Jesus, Du weißt

 Österreich 2003
Dokumentation 02.04.2004 87 min.
film.at poster

Eine Reihe von Gläubigen werden im Gespräch mit Gott von der Kamera begleitet.

Eine «filmische Beichte» hat Ulrich Seidl seine neueste Arbeit genannt. Eine Reihe von Gläubigen im Gespräch mit Gott, den Blick an der Kamera vorbei zu ihrem Tröster und Komplizen Jesus gerichtet, sprechen von ihren großen und kleinen Sorgen, ihren Versäumnissen, Verzweiflungen und Hoffnungen. Ein komischer, berührender und manchmal gnadenloser Film. Keine Bewegung macht die Kamera während der 87 Minuten, die Ulrich Seidls neuer Dokumentarfilm dauert, auf jede Musik wird ebenso verzichtet wie auf einen Kommentar des Autors. Zu Wort kommen nur sechs Gläubige, die jeweils in der Kirche aus halbnaher Distanz frontal in die Kamera, die die Position des Altars oder die von Jesus übernimmt, ihren Dank und ihre Bitten vortragen und dabei immer wieder mit der Formulierung «Jesus, du weißt» beginnen. Unterschiedliche Personen hat Seidl ausgewählt. Ein Jugendlicher beichtet seine sexuellen Fantasien und seinen Wunsch, ein Held zu sein, ein junges Paar schildert seine Beziehungsprobleme, eine Frau mittleren Alters bittet für ihren kranken Mann. Nichts Spektakuläres, manchmal sogar Lächerliches wie die Änderung des amoralischen TV-Programms beichten oder erbitten diese Menschen, für die Jesus die Funktion eines Psychotherapeuten übernommen hat. Ein in seiner Radikalität und Strenge beeindruckender Film, der Gefahr der voyeuristischen Vorführung von Menschen scheint Seidl aber nicht ganz entgehen zu können. (Walter Gasperi)

Details

Ulrich Seidl
Wolfgang Thaler, Jerzy Palacz
Ulrich Seidl, Veronika Franz
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User Kritiken


  • Wer sich für Gott oder Menschen interessiert, sollte das sehen. So etwas wurde wohl noch nie verfilmt - Menschen die Gott anjammern...Gott sei Dank hat Jesus so viel Geduld mit ihnen und nimmt schweigend das Leid auf sich.

    Re:
    werden echt nur jammernde personen gezeigt???? das finde ich komisch, denn beten zu gott kann doch so viele facetten haben. echte spiritualität findet man wohl kaum, wenn man immer nur jammert. und die großen heiligen haben beim beten eher selten gejammert.

    schade, hätte mir den film eigentlich ansehen wollen - aber so ist es wohl eher nicht sehr spannend.

    andererseits. über "the passion" wurde auch so viel quatsch geschrieben, daß ich ihn fast auch nicht sehen hätte wollen. dann habe ich es doch gewagt, und der film war sen sa tio nell!