Er singt, tanzt und es ist eine Freude ihm bei seiner Darbietung des arroganten und selbstverliebten Gaston zuzusehen. Über den Rest des Ensembles kann gesagt sein – wenn Disney zum Tanz in`s Märchenschloss bittet, kommen sie alle. Es bildete sich ein beeindruckender Cast, um dem verzauberten Personal Leben einzuhauchen. Die Gesichter gibt es zwar im Film weniger als im Original die Stimmen, jedoch kann sich die Liste wirklich sehen lassen. So wird Emma Thompson zu Madame Pottine der singenden Kanne, Ewan McGregor zu Lumiere dem Kerzenleuchter, „Gandalf“ Sir Ian McKellen zu von Unruh der sprechenden Uhr, Grammy Preisträgerin Audra McDonald zur trällernden Garderobe und Stanley Tucci zum Cembalo.
     
    Der Film:
    Märchen schreibt die Zeit. Mit diesen Worten wurden die meisten schon früher in das verwunschene Schloss des Biests mitgenommen. Der Disney Klassiker gehört nach wie vor zu den beliebtesten Filmen des Mäuse Konzerns. Regisseur Bill Condon`s Neuauflage, welche die nunmehr vierte Live Acton Adaption eines Disneyfilms ist, nimmt uns wieder mit in das zauberhafte Abenteuer um die Geschichte von Belle und dem Biest. War es schon 1991 beeindruckend, was Disney aus dem französischen Volksmärchen geschaffen hat, ist es dies nun einmal mehr. Detailverliebt bis ins letzte wird eine wundervoll kitschige Neuauflage der Geschichte kreiert und zaubert uns ein exzellent besetztes Musical für die ganze Familie auf die Kinoleinwand. Was Disney hier optisch vom Stapel lässt, ist wirklich unglaublich. Es wird wirklich alles aufgefahren was an gestalterischen und produktionstechnischen Möglichkeiten heutzutage vorhanden ist. Von Beginn an wird dem Zuschauer ein schöner Mix aus bühnenähnlicher Kulisse und perfekter CGI Technik präsentiert, der eine ganz besondere Stimmung erschafft. Gerade weil die z. b.  Häuser, Türen und Gartenzäune gezielt nicht als überrealistischer französischer Vorort gebaut wurden, sondern eher wie eine Bühne im Stadttheater wirken, wird genau die Atmosphäre geschaffen, die gerade bei Disney Märchen so wichtig ist. Sehr große Settings mit einer brillanten Ausstattung und einer Vielzahl an Statisten, machen gerade die musicalhaften Tanz-und Singszenen zur Augenweide. Schwerpunkt in dem Film ist natürlich wieder die wundervolle Musik von Alan Menken. Der Meister war damals und ist heute der musikalische Mastermind hinter unzähligen Disney Klassikern mit denen viele von uns aufgewachsen sind. Neben den Dauerbrennern wie „sei hier Gast“, „die Schöne und das Biest“ und „Gaston“, die auch schon in der Trickfilmvorlage magische Momente erschufen und nun für den Nostalgieeffekt sorgen, reihen sich neue Musikstücke ein die schon beim ersten anhören den typischen „Alan Menken Touch“ haben. Insgesamt wird sich peinlich genau an die Vorlage gehalten – inklusive mancher identen Kameraeinstellungen und Textsequenzen die schon im Original vorhanden waren - und manches sogar verfeinert. Teilweise wurden die einzelnen Charaktere – insbesondere Belle und Maurice – besser ausgearbeitet als es der Trickfilm getan hat. Es wird nichts überhastet und man lässt sich Zeit für die feine Charakterzeichnung und den Situationsaufbau der Handlung. Nicht zuletzt wegen dieser Details ist der Film dann aber mit 130 min. Lauflänge um 46 min. länger als das Original, doch gestalten sich die gut 2 Stunden als extrem kurzweilig. Das Regisseur Condon schon einiges an Erfahrung mit der Inszenierung von Musicals hat, kam ihm hier ganz sicher zugute. Schrieb er doch das Drehbuch zu „Chicago“ und führte Regie bei „Dreamgirls“. Schwachpunkte des Films sind das relativ unnötige 3 D Format, das zwar in der ein oder anderen Einstellung für einen gewissen Effekt sorgt, über weite Strecken des Films aber eher untergeht. Auch das Biest selbst wirkt so manches mal etwas holprig und nicht ganz so fein wie wir es von der heutigen CGI Technik schon gewohnt sind. Die Nahaufnahmen mit Dan Stevens funktionieren und durch die toll umgesetzte Mimik kommen auch Charisma und Humor nicht zu kurz, jedoch in den Totalaufnahmen wirken die Bewegungen – gerade im direkten Vergleich mit der zierlichen Emma Watson - teilweise etwas zu klobig um wirklichen Realismus zu erzeugen. Dem Zauber des Ganzen und dem Glanz in den Kinderaugen, beim betrachten der zum Leben erweckten Magie im Schloss des Biests, tut dies aber keinen Abbruch. Mit viel Zuckerguss und einem riesigen Detailreichtum bis hin zur Decke des Ballsaals, wird eine liebevolle Märchenatmosphäre geschaffen die sehr wohl das Potential hat, die nächste Generation ebenso für lange Zeit zu verzaubern wie es der Trickfilm bei der vorherigen getan hat denn – Märchen schreibt die Zeit……
     
    Fazit:
    Exzellent besetztes und sehr detailverliebtes Disney Spektakel, welches es mit farbenfroher Kitschigkeit, umwerfenden Musicalszenen, einer grandiosen Ausstattung, der wunderschönen Musik von Alan Menken, viel Herz und Nostalgieelementen schaffte, den Zauber um Belle und dem Biest erneut zu entfachen – in diesem Sinne, seien sie hier Gast!