Ikarus (2001)

 A 2001
Drama 19.04.2002 ab 12 90 min.
5.00
Ikarus (2001)

Nach anderthalb Jahren kehrt Lena in ihr Heimatdorf in Tirol zurück und wird von ihrer Vergangenheit eingeholt.

Lena (21) verliert ihren Freund, ihren Job, ihre Wohnung in Wien, und steht mit einem Schlag ohne Allem da. Ohne Arbeit, ohne Platz, wo sie bleiben könnte. die bevorstehende Beerdigung ihres Großvaters kommt ihr deshalb gar nicht so ungelegen. Ein willkommener Vorwand um vorerst nach Hause zurückkehren zu können, ohne das Gesicht zu verlieren.

Lena kommt nach anderthalb Jahren in ihr Heimatort, Hochleiten, ein Dorf in den Tiroler Bergen. Allmählich beginnt Lena zu hoffen, hier wieder Fuß fassen zu können, in der alten Umgebung einen Platz für sich selbst zu finden und die Anerkennung der anderen zu bekommen. Sie ist hier jedoch bereits Fremdkörper geworden, ein Störfaktor in der gewohnten Umgebung.

Lena wird von der Welt eingeholt, der sie eigentlich entfliehen musste und wollte: Da ist Pichler, der sich mit seinem Hausbau so sehr übernommen hat, dass er Gefahr läuft, alles, auch seine Familie zu verlieren. Joe, der sich mit seiner unsinnigen Nerzfarm seinem Vater gegenüber beweisen will. Da ist Sebastian, in den Lena einmal verliebt war, der seit Jahren an einer Cessna arbeitet und schon selbst nicht mehr daran glauben will, dass sie einmal fliegen wird. Clara, ehemals Lenas beste Freundin, die eben diesen Sebastian jetzt liebt. Karin und Ines, beide halb Kind, halb erwachsen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit Sexualität konfrontiert werden. Und nicht zuletzt Ida, Lenas Mutter, die - über dessen Tod hinweg - die Liebe und Anerkennung ihres Vaters sucht. Eben diese Liebe und Anerkennung, derer sie selbst nicht imstande ist, ihrer Tochter zu geben.

Details

Nina Proll, Monica Bleibtreu, Simon Schwarz, Wolfgang Hübsch, Pola Claricini, Wolf Bachofner, Philippa Galli, Kathrin Resetarits, Johanna Lonsky, Nicola Etzelsdorfer, Merab Ninidze, Georg Veitl, Susi Novotny, Abdul Jalel Debbabi
Bernhard Weirather
Helmut Pirnat
Agnes Pluch, Bernhard Weirather
filmladen
ab 12

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • schade um...
    ...um nina proll. hoffentlich bekommt und nimmt sie endlich mal andere charaktere als ewig diese 'nordrand-rollen'.

  • Ikarus - Besser gut abgestürzt als gar nicht geflogen
    Ein nicht allzu dramatisches ländliches Sozialdrama, das die Unterschiede zwischen Großstadt und ländlichem Raum hinsichtlich der gesellschaftlichen Entwicklung anhand der Hauptfigur sehr deutlich aufzeigt.
    Die Heimkehrerin Lena scheitert vor allem daran, daß die Dorfbewohner einschließlich ihrer Mutter durch traditionelle und wirtschaftliche Zwänge nicht in der Lage sind, der Werteskala der fortschrittlichen Städterin zu folgen: daß sie nämlich Liebe und Zuneigung über alles stellen. Lena stößt entweder auf Ablehnung, verletzt unbedacht andere, bringt das dörfliche Gefüge ungewollt ins Wanken. Einzig in der Beziehung zu ihrer kleinen Schwester kann sie ihr Lebensprinzip verwirklichen. Aber da sie sich selbst mittlerweile wieder zu sehr auf die dörflichen Strukturen eingelassen hat, kann sie ihrer Schwester nicht liebend beistehen, als diese danach verlangt.
    Die Chancen auf Glücklichsein sind am Land genauso wie in der Stadt nicht allzu groß. Das Drama besteht darin, daß man als einzelner daran nichts ändern kann.
    Was den Nina-Proll-Filmen, die ich bis jetzt kenne, fehlt, ist der Humor. Der nackte Realismus wirkt ein wenig deprimierend, im Vergleich zu "Nordrand" werden aber mehr künstlerische Stilmittel eingesetzt, die den Film angenehmer machen. Eine oder zwei Szenen regen sogar zum Lachen an, alles Übrige hauptsächlich zum Nachdenken.

    Re: Ikarus - Besser gut abgestürzt als gar nicht geflogen
    ich schätz mal "komm süßer tod" hast du nicht gesehen. nina proll und humor gibt es also sehr wohl. aber schon wahr, die proll könnte abwechslungsreichere rollen spielen, als ihr jetzt angeboten werden. aber in diesem fall wäre humor völlig falsch und unangebracht.
    "ikarus" ist ein sozialkritischer und typisch österreichischer film. nix wirklich besonderes wenn man ehrlich ist.

    die kritische, pessimmistische oder sarkastische schiene wird hierzulande offensichtlich in den letzten jahren genauso konsequent verfolgt wie die bumm-dresch-unrealismus-polizeifilm-schi ene des deutschen films. mir sind jedoch nina proll und ihre probleme in "ikarus" zehn mal lieber als till schweiger mit knarre. gähn.

    der film zeigt österreich wie es ist und wie es immer bleiben wird. provinziell, spießig und ein bisserl deprimierend. ein solider film isses auf jeden fall.