Hearts in Atlantis - Das Rätsel eines Sommers

 USA/Australien 2001

Hearts in Atlantis

Drama, Literaturverfilmung, Thriller 15.02.2002 101 min.
6.90
Hearts in Atlantis - Das Rätsel eines Sommers

Die Freundschaft mit einem geheimnisvollen Fremden öffnet einem 11jährigen eine neue Welt. Mystery nach einer Romanvorlage von Stephen King.

Der Fotograf Bobby Garfield (David Morse) wird plötzlich und unerbittlich an seine Jugend erinnert, als er vom Tod seines einstigen Sandkastenfreundes erfährt. Bobby kehrt in die Stadt seiner Kindheit zurück - und in Gedanken erlebt er die Vergangenheit noch einmal: jenen Sommer 1960, als er elf Jahre alt war.

Damals sind Carol (Mika Boorem) und Sully (Will Rothhaar) seine besten Freunde. Bobby wohnt mit seiner Mutter Liz (Hope Davis) in einer Pension. Liz ist allerdings vollauf mit sich selbst beschäftigt. In das obere Apartment der Pension zieht in diesem Sommer ein neuer Mieter namens Ted Brautigan (Anthony Hopkins). Von der verbitterten Mutter erfährt Bobby wenig über seinen vor langer Zeit gestorbenen Vater, doch Ted füllt diese Lücke. Er kann zuhören, erweist sich als väterlicher Freund und eröffnet dem Jungen eine unbekannte, größere Welt.

Aber auch Ted muss mit einer schweren Vergangenheit fertig werden - was Bobby verwirrt und beunruhigt. Eines Tages schlägt Ted dem Jungen vor, für ihn zu arbeiten. Dabei geht es durchaus nicht nur darum, die Zeitung vorzulesen, damit der alte Mann seine Augen schonen kann - Ted braucht Bobbys Hilfe, um sich vor jenen Mächten zu verbergen, die ihn verfolgen. Als sich der letzte Sommer in Bobbys Kindheit dem Ende zuneigt, sieht der Junge mit Teds Hilfe seinen Vater in einem ganz neuen Licht, er bekommt eine Ahnung von den Chancen, die ihm das Leben und die Liebe bieten.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Teds Verfolger spüren ihn auf. Bobby sieht sich plötzlich gezwungen, tief aus seinem Inneren Kräfte zu mobilisieren, die er sich nie zugetraut hätte: Er lernt, Mut zu beweisen und Unrecht zu verzeihen. Und der erwachsene Bobby, der die Stätten seiner Kindheit besucht und an den Sommer vor vielen Jahren zurückdenkt, erhält durch eine unverhoffte Begegnung die Gelegenheit, seine Reise in die Zeit zum Abschluss zu bringen...

Details

Anthony Hopkins, Anton Yelchin, Hope Davis, Mika Boorem, David Morse, Will Rothhaar, Dierdre O'Connell, u.a.
Scott Hicks
Mychael Danna
Piotr Sobocinski
William Goldman, nach Stephen King
Watner Bros.

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Junge und der alte Mann
    Dass Scott Hicks ein echter Könner ist, wissen wir spätestens seit ‘Shine’. Hier ist ihm ein kleiner, aber feiner Film gelungen, in dem eine gewisse Atmosphäre durch nostalgische Rückblenden, den begleitenden Kommentar aus dem Off, die gängige Musik der 60er Jahre und die alles dominierende Figur von Anthony Hopkins geschaffen wird. Er adelt den Film. Besonders seine deutsche Synchronstimme verleitet zu einem genussvollen Zurücklehnen. Die Freundschaft zwischen einem Elfjährigen und einem geheimnisvollen Untermieter, der hellseherische Fähigkeiten hat, ist mehr als nur ein pubertäres Phänomen. Das Erwachsenwerden und der erste unschuldige Kuss werden sehr gefühlvoll dargestellt und mit dem Überlebenskampf der Mutter (eindrucksvoll komplex Hope Davis) kontrastiert. Und die nur verschwommen angedeutete Thriller-Komponente bringt auch noch etwas Spannung mit sich. Sollte man gesehen haben.

  • eine Themaverfehlung?
    Soll man einen auf einer Vorlage basierenden Film im Zusammenhang mit eben jener zusammen betrachten und vergleichen oder als eigenständiges Werk ansehen? Der Film, trotz der Möglichkeiten die ihm die Geschichte bietet, nämlich das Ende der Kindheit und der Übergang zum Erwachsenwerden, kratzt kaum an der Oberfläche. Die Konflikte werden handzahm ausgetragen, es besteht keine Gefahr, daß der Zuseher dadurch betroffen gemacht wird. Eine große Möglichkeit, nämlich das Lebensgefühl der 50er Jahre in Amerika wiederzuerwecken, wird vollkommen vergeben. Das einzige was dem Regisseur dazu einfällt sind Songs aus der Zeit und die dazu passenden Props, Atmosphäre baut sich allerdings keine auf. Ständig hat man das Gefühl, sich in einem für das Fernsehen geschriebenen und inszenierten Film zu befinden, der über Anthony Hopkins den Weg ins Kino gefunden hat. Aber gerade Hopkins kann dem Film auch nicht besser machen, er ist hier einfach fehl am Platz. Er scheint es auch zu wissen, man sieht es deutlich, wenn man seinem gleichgültigen physischen Spiel folgt. Geradezu, als ob sein Körper sich dagegen wehrt diese Rolle zu spielen. Er hat eine zu große Präsenz und von Beginn an ist man eigentlich der Meinung, er brauche sicher nicht die Hilfe eines kleinen Kindes. Er ist niemand der unter Druck steht und sich verfolgt fühlt. Aber genau das, und jetzt vergleiche ich mit der Vorlage, ist Ted Brautigan. Eine kleine Themaverfehlung? Der gesamte Charakteraufbau von Ted Brautigan und Bobby´s Mutter, ganze Szenen, etwa die Verprügelung von Carol und der vermeintliche Kindesmißbrauch danach, die Stephen King in einer realistischen Stimmung gezeichnet hat, sind besonders im Vergleich mit der Vorlage, erschreckend schwach ausgeführt. Und viele Kleinigkeiten, die für die Koherenz sehr wichtig wären, werden ignoriert. Ein Regisseur, dem, wie einem schwachen Redner die rethorischen Mittel fehlen, die Vorstellungskraft fehlt, mit Bildern eine Geschichte zu erzählen. Aber einen Grund sich den Film doch anzutun gibt es: Die 14jährige Mika Boorem, die Darstellerin von Carol. Sie hat, wenn sie Glück hat, noch eine große Zukunft vor sich. Ein so natürlich agierendes Kind habe ich schon lange nicht in einem Film gesehen. Andererseits.. ist denn Kindsein Schauspielerei? Jedenfalls ist ihr das Beste zu wünschen!

    Re: eine Themaverfehlung?
    Wollte eigentlich einen Steven Kingfilm sehen, vermißte aber die klassischen Elemente.Schade!!Bin aus dem Film gegangen und wußte nicht, ob ich möglicherweise eine "versteckte message" übersehen hatte.
    Scheinbar aber doch nicht.
    Gut fand ich die filmischen Elemente der strategischen Dramaturgie, die er sicher mit Erfolg verwendet hat.
    Ich schließe mich dieser Kritik allerdings voll an.
    aboe

  • tip
    in der review (die aus obigem link) wird kritisiert, daß "dunkle Mächte" Ted verfolgen und ihn entführen wollen, und daß dies - typisch Stephen King - den Film nur stören würde. Dazu muß man - als King Fan ;-) - wissen, daß dieser Teil der Geschichte nicht zufällig irgendwas fantastisches ist, damit halt so ein Element auch drin ist; es geht dabei vielmehr um die Verbindung der Geschichte mit Kings großem Romanprojekt rund um den "dunklen Turm", worin er nahezu alle seine Romane zu einer großen, meiner Meinung nach wunderbaren Geschichte verwebt.

    Möge Roland und Gefährten den Turm erreichen! :-)

    Re: tip
    Ja fast alle King Romane spielen irgendwie zusammen. vielleicht ist es desshalb so schwierig seine Bücher zu verfilmen.

    P.S. Schreibt er die Saga um den dunklen Turm weiter? Hab da was von Pension gehört. Wäre wirklich schade!

    Re: Re: tip
    ich habe gehört, daß King die restlichen Teile (ich glaube, 3 Bücher sind geplant) vom Dunklen Turm nun doch auf einen Sitz veröffentlichen möchte. Jedenfalls ist das mit der Pension schon wieder dementiert :-) zum glück..

    Zum Film fällt mir noch ein: Im Buch erfährt man, daß Ted es letztlich doch wieder geschafft hat, seinen Entführern (den Handlangern des Scharlachroten Königs aus der Dark Tower Serie, also aus einer anderen Welt und keineswegs - wie im Film angedeutet - "nur" amerikanische Agenten, die Ted wegen Hellseher-Spionage für Rußland festnehmen wollen!) zu entkommen. Das fehlte mir im Film. Ich bin gespannt, ob und welche Rolle Ted in den kommenden Teilen von Dark Tower spielen wird, denn lt. Buch ist er ja ein abtrünniger "Zerbrecher", der für den Scharlachroten König daran arbeiten soll, den "großen Balken" zu zerstören, den Roland & Gefährten folgen müssen, um den Turm zu finden.
    (alle Nicht-King Leser werden jetzt völlig verwirrt sein *g)

    Mir hat der Film jedenfalls sehr gut gefallen. Einmal nicht um jeden Preis action und möglichst verwirrende, komplizierte Handlung, sondern eine einfache, schöne, überaus romantische Geschichte, wie man sie heute selten im Kino zu sehen bekommt. Der Film ist auch ohne den Dark Tower Hintergrund wunderschön anzuschauen find ich.

    Re: Re: Re: tip
    STEPHEN King hat eine unheilbare Augenkrankheit und wird vielleicht nie wieder normal sehen können. Er hat bereits angekündigt aufzuhören, ´jedoch ist es nicht sicher. Somit wäre sein letztes und wirklich mitreissendes Buch "DER BUICK", wirklich spitze das BUCH!!!

    Der Film ist wirklich Spitze wenn man das Buch gelesen hat. Der Hintergrund des Filmes ist auch spitze (DUNKLE TURM).