Dieses obskure Objekt der Begierde

 F/E 1977

Cet obscur objet du désir / Ese oscuro objeto del deseo

Drama, Romanze 101 min.
8.00
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Die Geschichte einer Obsession: Schon bei ihrer ersten Begegnung ist der wohlhabende Lebemann Mathieu fasziniert von seinem neuen Dienstmädchen, der schönen Spanierin Conchita.

Eine junge Frau geht einen Bahnsteig entlang. Plötzlich taucht in einer Tür des wartenden Zuges ein Mann mittleren Alters auf und schüttet ihr einen Eimer Wasser über den Kopf. Als er wieder in seinem Abteil Platz genommen hat, erzählt er seinen neugierigen Mitreisenden eine Geschichte, die sein Verhalten erklären soll. Es ist die Geschichte einer Obsession: Schon bei ihrer ersten Begegnung ist der wohlhabende Lebemann Mathieu (Fernando Rey) fasziniert von seinem neuen Dienstmädchen, der schönen Spanierin Conchita (Carole Bouquet/Angela Molina). Er versucht sogleich, sie zu verführen, doch sie weist ihn zurück und ist am nächsten Morgen verschwunden.

Als Mathieu sie einige Zeit später zufällig wieder sieht, überhäuft er die in ärmlichen Verhältnissen lebende Conchita und ihre Mutter mit Geschenken. Nach weiteren Zurückweisungen kauft Mathieu dem Objekt seiner Begierde ein Haus. Aber als er dort am Abend auftaucht, um endlich das zu bekommen, wonach er sich schon so lange sehnt, lässt ihn Conchita vor verschlossenen Toren beim Liebesspiel mit einem Rivalen zusehen. Das Katz-und Maus-Spiel des ungleichen Paares geht weiter...

Details

Fernando Rey, Carole Bouquet, Angela Molina, André Weber, u.a.
Luis Buñuel
Edmond Richard
Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Hampelmann
    Was für ein poetischer Titel, der doch nichts anders bezeichnet als ‘Die Frau‘ schlechthin. Die Romanvorlage trifft da schon eher den Nagel auf den Kopf mit ‘Das Weib und der Hampelmann‘. Zu einem solchem macht sich der alte Mathieu (Fernando Rey, das männliche Gesicht der Bunuel-Filme). Das Geniale aber ist hier das einmalige Experiment im Film: eine Rolle, die sich zwei Schauspielerinnen teilen. Carole Bouquet und Angela Molina spielen abwechselnd Conchita. Die treiben Mathieu in den Wahnsinn mit ihrer Hinhaltetaktik. Sie verzögern, weisen ihn ab, scheinen ihn zu erhören und eröffnen doch immer weiterführende hoffnungsvolle Perspektiven. Auf eine Demütigung folgt eine Ermutigung. Gerade wollte Mathieu mit einer Conchita ins Bett, da will sie doch nicht etc…Die Erniedrigungsspirale dreht sich für Mathieu immer weiter. Ewige Liebesschwüre wechseln mit Beschimpfungen. Er beschenkt sie, küsst ihr die Füße und darf zusehen, wenn es eine Conchita treibt. Mathieu ist der absolute Hampelmann.
    Der zweite Geniestreich von Bunuel ist der Doppelguss aus einem Eimer als Erklärung. Einmal am Anfang und einmal am Ende, nach dem Motto ‘Wie du mir…Und als krönenden Abschluss kann es dann nur eine Explosion geben, nachdem immer wieder mal Meldungen von Terroristen im Radio verkündet wurden.
    Einmalig anders und konsequent und noch mit einem Schuss Humor. Ja es gibt es wohl nicht dieses obskure Objekt in seiner Einzigartigkeit. Es existiert nur in der Vielfalt.