Philomena

 UK/USA/F 2013
Drama 28.02.2014 98 min.
7.60
Philomena

Er hat auf höchster politischer Ebene mitgemischt. Menschelnde Schicksalsstorys öden ihn an. Aber als die fast 70jährige Philomena Lee dem arroganten Journalisten Martin Sixsmith ihre Lebensgeschichte anvertraut, wittert er eine Story.

Als Teenager wird Philomena im streng katholischen Irland der fünfziger Jahre ungewollt schwanger. Zur Strafe kommt sie in ein Kloster, in dem sie ihren unehelichen Sohn zur Welt bringt und gezwungen wird, ihn zur Adoption freizugeben. 50 Jahre lang schweigt Philomena aus Scham. Jetzt bittet sie Martin um Unterstützung bei der Suche nach ihrem Kind. Während ihrer gemeinsamen Reise auf den Spuren der Vergangenheit prallen zwei Welten aufeinander: Die fromme, warmherzige ältere Dame und der zynische Reporter bilden ein kurioses Team. Trotz aller Gegensätze freunden sie sich an - und stoßen im Verlauf ihrer Nachforschungen auf einen unfassbaren Skandal ...

Details

Michelle Fairley, Judi Dench, Steve Coogan
Stephen Frears
Alexandre Desplat
Robbie Ryan
Steve Coogan, Jeff Pope
Constantin

Kritiken

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User Kritiken

  • Super - 1
    Also, Stephen Frears ist der Sohn einer jüdischen Sozialarbeiterin und eines praktischen Arztes, und ist heute ein 73 Jähriger Regisseur der ein England geboren ist. Er ist der Regisseur von „Mary Reilly“ das war damals 1996 und jetzt kommt wieder ein Film von ihm ins Kino, mit der großartigen Judi Dench. Die ist 1934 geboren, und ist eine hervorragende britische Schauspielerin. Wieso? Naja, sie war Ensemblemitglied der Royal Shakespeare Company. Und Theaterschauspieler habe ich mal gelesen sind halt die besseren Darsteller, nun ist sie beim Film und wirkt trotz ihrer 80 Jahre viel jünger als man glaubt.

    Sie hat einen Oscar gewonnen, wurde 118 x nominiert und hat 64 Preise gewonnen. Eine hervorragende Schauspielerin halt. Dass sie 2 Golden Globe Awards hat und einen Oscar ist nicht jedem bekannt. Dieses Mal spielt sie mit dem 1965 geborenen Darsteller Steve Coogan, bekannt aus „In 80 Tagen um die Welt“ einen Film der angeblich eine Komödie ist, aber eigentlich ein Drama ist, gelacht habe Ich glaube Ich gar nicht.

    Im Film geht es um eine Krankenschwester, PHILOMENA LEE, die hat eine Tochter. Die hat eines Tages sich entschieden ihrer Tochter zu sagen dass sie einen unehelichen Sohn geboren hat. Damals war sie in Irland zu Hause, das war streng katholisch und unehelich kam einer Hexenverbrennung fast gleich. Damals hat man Frauen die nicht verheiratet waren ins Kloster geschickt. Zwangsmäßig. Die mussten dort arbeiten um für die Entbindungskosten zu sorgen. Und ihre Sünde mussten sie auch büßen. 4 Jahre hat sie 7 Tage lange in der Woche gearbeitet, nie frei gehabt, und zwar in einem Kloster mit sehr strengen Nonnen.

    Endlich war sie frei, ihre Schuld gesühnt, und sie sucht Arbeit. Täglich denkt sie an Ihren Sohn dem sie das Leben geschenkt hat, und als der Sohn 50 wurde, PHILOMENA ist längst über 70, entschließt sie sich ihn zu suchen, nicht mehr zu schweigen und ihm sagen dass sie die Mutter ist.

    Eines Tages lernt sie bei einer Party den BBC-Reporter MARTIN SIXSMITH (Steve Coogan) kennen. Der hilft ihr natürlich bei der Suche, schließlich ist es ein Film und eine gute Story, und er will darüber berichten. So kann er gleich Einschaltquoten machen. Kurz darauf entschließt sich dank seiner Hilfe die Chefredakteurin eines Boulevardmagazins diese Recherche zu finanzieren und die Story zu veröffentlichen.

    Die waren natürlich im Kloster, alles sieht anders aus, von Strenge keine Spur mehr, alles ist easy und alle Unterlagen sind bei einem Brand vernichtet worden. War natürlich kein Unfall wie der Reporter erfährt. Da ist einiges im Busch dachte er sich und findet sogar heraus dass viele Kinder damals nach Amerika verkauft wurden.

    Früher als MARTIN ein US-Korrespondent war, hat er so viele Kontakte gehabt und an die will er jetzt anknüpfen und fährt deshalb nach Washington. ANTHONY das ist die Lösung denkt er sich. Der hat sich in MICHAEL A. HESS umbenannt. Der war Berater bei REAGAN und BUSH Senior. Er ist schwul, an Aids gestorben und der hätte ihr Sohn sein können dachte er sich.

    PHILOMENA gibt natürlich nicht auf, sie versucht das Umfeld zu fragen und sie finden sogar den Sohn. MARTIN und Ihr Sohn auf einem Foto? Wie kann das sein? Sie finden MARY, die Adoptionsschwester von ANTHONY, der ja ihr Sohn ist, meint PHILOMENA. Die ist auch adoptiert worden. Sie war damals mit ihm befreundet, doch nun ist sie erwachsen und kennt ihn nicht mehr, oder doch? Dann findet sie PETE OLSSON der auch mit ANTHONY befreundet war, und dann kommt einer, ja das sollte man sich im Film angucken.

    Tolle Story - 2
    Also ich muss sagen dass der Film gut ist, er hat eine gute Geschichte, er ist intelligent, er hat eine ungewöhnliche Story, eine Story die schon lange nötig ist, er ist wie „Die unbarmherzigen Schwestern“ auch so ein arger Kloster Film. Der Film ist für 4 Oscars nominiert worden, hat 27 Preise gewonnen, und hat im ganzen 54 Nominierungen.

    Was mir am Film gefehlt hat sind so Vertuschungsgeschichten über die Kirche, der Film ist zu wenig hart, mit dem Thema, Kloster, Adoptiv-Sachen ,Nonnen, Geheimnisse, hätte der Film viel gefährlicher sein können. Er hätte so richtig drauf hauen können, er sollte weniger brav sein der Film, mehr hart und unerbittlich. Er hätte meiner Meinung nach viel besser sein können, sicher ist er nicht übel, aber mir zu brav letztendlich. Was mich wundert ist das in dem Film eine Frau, Judi Dench so spielt als würde sie wirklich nach ihrem Sohn suchen, sie glaubt und hält an dem ganzen fest ohne so richtig einen Halt zu haben, sie glaubt einfach nur, wie man halt als Christ glaubt, das finde ich wirklich positiv. Während MARTIN im Film eher derjenige ist der am liebsten alle klein schlagen könnte, nur wieso wird das nicht umgesetzt? Das verstehe ich nicht.

    Im Film ist es eine 65 Jährige Frau die von einer 80 Jährigen gespielt wird, der Film handelt sich im Jahr 2003 ab, aber das macht nichts, Judi Dench bekommt den Spagat von 15 Jahre weniger sehr gut hin. Man merkt ihr das eigentlich nicht an, ein guter Schauspieler kann alt sein und eine Jüngere Rolle haben, und wenn er gut ist siehst du ihm das nicht an.

    Super im Film ist das Drehbuch, die Dialoge hier wurde wirklich viel auf Einzelheiten und Genauigkeiten Wert gelegt und das ist wiederum gut. Nach dem Film fühlt man sich gut, hat Lust ein Kind zu adoptieren oder eine Katze oder wenigstens einen Heuschreck aus der Tierhandlung zu befreien oder eine Gelse nicht zu erschlagen, man ist einfach nach dem Film herzvoller und das ist auch wiederum gut finde ich.

    Was der Film auch gut macht finde ich, dass er einem keine Vorschriften macht, nicht sagt, he das ist richtig und jenes, jeder kann somit selber entscheiden was er für Gefühle hat und das ist eine Seltenheit heute in Kinos, aber ich glaube in britischen Filmen eher nicht, bei US-Filmen schon.

    Ich finde das Ganze kein lustiges Drama sondern ein sehr gutes das noch dazu super gespielt ist. 93 von 100 Punkten.

  • Die Suche
    Stephen Frears hat ein warmherziges Drama abgeliefert, das auf einer wahren Begebenheit beruht und das hauptsächlich von der titelgebenden Hauptfigur Judi Dench ausdrucksstark getragen wird.
    Nach 50 Jahren sucht eine Mutter ihren Sohn, den die Nonnen ihr damals, weil sie unverheiratet war, weggenommen und verkauft haben. Die ‘unbarmherzigen‘ Magdalen Sisters, die jedes Kind in Irland kennt, werden erwähnt und eine Assoziation zum Film von Peter Mullen drängt sich auf.
    Die gemeinsame Suche mit dem Journalisten Martin (Steve Coogan) ist ein Roadmovie, das vom Gegensatz der beiden Hauptfiguren lebt. Alter, Geschlecht und Bildung können kaum unterschiedlicher sein. Darauf basiert der Witz der Dialoge. Und das verhindert wiederum, dass es eine Herz-Schmerz-Geschichte wird. Außerdem nimmt der Handlungsverlauf immer wieder neue, unerwartete Wendungen und macht das ganze Unternehmend zusehends spannend.
    Frears spart nicht mit Kritik an der katholischen Kirche. Doch weil Philomena lange Zeit eine gläubige Christin war, versucht sie immer wieder mit verständnisvollen Gegenargumenten die kirchliche Position zu verteidigen. Der Szene im Beichtstuhl erhält da eine zentrale Bedeutung für ihren Sinneswandel.
    Und selbst nachdem fast alles geklärt und das Schicksal des Sohnes erforscht ist, legt Frears noch eine emotionale Schippe menschlicher Größe drauf. Das irische Symbol der Harfe führt Philomena und Martin nochmals in das Kloster des Grauens zurück. Die damals verantwortliche Schwester zeigt keinerlei Gesinnungsänderung und beharrt auf ‘Sünde‘. Philomena kann ihr schweren Herzens vergeben.
    Damit erhält eine zentrale Aussage des Films eine generelle Bedeutung: Verzeihen ist einen Eigenschaft, die nur der Mensch hat und die wertvoller ist als Rache und ideologischer Starrsinn.