Himmel über der Wüste

 GB/I 1989

The Sheltering Sky

Drama, Romanze, Abenteuer 138 min.
6.80
film.at poster

Ein Aufenthalt in Afrika soll der Liebe des Ehepaars Port und Kit Moresby neues Leben einhauchen. In der Fremde entfernen sich die beiden jedoch nur noch mehr voneinander...

Marokko 1947: Nach zehn Ehejahren reisen die amerikanischen Intellektuellen Port und Kit Moresby (John Malkovich und Debra Winger) in Begleitung ihres wohlhabenden Freundes Tunner nach Afrika. Fern der Zivilisation hofft das kultivierte Paar, seiner abgestumpften Beziehung neues Leben einhauchen zu können. Doch der Plan geht nicht auf. Streit und Betrug sind an der Tagesordnung, während sich die Eheleute in immer abgelegenere Gegenden vorwagen.

Als sich Port und Kit endlich wieder einander nähern, geschieht das Unfassbare: Port stirbt an Typhus. Wie in Trance schließt sich Kit einer Karawane an, wird zur Geliebten eines Tuareg und zieht weiter durch die Wüste. Als Tunner sie schließlich findet, ist sie völlig verstört. Er will sie wieder in die USA bringen, doch für Kit gibt es kein Zurück mehr...

Details

Debra Winger, John Malkovich, Campbell Scott, Jill Bennett, u.a.
Bernardo Bertolucci
Ryûichi Sakamoto
Vittorio Storaro
Mark Peploe

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Wüste ist tot
    Um es gleich vorweg zu nehmen: den Roman habe ich gemocht, den Film nicht. Bei der Druckvorlage hat die Fantasie freien Spielraum und erhält nur von Zeit zu Zeit Denkanstöße. Im Film verzaubern einen die wunderschönen Wüstenlandschaften bei Tag und bei Nacht, aber die Akteure bleiben farblos eindimensional ebenso wie die ganze Handlung. Das Ehepaar im Film ist unerfreulich unentschlossen, irgendwie hin und hergerissen, abweisend fremd. Im Roman begreift man das Verhältnis als klar distanziert und emotionslos.
    Ehefrau Debra Winger reist mit Mann (John Malkivich) und Freund (Campbell Scott) durch Nordafrika. Ein Selbstfindungstrip also, für alle Beteiligten. Was sie findet und ob überhaupt etwas sei dahingestellt. Sie schaut immer nur so gedankenverloren drein. Selbst nach dem Tod ihres Mannes und der Transformation zur Beduinenfrau, weiß man nicht so recht, was sie eigentlich will. Ehe kaputt, Ehemann tot, die große, endlose Wüste eine einzige Leere. Wenigstens nimmt ein Beduine den Dampf aus ihrem Kessel. Aber nur für kurze Zeit. Also auch keine Lösung. Als Rahmenhandlung tritt ein alter Mann in Erscheinung und rundet das Geschehen durch seine philosophischen Betrachtungen ab. Es ist der echte Romanautor! Einziger Lichtblick ist das mitreisende Mutter-Sohn Pärchen: Jill Bennett und Timothy Spall setzen mit ihrer unfreiwilligen Komik eine Kontrapunkt zur dahindämmernden Handlung. Bleibt ein schaler Geschmack beim Blick zum Himmel, der laut Originaltitel ja schützen soll.