East is East

 GB 1999
Drama, Komödie, Kultfilme, Independent, young 96 min.
6.90
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Großbritannien 1971: Pakistani George Khan lebt mit seiner britischen Frau und sieben Kindern in Salford, Nordengland, wo er einen Fish-and-Chips-Shop betreibt.

George Khan (Om Puri) ist der Besitzer eines Fish-and-Chip-Shops im England der frühen 70er Jahre. George ist Pakistani und obwohl schon seint Jahren in England, pflegt er den traditionellen islamischen Lebensstil. Seine Frau Ella (Linda Bassett), eine Engländerin, seine Tochter und seine sechs Söhne sind davon wenig begeistert. So gut es geht gehen die Kinder ihre eigenen Wege zu gehen. Sie fühlen sich als typisch englische Teenager und junge Erwachsene.

Als George versucht, seinen ältesten Sohn Nazir (Ian Aspinalbpzu einer von ihm arrangierten Heirat zu zwingen, bricht dieser mit seinem Vater und verlässt während der Zeremonie die Familie. George gibt jedoch nicht auf, auch für die beiden Söhne Tariq (Jimy Mistri) und Abdul (Raji James) hat er bereits Hochzeiten mit den Töchtern des Fleischhauers Shah arrangiert. Als Tariq den Plan entdeckt, überschlagen sich die Ereignisse im Hause Khan dramatisch...

Trotz des ernsten Themas und der Darstellung von familiärer Gewalt bleibt East is East eine Komödie. Der irische Regisseur Damien O'Donnel räumt der Entwicklung der Charaktere und dem Ausspinnen von Details und visual jokes viel Platz ein, das ausgefeilte Drehbuch und das nuancierte Spiel der Darsteller tragen ihr übriges zum Gelingen bei.

Details

Om Puri, Linda Bassett, Jordan Routledge, Archie Panjabi, Emil Marwa, Chris Bisson, Jimi Mistry, Raji James, Ian Aspinall, Lesley Nicol, Gary Damer, John Bardon, Emma Rydal, Ruth Jones
Damien O'Donnell
Deborah Mollison
Brian Tufano
Ayub Khan-Din, nach seinem gleichnamigen Bühnenstück

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ella und die 7 Kinder
    Aus der langen Reihe der Integrationskomödien ist diese hier von Damien O’Donnell eine der besten. Mit Tempo, viel Witz und Empathie geht es hier zur Sache, dass die Fetzen fliegen. Fast alle Argumente des Für und Wider zum Thema kommen hier zur Sprache. Das Drehbuch stammt von Ayub Khan-Din. Und der kennt sich ja wohl aus. Die beiden wichtigsten Ereignisse sind naturgemäß die Beschneidung und die Hochzeit. Mutter Ella (Linda Bassett), eine Britin, steht nach längerem Leidensweg gegen ihren Mann George (Om Puri) einen Pakistani auf. Sie hat die schwierigste Rolle erwischt: sich gegen den Pascha zu emanzipieren, den sie liebt und die Familie zusammen zu halten. Dabei haben die Kinder die Anpassung an die westliche Kultur längst vollzogen. Sie lieben Popcorn, Popmusik und den modischen Haarschnitt der Zeit. Dazu läuft passend von den Hollys ‘On a carrousel‘. Die Handlung steigert sich nach all den verbalen Auseinandersetzungen bis hin zu einer handfesten Prügelei nach dem Besuch der Schwiegereltern in spe. Hier landete als unvergesslicher Knüller eine Gummimöse unglücklicherweise auf dem Schoß der Schwiegermutter realistisch exakt positioniert. Das fliegende Machwerk stammt von einem der Söhne, der Kunst studiert. Letztendlich stehen Mutter und die sieben Kinder gemeinsam gegen den Vater auf. Aber die Familie zerbricht nicht. Nachdem Ella George die Stuhl vor die Tür gesetzt hat ‘Geh!‘, sagt sie zu ihren Kindern ‘Er ist und bleibt euer Vater‘. In der langen Stille, die folgt werden Vaters Augen schon etwas wässrig, bevor Ella die Situation mit der englischsten aller Fragen rettet ‘Eine Tasse Tee?‘ Gelungen.

  • East is East
    Hab` ihn mir gestern angschaut.
    Meine Meinung: Ein "feiger" Film.
    1.) er spielt irgendwann in den 70zigern - als wäre heute alles besser
    2.) er zeigt die ständige, alltägliche Unterdrückung in manchen Kulturen (v.a. von Frauen) überhaupt nicht
    3.) am ende weint das "Familienoberhaupt", damit "erspart" man sich, eine Möglichkeit der Lösung für das Leben der Immigranten in fremden Kulturen aufzuzeigen.
    Also für mich ist der Film nicht viel mehr als ein Denkanstoß, den die heute wohl allen bekannte Problematik nicht benötigt.

  • keine Komödie
    Ab und zu kann man zwar etwas lachen oder schmunzeln, aber Komödie wird deswegen noch lange keine daraus. Dieser Film fällt meiner Meinung in die Kategorie Problemfilm.

    `east is east` - toll
    wer ´the full monty´, ´my name is joe´ oder ´beautiful thing´ mochte, so wie ich, wird auch ´east is east´ lieben. ´east is east´ ist die art von perfekter britischer unterhaltung (mit dem unverkennbaren touch einer milieustudie), der man nur schwer widerstehen kann. thema ist folgendes:
    1971 - george khan, geborener pakistani und gläubiger moslem, lebt zwar schon seit fast 30 jahren in england, ist aber nach wie vor verfechter grundlegender traditionen seines wahren heimatlandes pakistan. bei seinen 7 kindern (sechs söhne, eine tochter) und seiner britischen frau stöst er dabei nur auf wenig verständnis.
    es kommt zum unvermeidlichen kulturcrash als der vater versucht, für 2 seiner söhne die frau auszuwählen. ein vorhaben, mit dem george beinahe die familie zerstört. der film nutzt jede gelegenheit zur situationskomik, und übernimmt sich dabei schon manchmal. aber das sind momente, die man schnell vergißt. insgesamt hält der film die doch schwere balance aus komödie und echtem sozialkritischen drama. die charaktere sind alle
    wunderbar, und jeder hat seinen großen auftritt.
    mal zum schlucken, mal zum totlachen. die konflikte die hier entstehen sind durchaus nachvollziehbar und verständlich(also nicht wie bei kaisermühlenblues). und es ist wie immer interessant zu sehen wie stolz manche länder ihre
    religion (und traditionen) feiern, und zu welchen problemen das zwangsweise führen muß. in seiner typisch lockeren britischen erzählweise überwindet der film aber bewußt alle probleme und begleitet den zuseher mit einem sympatischen ´ist ja alles nur halb so schlimm´ nach hause. wenn es so etwas wie ein britisches kino gibt, dann fällt ´east is east´ genau in diese kategorie. echt klasse!