Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

 USA 1987

The Unbearable Lightness of Being

Drama, Romanze, Literaturverfilmung 171 min.
7.40
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Ein Film über die Liebe, über Moral und Ideologie. Die Liebesgeschichte beginnt während des "Prager Frühlings".

Tomas (Daniel Day-Lewis) ist ein begabter Gehirnchirurg und ein ausgesprochener Frauenheld. Als er eines Tages in einem kleinen Kurort eine Operation durchführen muß, lernt er die Kellnerin Teresa (Juliette Binoche) kennen. Beide fühlen sich voneinander angezogen, aber Tomas muß wieder nach Prag und kehrt dort in die Arme der Frau zurück, die ihn am besten versteht; zu Sabina (Lena Olin), einer Malerin.
Kurz danach taucht Teresa unangemeldet in Tomas Wohnung auf. Sie lieben sich leidenschaftlich und entgegen seinen Regeln erlaubt er ihr bei ihm einzuziehen. Trotz dieser Beziehung hat Tomas weiterhin Affären. Auf Bitten von Tomas hilft Sabina Teresa einen Job als Photographin bei einer Illustrierten zu finden.

Tomas und Teresa heiraten, doch Teresa leidet unter Tomas´ Affären, die er auch nach der Hochzeit nicht aufgeben kann. Der Einmarsch russischer Truppen in Prag elektrisiert Teresa. Sie photographiert die Vorgänge, die aufgebrachten Menschen, die Konfrontation zwischen Widerständlern und Besatzern.

Details

Daniel Day-Lewis, Juliette Binoche, Lena Olin, Derek de Lint, Erland Josephson, Pavel Levandovksy, Donald Moffat, Daniel Olbrychski, Tomek Bork
Philip Kaufman
Mark Adler
Sven Nykvist
Jean-Claude Carriere, Philip Kaufman/ Nach dem Roman von Milan Kundera

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Allein der Titel enthält in seinem ambivalenten Antagonismus Stoff genug für ein philosophisches Seminar. Das Leben könnte so leicht sein. Beschwingt verfolgen die drei Hauptfiguren ihre hedonistischen Ziele und es entsteht ein Dreiecksverhältnis, das durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Prag heftig durcheinandergewirbelt wird. Damit bekommt die Geschichte eine feste zeitliche Einordnung. Das Geniale daran ist die wechselseitige Beeinflussung von Liebesbeziehungen und politischen Verhältnissen. Im dritten Teil sehen wir zwei Protagonisten wieder nach Flucht und Rückkehr in die CSSR bei ihrer Auseinandersetzung mit den wiedererstarkten Altkommunisten. Der unpolitische Womanizer und Chirurg Thomas (Daniel Day-Lewis) wird nicht zum politischen Wendehals dafür aber menschlich reifer. Fast ebenso ergeht es seiner Ehefrau Theresa (Juliette Binoche). Die Szene, in der sie und die Dritte im Bunde (Lena Olin) sich gegenseitig nackt fotografieren ist eine der schauspielerischen und dramaturgischen Highlights des Films. Es knistert zwischen beiden, die eigentlich Rivalinnen sind. Zuvor kommt der böhmische Charme zum Einsatz. Selten gab es eine lustigere Trauung!
    Nach mehreren überraschenden Wendungen kommt der Schocker am Schluss. Es ist nichts für Happy End Fetischisten. Und es ist nicht nur so, dass das, was erzählt wird, unter die Haut geht, sonder auch wie es erzählt wird. Im ach so leichten Leben mit vielen Höhen gibt es halt auch unerträgliche Tiefen. So ist halt das Leben. Kongenial von Regisseur Kaufman und Romanautor Kundera. Spannend, berührend, meisterhaft!