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Oscar-Verleihung 2020
02/10/2020

Oscar-Gala 2020: Eine Timeline

Wir haben bei der Live-Übertragung mitgeschrieben, damit Ihr chonologisch nachvollziehen könnt, was während der Gala passiert ist.

von Franco Schedl

02:00 Beginn der 92. Oscar-Gala im Dolby Theatre. Erneut ein Abend ohne fixen Moderator: der Auftakt ist diesmal ganz musikalisch - zunächst im Zeichen von "Der wunderbare Mr. Rogers", dem Film mit Tom Hanks als Kinderonkel der amerikanischen Nation. Die schwarze Sängerin Janelle Monae schlüpft in die traditionsreiche rote Weste und defiliert durch die erste Publikumsreihe, wo sie Stars begrüßt und besonders vor Hanks stehen bleibt. Und dann geht es auf der Bühne mit einem mitreißenden Musical-Song und vielen Backgroundtänzerinnen weiter. Ein paar Stars werden zum Mitsummen aufgefordert und Monae liegt beim Singen einmal sogar auf dem Rücken.

02:06 Steve Martin und Chris Rock übernehmen dann die eher zahme Eröffnungsmoderation. Martin kommt neben dem redefreudigen Rock kaum zu Wort. 

02:10 Der erste Oscar wird an den besten Nebendarsteller vergeben: Brad Pitt holt sich für "Once Upon a Time in Hollywood" seinen zweiten Oscar (allerdings den ersten für eine Schauspielrolle) - er konnte sich gegen Tom Hanks, Anthony Hopkins, Al Pacino und Joe Pesci durchsetzen. Pit kann sich zunächst eine kurze Anspielung auf das gescheiterte Impeachment-Verfahren gegen Trump nicht verkneifen, bedankt sich bei Tarantino und widmet den Oscar dann seinen Kindern.

02:23  Nun ist der beste animierte Spielfilm an der Reihe: "Toy Story 4" macht das Rennen. Da wird sich Sheriff Woody aber freuen - die Filmemacher tun es jedenfalls. Gleich geflogt vom besten animierten Kurzfilm für "Hair Love"

02:28 Schaupieler Josh Gad sagt eine Gesangseinlage an: der Lockruf "Into the Unknown" aus "Die Eiskönigin 2" wird von Idina Menzel  und internationalen Sängerinnen in mehreren Sprachen dargeboten.

02:36 Die Verkündung des besten Originaldrehbuchs übernehmen Diane Keaton und Keanu Reeves. Beim Öffnen des Kuverts ist Keaton offenbar so aufgeregt, dass sie gegen das Mikro stößt. Mit "Parasite" für Joon-Ho Bong geht der erste Oscar nach Südkorea. Tarantino, der sonst ein starker Anwärter in dieser Kategorie ist, geht leer aus.

02:42  Sofort gefolgt vom besten adaptierten Drehbuch: Natalie Portman verkündet Taika Waititi als Gewinner. Für seine Arbeit an "Jojo Rabbit" nimmt er seine erste  Statuette entgegen und findet, dass sie überraschend leicht ist.

02:47 Der beste Kurzfilm ist angesagt - und zwar von Shia LaBoeuf und Zack Gottsagen (dem ungewöhnlichen Gespann aus "The Peanut Butter Falcon"). Dieser Oscar geht an "The Neighbours Window" von Regisseur Marshall Curry.

02:53 Das beste Szenenbild wird von den Komödiantinnen Kristen Wiig und Maya Rudolph präsentiert.  Die beiden behaupten zunächst, zu wütend zu sein, um weiterreden zu können, weil bei "Regie" nur Männer nominiert wurden - aber eigentlich wollten sie mit diesem Auftritt nur beweisen, dass sie auch gute Schauspielerinnen sind, verraten sie gleich hinterher.  "Once Upon a Time in Hollywood" setzt sich hier durch. Das Wiederauflebenlassen des Jahres 1969 in diesem Film ist aber auch wirklich gut gelungen.

02:58 Die besten Kostüme werden erneut von Wiig und Rudolph angesagt - diesmal allerdings singend. Ganz klar, dass "Little Women" ein großartiger Kostümflim ist und den Oscar verdient hat.

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03:01 Chrissy Metz aus "This is Us" bietet eine Gesangseinlage.

03:08 Mark Ruffalo verkündet den besten Dokumentarlangfilm: "American Factory" - ein Werk, das von Barack Obamas Produktionsfirma Higher Ground realisiert wurde.

03:13 Gefolgt vom besten Dokumentarkurzfilm: "Learning to Skateboard in a Warzone (If You're a Girl)"`- ein Film über mutige Mädchen aus Afghanistan.

03:15 Der zweifache Oscar-Preisträger Marhershela Ali wird die beste Nebendarstellerin mit einer Statuette küren. Für ihre Leistung in "Marriage Story" nimmt Laura Dern ihren ersten Oscar entgegen. Sie nennt in einer berührenden Rede ihre Eltern Bruce Dern und Diane Ladd als Inspirationsquelle.

03:25 Anthony Ramos kündigt aus dem Publikum heraus den nächsten Moderator Lin-Manuel Miranda an, der ein Special zum Thema Filmmusik  bietet: Es gibt einen Ausflug in die Filmgeschichte mit kurzen Filmclips. Gefolgt von einen Auftritt von Eminem mit "Lose Yourself" .

03:37 Der  besten Tonschnitt wird von Salma Hayek für  "Le Mans 66" vergeben.

03:40 In der Kategorie Tonmischung setzt sich "1917" durch.

03:43 Und es wird gleich wieder gesungen - diesmal von Randy Newman im Zeichen von "Toy Story 4"

03:47 Will Ferrell und Julia Louis-Dreyfus wollen die stillen Helden des Kinos ehren - nämlich die Kameraleute. Der Oscar für die beste Kamera geht - wenig überraschend - an Roger Deakins für "1917". Immerhin war das eine technische Gewaltleistung sondergleichen, diesen vorgeblichen One Take-Film zu drehen.

03:54 Ferrell und Louis-Dreyfus machen gleich weiter und kommen zum besten Filmschnitt -  "Le Mans 66" setzt sich hier erneut durch.

03:58 Tom Hanks kündigt die Eröffnung eines Oscar-Museums an.

04:04 Mit Cynthia Erivo geht es musikalisch weiter im Zeichen der ehemaligen Sklavin Harriet Tubman und einem Song aus "Harriet - Der Weg in die Freiheit".

 

04:12 Rebel Wilson kommt in einem Katzenkostüm auf die Bühne, um die Macher der besten visuellen Effekte anzukündigen, aber zunächst spielt sie auf Katzenart mit dem Mikroständer. Dann erfahren wir, dass  "1917" gewonnen hat.

04:15 Nun geht es um Makeup und Frisuren. Hier setzt sich "Bombshell" durch - Charlize Theron, Nicole Kidman und Margot Robbie sind auch wirklich toll anzuschauen - ganz zu schweigen von John Lithgow in einem enormen Fatsuit.

04:23 Der beste fremdsprachigen Film wird von Penélope Cruz präsentiert. Eigentlich kommt ja nur ein Favorit  in Frage - und tatsächlich gewinnt "Parasite". Südkorea wird nun also endlich als große Filmnation wahrgenommen.

04:27 Als nächster hochkarätiger Musikstar tritt Elton John  mit einem Song aus "Rocketman" auf und reißt das Publikum richtig mit.

04:35  Taiko Waititi hält nun einen Rückblick auf die bereits erfolge Vergabe der Ehrenoscars (unter anderem an David Lynch)

04:37 Gal Gadot, Brie Larson und Sigourney Weaver betreten die Bühne und scherzen, dass sie nach der Show einen weiblichen Fightclub gründen werden. Außerdem weisen sie darauf hin, dass erstmals in der Oscar-Geschichte eine Dirigentin das Orchester leitet, um die Musikstücke der Kategorie beste Filmmusik einzuspielen. Hier wäre die junge  Isländerin Hildur Guðnadóttir für ihre Kompositionen zu "Joker" sehr angesagt - tatsächlich gewinnt sie auch und ermutigt alle Frauen, ebenfalls eine Karriere in dieser Sparte anzustreben.

04:45 Nun ist der beste Filmsong an der Reihe.Elton John für "Love me Again"  aus "Rocketman"  ist der Gewinner. Er nimmt seinen zweiten Oscar entgegen. Songtexter Bernie Taupin ist hier natürlich ebenfalls Preisträger.

04:51 Spike Lee übernimmt die Sparte beste Regie: der Gewinner heißt Joon-Ho Bong. "Parasite" setzt sich an diesem Abend wirklich bemerkenswert durch. Der Regiesseur hält seine Dankrede auf Koreanisch und eine Dolmetscherin übersetzt simultan. Er erweist Scorsese, Tarantino und den anderen Nominierten seine Reverenz - er würde gerne die Statuette mit einer Kettensäge in 5 Teile zerschneiden.

04:46 Steven Spielberg kündigt die 'In Memoria'-Sektion an: ein Gedenken der im Vorjahr verstorbenen Filmschaffenden. Billie Eilish singt zur Einblendung der Bilder eine spezielle "Yesterday"-Version.

05:02 Die letzten drei Preise stehen noch aus und die Zeit drängt. Olivia Coleman übernimmt die Präsentation des besten Hauptdarstellers. Da kann es doch eh nur EINEN geben: Joaquin Phoenix - und so ist es auch. Er erhält für "Joker" seinen ersten Oscar und spricht von der Liebe zum Film und der Gelegenheit, seine Stimme als Schauspieler erheben zu können für den Kampf gegen die Ungerechtigkeiten in dieser Welt. Er fordert Liebe und Mitgefühl als Grundprinzipien unserer Handlungen und sieht sich  selbstkritisch als einen ehemals sehr selbstsüchtigen Menschen. Mit der Botschaft:  "Rette jemanden mit Liebe, dann wird der Frieden folgen" (eine Gedichtzeile seines Bruders River) geht er wieder ab. Gedankt hat er niemandem.

05:10 Rami Malek wird die beste Hauptdarstellerin benennen. Auch hier scheint alles klar zu sein: Renée Zellweger für ihre Rolle in  "Judy". Sie gewinnt tatsächlich und bedankt sich bei sehr vielen Personen. Sie weist speziell  darauf hin, dass Judy Garland zu Lebzeiten niemals einen Oscar erhalten hat, und Zellweger übernimmt diesen Preis somit auch stellvertretend für die große Entertainerin

05:21 Und nun zum Finale als Königkategorie der beste Film - von Jane Fonda verkündet. Eine echte Sensation: "Parasite" gewinnt als erster nicht englischsprachiger Film diesen Hauptpreis. Die Bühne ist wirklich voll bei den nun folgenden Dankesreden. Fonda beendet die 92. Gala dann mit ein paar kurzen Worten.