© Still aus "Promising Young Woman"; Focus Features

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08/19/2021

5 Gründe, warum du "Promising Young Woman" gesehen haben musst

Der Rache-Thriller "Promising Young Woman" mit Carey Mulligan ist ein Fixpunkt auf der Watchlist für das Jahr 2021.

Der Rache-Thriller “Promising Young Woman” mit Carey Mulligan sorgt in den USA schon länger für Gesprächsstoff, seit 19. August ist er auch hierzulande im Kino zu sehen. “Promising Young Woman” handelt von Cassie, deren ganzes Leben sich um eine Problematik dreht, deren Abhandlung zeitgemäßer nicht sein könnte: Rape Culture, #MeToo und die Traumata, die durch sexuelle Übergriffe entstehen und viel zu oft übersehen werden.

Achtung, dieser Artikel enthält Spoiler für “Promising Young Woman”!

Die verschlossene Cassie hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem Männer, die sich selbst als “Nice Guys” beschreiben würden, mit ihren grenzüberschreitenden, übergriffigen Verhaltensweisen zu konfrontieren. So gibt sie beispielsweise vor, stockbesoffen durch einen Club zu torkeln, obwohl sie in Wahrheit nüchtern ist. Immer wieder findet sich ein vermeintlicher Retter, der Cassie zu sich nachhause bringt, um ihre Situation auszunutzen. Als die Männer merken, dass Cassie nicht so benebelt ist, wie es schien, schlägt ihre Erregung schnell in Angst um.

Das alles macht Cassie, um den Suizid ihrer ehemals besten Freundin zu rächen, die sich nach einer Vergewaltigung, die sich auf einer Party vor den Augen zahlreicher Beobachter abspielte, das Leben nahm.

Wir haben fünf Gründe gesammelt, warum “Promising Young Woman” unbedingt auf eurer Watchlist für 2021 stehen sollte.

Das “Nice Guy”-Klischee wird nach allen Regeln der Kunst zerlegt

“Ich bin doch ein lieber Kerl”: Diese Rechtfertigung hört Protagonistin Cassie im Film von mehreren Männern, die sich alles andere als nett verhalten haben und ihre vermeintliche Trunkenheit ausnutzen wollten. Diese Szenen des Filmes zeigen, dass selbst “Nice Guys” Teil und Nutznießer von Rape Culture sind: Wollen sie die scheinbar betrunkene Cassie doch eigentlich nur in Sicherheit bringen, drängen sie sie letztendlich doch dazu, sich in ihr Bett zu legen und diverse sexuelle Handlungen einfach geschehen zu lassen. Der grausige Nachgeschmack, dass selbst die nettesten “Nice Guys” derartiges Vorgehen normal und in Ordnung finden, lässt sich nur schwer wegspülen.

Unterstrichen wird das Ganze durch die Besetzung der “Nice Guys”: Darsteller wie Adam Brody oder Max Greenfield, die tatsächlich für ihre netten Rollen bekannt sind, passen wie die Faust aufs Auge.

Die alltägliche Rape Culture wird so deutlich, dass es weh tut

Wie oft hört man doch im Zusammenhang mit #MeToo-Anklagen das Argument, dass dadurch das Leben der beschuldigten Männern zerstört werde. Auch diesem Denkmuster widmet sich “Promising Young Woman: Während das Vergewaltigungs-Opfer namens Nina nicht mehr am Leben ist und keine Chance auf eine erfüllte Zukunft hatte, nachdem ihren Erzählungen kaum jemand nachging oder Glauben schenkte, lebt Täter Al Monroe sein bestes Leben. Er steht kurz vor seiner Hochzeit und durfte nach seinem Medizinstudium eine beachtliche Karriere hinlegen.

Deutlich wird diese Problematik vor allem in einer Szene, in der Cassie an ihre ehemalige Uni zurückkehrt und mit der Dekanin spricht. Diese schwärmt gar von Al Monroes Expertise – während sie sich an Nina nicht einmal erinnern kann.

Situationen, die unter die Haut gehen

In Österreich wurden drei von vier Frauen in ihrem Leben sexuell belästigt, fast jede dritte Frau hat sexuelle Gewalt erlebt, sieben Prozent eine Vergewaltigung.

Die Momente in “Promising Young Woman”, in denen Cassie von Männern bedrängt wird, in denen sie sich gegen die Übergriffe wehrt und die Täter zur Rede stellt, werden bei vielen Frauen, die ähnliches erlebt haben, ins Schwarze treffen. Viel zu vertraut sind Date-Rape-Vorfälle, ungewollte sexuelle Handlungen oder Catcalling für viel zu viele Frauen. Zu sehen, wie Cassie die Männer zur Rede stellt, kann sich in der Tat kathartisch anfühlen.

Der Soundtrack

Der komplette Soundtrack von “Promising Young Woman” stammt – bis auf eine Ausnahme – von Frauen. Bei der Ausnahme handelt es sich um das von Anthony B. Willis aufgenommene Cover von Britney Spears’ Hit “Toxic”, das in einer besonders verheißungsvollen Szene zum Einsatz kommt.

Außerdem glänzt der Sondtrack mit Pop-Hits wie “Stars Are Blind” von Paris Hilton oder “Boys” von Charli XCX. Ein Fest für Pop-LiebhaberInnen.

Die Besetzung

Carey Mulligan fügt sich als Cassie perfekt in die Ästhetik des Filmes ein, die zwischen Bubblegum-bunt und düster wechselt, und überzeugt auf der Reise zum Höhepunkt ihres Rache-Masterplans, in dessen Dienst sie früher oder später ihr ganzes Leben stellt. Mulligans lieblicher Look, der durch Details wie niedliche Kleidung mit Obst-Print unterstrichen wird, steht im krassen Kontrast zu ihrer Mission – und man kauft ihr in jeder Sekunde von “Promising Young Woman” ab, dass diese beiden Gefühlswelten nebeneinander existieren können.

Neben Mulligan weist der Cast noch weitere bekannte Namen auf: Auch Laverne Cox, Jennifer Coolidge, Alison Brie und Connie Britton sind in dem Film zu sehen.

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