In weiter Ferne, so nah!

 D 1993
Drama, Romanze, Fantasy 164 min.
7.30
In weiter Ferne, so nah!

Fortsezung zu "Der Himmel über Berlin".

Engel Cassiel (Otto Sander) hat die Lust am himmlischen Dasein verloren. Tagaus, tagein beobachtet er die Menschen und ist dazu verurteilt, das Leben immer nur als Zeuge und als Teilnehmer zu erleben. Schließlich wechselt Cassiel die Seite und wird zum Menschen. Doch seine menschliche Existenz ist nicht vom Glück verfolgt, und Cassiel wird in seiner Not Assistent eines Gangsters. Als er aber erkennt, mit welchen Mitteln sein vermeintlicher Freund Geschäfte macht, entschließt er sich zum Eingreifen.

Details

Otto Sander, Bruno Ganz, Nastassja Kinski, Peter Falk, Heinz Rühmann, Michael Gorbatschow, Willem Dafoe, u.a.
Wim Wenders

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Von Engeln und anderen Helden
    Das ist nicht nur eine Fortsetzung, das ist eine Steigerung!
    Es beginnt mit dem titelgebenden Zitat ‘Ihr wähnt uns in weiter Ferne, dabei sind wir so nah. Wir sind Boten.‘ Das Märchen wird aus der Perspektive eines Engels (Otto Sander) erzählt, der wegen einer guten Tat die Fronten wechseln muss.
    Hiermit ist Wim Wenders ein weiterer Geniestreich gelungen. Er hat einen sehr komplexen, märchenhaften Mix geschaffen, der die deutsche Nazi-Vergangenheit streift und zusätzlich noch einen Krimi mit hineinverlegt, bei dem Zirkusartisten mit einer Trapeznummer rettend eingreifen (u.a. Solveig Dommartin). Und es gibt sogar lustige Szenen. Außerdem hat er einigen legendären Zeitgenossen mit einem Kurzauftritt ein Denkmal gesetzt. Neben seinem ‘Haus-Ensemble‘ sehen wir Weltstars wie Peter Falk und Willem Dafoe. Das alles hat Kameramann Jürgen Jürges in unvergessliche Bilder gefasst, mit kreisender Vogelperspektive vom Brandenburger Tor und der ‘Gold Else‘. Dabei wechselt er aus dramaturgischen Gründen zwischen Farbe und s/w. Als Bindeglied zwischen den verschiedenen Ebenen gibt es philosophische Betrachtungen z.B. über die Zeit: ‘Time is not money, it is the absence of it. Optische Hinweise auf Hoyerswerda oder der Name des halbseidenen, symbolträchtigen Emit Flesti (‘Time itself‘ Horst Buchholz) vergrößern den Qualitätsanspruch.
    Die Stofffülle wird sehr unterhaltsam verpackt, was wieder einmal beweist, dass große Kunst auch spannend sein kann.