Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen

 USA 1954

Johnny Guitar

Drama, Western 110 min.
7.70
Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen

Hätte Ray nur diesen einen Film gedreht, ein Platz im Pantheon des Kinos wäre ihm sicher.

Die geschäftstüchtige Besitzerin eines Spielcasinos in Arizona zieht wegen ihrer Grundstücksspekulation den Haß der Rancher, insbesondere einer Rivalin, auf sich. Nach Gewaltausbrüchen, die im Duell der Frauen gipfeln, finden die Überlebende und ihr vorbestrafter Geliebter endlich Frieden - ohne Spielhöllen und ohne Pistolen.
Rays sanfter Lyrizismus trifft auf seine Faszination für Gewalt: eine ikonoklastische Kollision, in deren Furor sich schon die spätere Genre-Enthemmung durch den Italowestern abzeichnet.Länge: 110 Min.

Details

Joan Crawford, Sterling Hayden, Mercedes McCambridge, Scott Brady, Ward Bond, Ernest Borgnine ua.
Nicholas Ray
Victor Young
Harry Stradling
Philip Yordan nach Roy Chanslor

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Schwarz gegen Gelb
    Ein Western Klassiker von Regie Legende Nicholas Ray. Seine Bildkompositionen waren 1954 bahnbrechend und seine komplexe Handlungsführung genial. Viele der hier agierenden Unbekannten, wurden später Kinostars (z.B. Borgnine, Caradine).
    Hier liefern sich zwei Frauen ein Duell auf Leben und Tod. Die Barbesitzerin Vienna (Diva Joan Crawford) und die Anführerin der Viehzüchter Emma (Mercedes McCambridge). Unterschwellig ist aber noch weit mehr im Busch. Vienna plant Investitionen wegen des zu erwartenden Eisenbahnbaus, der Emma und die Viehzüchter behindern würde. Sie holt Johnny Guitar Logan (Sterling Hayden) zum persönlichen Schutz und hatte mal ein Verhältnis mit ihm. Der Bankräuber Ted (Scott Brady) macht sich Hoffnungen auf Vienna und auf Emma.
    So entsteht ein vielschichtiges Geflecht von Beziehungen und Situationen, die ganz unprätentiös Spannung erzeugen. Dazu gibt es geschliffene Dialoge mit auffallend viel unterschwelliger Ironie. (‘ Was hält dich nachts wach?‘ – ‘Träume, böse Träume‘.)
    Manche Einstellungen sind symmetrisch (z.B. der Showdown der Heldinnen in Gelb und Schwarz) oder choreographisch wenn die Verfolgertruppe geschlossen vortritt. Dialoge und Handlung ergänzen sich, obwohl es äußerlich zwei Paar Schuhe sind: für Johnny und Vienna kommt das vorübergehende Aus im Gepräch, während die Mine in die Luft fliegt. Ein Wasserfall dient als Eingang zum Versteck und wird dramaturgisch genutzt. Die Situation ist spannend nicht nur, weil es zwei Hähne und eine Henne gibt, sondern auch weil die Entwicklung geistreich und spitzfindig vorangetrieben wird.
    Und ganz am Ende – nach leichten Blessuren – fährt die Actionkutsche gen Himmel: in den, der voller Geigen hängt. Peggy Lee singt ‘I love you‘ und Johnny schließt Vienna küssend in die Arme. Immer wieder gut.