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Filmkritik
02/14/2017

"John Wick: Kapitel 2": Der Papst braucht keine Angst zu haben

Ein Mafioso versagt dem ehemaligen Profikiller den ersehnten Rückzug ins Privatleben und schickt ihn zu einem Auftrag nach Rom, wo sich Wick wieder einer unglaublichen Schar von Feinden gegenübersieht.

„Diesmal rastet er aus, weil sie seinen Lieblingshamster umbringen.“ Das war die – natürlich nicht ernst gemeinte - Theorie einer Kollegin über den Handlungsverlauf von Teil 2 der Profikiller-Saga. Zum Glück muss diesmal wirklich kein Tier leiden, um Keanu Reeves erneut in Tätigkeit zu versetzen. Die Geschichte mit dem Hund wirkt aber immer noch nach. Man kann ihn zwar nicht mehr lebendig machen, doch zumindest sein Auto kann Wick sich wieder zurückholen. Daher dienen die ersten paar Filmminuten dazu, das Kapitel mit den Russen endgültig zum Absch(l)uss zu bringen.

Ein besorgter Franco Nero

Seinen verdienten Ruhestand darf Wick dann aber noch immer nicht antreten: nun mischen sich nämlich die Italiener ein und zwingen ihn dazu, einen Auftrag in Rom zu erledigen. Als nette Überraschung sitzt ihm dort plötzlich Franco Nero gegenüber und erkundigt sich zunächst besorgt, ob etwa der Heilige Vater der Grund für Wicks Besuch ist. Nein, der Papst hat von ihm nichts zu befürchten, dafür aber fast alle anderen Italiener, falls sie für die Mafia arbeiten.

Einer gegen alle

Sehr schnell befindet sich unser Held in eben jener Situation, die wir bereits aus dem ersten Kapitel kennen und lieben: er sieht sich einer unglaublichen Zahl an Feinden gegenüber, denn seine ehemaligen Berufsgenossen tun alles, um sich eine Riesenprämie zu verdienen, die auf seinen Kopf ausgesetzt wurde.

Wick holt sich pausenlos neue Schrammen und läuft die ganze Zeit mit blutigem Gesicht durch die Gegend (d.h., falls er überhaupt noch laufen kann, weil auch seine anderen Körperteile in Mitleidenschaft gezogen werden). Dabei ist er wirklich in allen Gesellschaftsschichte unterwegs: nicht nur auf dem spiegelglatten Parkett der High Society, sondern ebenso im Obdachlosenmilieu, wo er in Laurence Fishburne einen vorübergehenden Verbündeten findet; und natürlich spielt auch das Continental-Hotel, wo für Killer ganz spezielle Regeln gelten, wieder eine wichtige Rolle.

Surreale Settings

Die Schauplätze der gewaltigen Shootouts werden übrigens immer surrealer: es beginnt in einer Garage, geht in den römischen Katakomben weiter, setzt sich in einem amerikanischen Museum fort und endet in einem farbenfrohen Spiegelkabinett, das Teil einer Installation ist. Und da Wick nach wie vor gut im Schuss ist, müsste man schon ein Genie im Kopfrechnen sein, um am Ende fehlerfrei angeben zu können, wie viele Kopfschüsse er diesmal ausgeteilt hat.

Die Fortsetzung bleibt demnach mindestens ebenso rasant wie der Vorgängerfilm und es gelingt Regisseur Chad Stahelski, die an und für sich ziemlich eintönige Action durch interessanten Settings und coole Figuren aufzupeppen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Kapitel 3 kann somit in absehbarer Zeit beginnen – John Wick, schießen Sie los!

7 von 10 schusssicheren Anzügen

franco schedl

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Der ehemalige Auftragskiller muss erneut tätig werden: diesmal verschlägt es ihn nach Rom, wo ihn einige der gefährlichsten Killer herausfordern.