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05/09/2022

"Doctor Strange in the Multiverse of Madness": Wer sind die Illuminati?

Die geheime SuperheldInnen-Gruppe wird im Film zwar als nett-harmlose Cameo-Spielerei verbraten, doch hinter ihr steckt mehr ...

von Manuel Simbürger

Achtung, Spoiler!

"Doctor Strange in the Multiverse of Madness" ist ein kunterbunter wilder Ritt durch verschiedene Universen und Realitäten, der nicht nur mit unserer Wahrnehmung und Genre-Zugehörigkeiten, sondern auch mit unseren Erwartungen spielt.

Seit Ankündigung des Films gingen Fans davon aus, dass wir alternative Versionen der beliebten Marvel-HeldInnen zu Gesicht bekommen werden, was sich aber nur teils erfüllte: Einen bösen (und grausigen) Doctor Strange wird's geben, einen bösen Iron Man, unter dessen Kostüm ein ganz besonderer Top Gun, ähm, Star steckt, jedoch leider nicht. 

Was sich jedoch bewahrheitet hat, ist unsere News vom März: Ja, die Illuminati spielen eine Rolle im Multiversum-Chaos. Und ja, das wurde nicht ganz so umgesetzt, wie wir es gern gehabt hätten. Und nein, mit den Comics haben die Film-Illuminati tatsächlich wenig zu tun:

Illuminati: Die neuen Avengers?

Auf Erde-838, also einem Paralleluniversum, muss Doctor Strange den geheimnisvollen Illuminati entgegentreten. Die enthüllen ein schockierendes Geheimnis über sein Alternativ-Ich, was in Strange wohl die Angst aufkeimen lässt, ob auch in ihm eine böse Seele steckt. Diese Illuminati wurden eigentlich vom Erde-838-Doctor-Strange ins Leben gerufen, aber der lebt mittlerweile nicht mehr – weil er, besessen von dunkler Magie, von seinen KollegInnen gekillt werden musste.

Auch wenn am Ende die sechs Illuminati-Mitglieder nicht mehr als Fanservice darstellen und im Grunde bloß den Zweck von zwar netten, aber belanglosen Cameo-Auftritten erfüllen, sind sie doch ein Hinweis darauf, dass sich das MCU der Möglichkeit öffnet, neue Gruppen von mächtigen HeldInnen einzuführen und sich vom "Die-Avengers-sind-immer-und-der-Weisheit-letzter-Schluss"-Prinzips zu  entfernen. Immerhin beschützen auch die Illuminati ihre Erde – jedoch aus dem Verborgenen heraus, im krassen Gegenteil zu den Avengers also.

Schon allein deshalb wollen wir euch die Illuminati näher vorstellen – und weil die Begleitung des Autors dieser Zeilen während des Kinobesuchs ins Ohr flüsterte: "Wer sind die Maxln da?"

Benedict Cumberbatch als Doctor Strange

Das neue Illuminati-Line-up

In den Comics wurden die Illuminati von Michael Bendis und David Finch im Rahmen der Serie "New Avengers" vorgestellt. Die Mitglieder der Illuminati repräsentieren jeweils die verschiedenen Welten des Marvel-Universums. Das originale Line-Up besteht aus Iron Man, Mr. Fantastic, Professor X, Black Bolt, Namor the Sub-Mariner und Doctor Strange.

In "Doctor Strange in the Multiverse of Madness" entschied man sich für eine andere Zusammensetzung: Hier muss Doctor Strange Professor X, Black Bolt, Mr. Fantastic, Baron Mordo, Captain Carter und Captain Marvel Rede und Antwort stehen. Die Gender-Balance ist im Film somit auf jeden Fall ausgeglichener als in den Comics.

Professor X

Der Auftritt von Patrick Stewart als Professor X, ikonischer Gründer und Anführer der X-Men, wurde bereits im Trailer angeteasert und sorgte für Freudentänze bei Fans. Der mächtige Telepath, der auch der Vorsitzende dieser Illuminati sein dürfte, ist der einzige, der Scarlet Witch ernsthaft etwas entgegenzusetzen hat – zumindest fast. 

Sein gelber schwebender Rollstuhl im Film ist eine Hommage an die 90er-Jahre-Zeichentrickserie über die X-Men, die heute Kultstatus genießt. Und: Heißt der Auftritt von Professor X, dass endlich auch die X-Men zum MCU stoßen? Aktuell zumindest stehen alle Zeichen dafür auf X ...

Captain Carter

Mit der weiblichen Version von Captain America haben wir bereits in der animierten Marvel-Serie "What If ...?" Bekanntschaft gemacht – und waren hellauf begeistert. Diesmal ist nicht Steve Rogers, sondern seine große Liebe (und S.H.I.E.L.D.-Mitgründerin) Peggy Carter der patriotische Held beziehungsweise Heldin der Nation, ikonischer Schild freilich inklusive. Und obwohl sie nicht über die Superkräfte ihrer KollegInnen verfügt, schlägt sie sich überraschend wacker – und lange! – im Kampf gegen Scarlett Witch.

Dargestellt wird Captain Carter von Hayley Atwell, die ihre Rolle bereits in früheren MCU-Filmen sowie in ihrer eigenen Serie "Agent Carter" (die nach der zweiten Staffel viel zu früh abgesetzt wurde) spielte. 

Kinostart von "A Quiet Place 2" mit Krasinski verschoben

Reed Richards / Mr. Fantastic

Wenn wir uns schon in der Chef-Abteilung befinden: Auch Reed Richards alias Mr. Fantastic ist der Anführer einer SuperheldInnen-Gruppe, nämlich der berühmt-berüchtigten Fantastic Four (deren Ausflüge auf die Leinwände nie so recht klappen wollen). Er ist der Ehemann von Susan Storm und besitzt die Fähigkeit, seinen Körper gummiartig in die Länge zu ziehen. 

Dass John Krasinki in die Rolle des Mr. Fantastic schlüpft, ist freilich kein Zufall. Immerhin geht bereits seit Langem das Gerücht um, dass Marvel Studios an einer Fantastic-Four-Serie arbeitet – und eben Krasinski Reed Richards spielen soll. Spielerische Meta-Ebene oder tatsächlich ernstzunehmendes und zukunftsweisendes Easter Egg?

Karl Mordo

Der Karli hat die größte Rolle der Illuminati inne – zumindest in "Doctor Strange in the Multiverse of Madness": In unserer Welt der Erzfeind von Doctor Strange, ist hier auf der Erde-838 sein Freund und Verbündeter, der aber letztlich trotzdem zu einer List greift, um sein Universum zu schützen. Mordo ist der mächtige Chef-Magier (Sorcerer Supreme) und Meister der mystischen Künste. Chiwetel Ejiofor stellt ihn erneut dar. 

Black Bolt

Wenn ihr zu jenen wenigen Menschen gehört, die die Marvel-Serie "The Inhumans" gesehen haben, werdet ihr im Kino einen Aha-Moment erlebt haben. Alle anderen (und das werden die meisten sein) dürften nur ahnungslos mit den Schultern zucken: 

Black Bolt (Anson Mount) ist der Herrscher der Inhumans, einer Spezies von Super-KriegerInnen, die außerirdische Gene in sich tragen. Kaum macht er den Mund auf, wird Black Bolt zur tödlichen Waffe – und zwar nicht wegen pointierter und messerscharfer Gags, sondern aufgrund von Schallwellen, denen so gut wie niemand standhält – außer Scarlet Witch natürlich ... Eigentlich ein tragischer Held, aber sowohl Serie als auch Film verschenken das Potenzial dieser Figur auf ganzer Linie. 

Captain Marvel

Eine klassische Alternativ-Version ist Maria Rambeau (wuchtig dargestellt von Lashana Lynch) alias Captain Marvel: Eigentlich müssen wir uns ja mit Carol Danvers (Brie Larson) wohl oder übel als Captain Marvel zufrieden geben, auf der Erde 838 wurde ihre BBF Maria zur Superheldin. Das ist keine sonderlich spannende Hintergrundgeschichte, aber ein nettes und unterhaltsames Gedankenexperiment.

Neben Professor X erweist sich Captain Marvel als härteste Herausforderung für Scarlet Witch – und wir wünschen uns tatsächlich, dass wir noch mehr von ihr zu sehen bekommen, Tod hin oder her. 


"Doctor Strange in the Multiverse of Madness" läuft derzeit in unseren Kinos. Hier geht's zu den Spielzeiten!

 

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