Eselshaut

 F 1970

Peau d'âne

Fantasy, Musikfilm / Musical 89 min.
Eselshaut

Rasend vor Schmerz über den Tod seiner geliebten Frau, verfällt der Blaue König der gemeinsamen Tochter, die der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Eines der ältesten Projekte Demys

Eines der ältesten Projekte Demys, die Verwandlung eines Kasperl-Spiels: ein Feentraum, Perrault gebrochen durch Cocteau gebrochen durch Grimault, also ein Film der Einsicht, in dem alles mit einer Art Blendung beginnt. Rasend vor Schmerz über den Tod seiner geliebten Frau, verfällt der Blaue König der gemeinsamen Tochter, die der Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

Doch aller Wahn hat sein Gutes, denkt sich die Patin des Mädchens, die flink-frivole Flieder-Fee: Flugs sorgt sie dafür, dass sich die junge Schöne versteckt, unter einer Eselshaut und an einem Ort, wo sie den Roten Prinzen, Thronfolger des verfeindeten Reiches, treffen wird. Eine neue Zeit könnte kommen. Ein tolldreistes Werk der Brüche und Betörungen, das sich jeder Klassifizierung widersetzt und immer somnambul sicher die High Camp-Kurve kratzt, also: die schöne Verschmelzung von Cinéma de qualité und Nouvelle Vague. (R.H.)

INHALT:
Untröstlich über den Tod seiner Frau, beschließt der Blaue König unter dem Druck seiner Berater, die eigene Tochter zu heiraten, die einzige, deren Schönheit der ihrer Mutter gleicht. Den Ratschlägen ihrer Patentante, der Fliederfee, folgend, versucht die Prinzessin ihren Vater dadurch zu entmutigen, daß sie von ihm das Unmögliche verlangt: ein Kleid von der Farbe des Wetters, ein anderes von der Farbe des Mondes, ein drittes von der Farbe der Sonne und schließlich die Haut seines Wunder-Esels, der jeden Tag Gold und Edelsteine abwirft. Als der König alle Wünsche erfüllt, rät die Fee der Prinzessin zur Flucht in den Wald, wo sie, entstellt und in die abgezogene Haut eines Tieres gehüllt, von allen verachtet unter dem Namen Eselshaut lebt. Der Rote Prinz, der zufällig an ihrer Hütte vorbeikommt, nähert sich und erblickt durch das Fenster die Prinzessin in all ihrem Glanz. Er wird von einer geheimnisvollen Krankheit befallen, vor der alle Ärzte ihre Ratlosigkeit eingestehen müssen. Der Prinz hat nur einen Wunsch: einen Kuchen, von dem häßlichen Geschöpf im Walde gebacken. Eselshaut mengt ihren goldenen Ring in den Teig. Der Prinz findet den Ring und verspricht, diejenige zur Frau zu nehmen, der dieser Ring paßt. Alle Mädchen des Königreiches drängen sich herbei. Der Ring paßt nur Eselshaut. Die Haut rutscht und enthüllt ein sonnenfarbenes Kleid. Zur Prunkhochzeit der beiden jungen Leute gesellen sich der Blaue König und die Fliederfee: Sie kommen mit dem Hubschrauber angeflogen, um ihre eigene Hochzeit anzukündigen.

Details

Catherine Deneuve, Jean Marais, Jacques Perrin, Micheline Presle, Delphine Seyrig
Jacques Demy
Michel Legrand
Ghislain Cloquet
Jacques Demy nach einem Märchen von Charles Perrault (1715)

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Fell als Tarnung
    Die vierzig Jahre merkt man dem Film schon an. Vor allem die Gesangseinlagen sind etwas gewöhnungsbedürftig. Dafür entschädigen einen aber die illustren Darsteller (Deneuve, Marais, Perrin, Seyrig), die sichtlich Spaß an der Aufführung dieses Märchens haben. Mit einigen optischen Spielereien überrascht uns Regisseur Demy dann schonangenehm, wie auch mit den prunkvollen Kostümen und den blau bzw. roten Gesichtern der Bediensteten. Aber der Hubschrauber am Ende als Transportmittel für Feen passt so gar nicht ins bisherige Bild. Alles ganz nett gemacht, unproblematisch, entspannend - ein Märchen eben. Inhaltlich kratzt der Inzestgedanke die Kleinen unter den Zuschauern wenig und die Erwachsenen sehen das alles hoffentlich nicht so eng.