Die Unberührbare

D, 2000

DramaIndependentBiografie

Eine linksgerichtete Schriftstellerin erlebt den Untergang der DDR als Zusammenbruch ihrer eigenen Ideale.

Start09/15/2000

Hanna Flanders ist eine linksgerichtete Schriftstellerin, die in München lebt, deren Bücher aber, ihrer Radikalität wegen, ausschließlich in der DDR verlegt werden. Hanna pflegt einen mondänen Lebensstil und verabscheut Massenkonsum. Die DDR ist für sie eine "heile Welt", eine Hoffnung auf eine menschlichere Gesellschaft jenseits des Kapitalismus.

Es ist 1989 und die DDR löst sich auf. Hanna sitzt fassungslos vor dem Fernseher und versucht sich mit Zigaretten und Tabletten ruhig zu halten. Für sie ist eine Welt zusammengebrochen. Sie kann nicht verstehen, warum die ostdeutsche Bevölkerung den Fall der Mauer feiert, sie mag nicht glauben, mit welch Optimismus die DDR-Bevölkerung in die kapitalistische Zukunft blickt. Einem spontanen Entschluss folgend, zieht sie nach Ostberlin, doch die ehemaligen Freunde dort können ihr nicht einmal mehr eine Wohnung besorgen. "Die Zeiten haben sich verändert" erklärt man ihr im ostdeutschen Verlag, der bisher ihre systemkritischen Bücher herausgebracht hat.

Hanna will nicht im Osten bleiben. Doch ihre Münchner Wohnung kann sie sich nun nicht mehr leisten. Der neuen Zeit mag sie sich nicht anpassen, der einzige Ausweg, der ihr bleibt, scheint der Freitod zu sein.

Oskar Röhlers einfühlsames Portrait einer Frau, deren blauäugiger linker Idealismus in einer Welle ebenso blauäugiger Kapitalismusbegeisterung untergeht orientiert sich am Leben und Sterben seiner eigenen Mutter Giesela Elsner, die in den 60er Jahren mit dem Roman "Die Riesenzwerge" zur Kultautorin wurde und sich 1992 vergessen und einsam das Leben nahm. Die Unberührbare´wurde als bester deutscher Film des Jahres 2000 ausgezeichnet.

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