Unschuldig: Jennifer Aniston zieht sich in der Komödie "We're the Millers" (fast) aus.

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05/07/2021

Mehr als "Friends": Die 10 besten Jennifer-Aniston-Filme

Wenn Jennifer Aniston drauf steht, weiß man, was man bekommt: nämlich leichtfüßige Komödien, die für gute Laune sorgen.

von Manuel Simbürger

Sie gehört zu den Gagen-Queens Hollywoods und geht es nach diversen Klatschblättern, hat sie schon mindestens eine 20-köpfige Kinderschar in ihrer Traumvilla herumrennen: Jennifer Aniston ist der mit Abstand erfolgreichste ehemalige "Friends"-Star und legte nach dem Aus der Kult-Sitcom 2004 eine Traum-Leinwand-Karriere hin.

Nach zehn Jahren Liebes-Chaos zwischen Rachel und Ross wusste die Schauspielerin, was ihre Fans sehen wollten: nämlich sie in leichtfüßigen Rom-Coms, in denen Aniston ihre komödiantische, aber auch gefühlsvolle Seite zeigt und im Grunde stets eine leicht abgeänderte Version ihrer "Rachel" in "Friends" spielte.

Jennifer Aniston mauserte sich mit Hits wie "Bruce Allmächtig" oder "... Und dann kam Polly" zur regierenden Rom-Com-Queen, deren Name beinahe ihr eigenes Genre hervorbrachte: Denn wo Jennifer Aniston drauf steht, ist Emotion und leichte Verdaulichkeit drin – und immer ein bisschen das Gefühl, dass das Ganze zwar gut ist, aber doch noch eine Spur besser sein hätte können.

Irgendwann, nämlich 2011, hatte auch Aniston von ihrem Image als America's Sweetheart genug und vollführte einen vorsichtigen, aber doch prägnanten Imagewechsel: Sie blieb dem Comedy-Fach treu, bevorzugte nun aber Komödien, deren Gags weit unter die Gürtel- und Morallinie abzielten, beispielsweise "Kill the Boss" oder "Wanderlust". Immer noch war (und ist) sie die Comedy-Queen, nun aber mit einem dreckig-verruchten Twist, was die Aniston-Persona spannender, weil verwegener, mutiger und frecher macht. 

Apropos spannend und mutig: Wie so oft im Leben bestätigen auch bei der 52-Jährigen Ausnahmen die (cineastische) Regel: In Anistons Œuvre finden sich durchaus die einen oder anderen Indie- oder Drama-Werke, die zeigen, dass die Schauspielerin wandelbarer ist, als man ihr gemeinhin zutraut. Für "Cake wurde sie gar einige Zeit als Oscar-Kandidatin gehandelt.

Die 10 besten Jennifer-Aniston-Fime:

Meine erfundene Frau (2011)

Jennifer Aniston gibt Katherine, die Assistentin von Danny (Adam Sandler). Sie soll vorgeben, seine Ehefrau zu sein, damit der so tun kann, als ob er sich von ihr scheiden lassen will, um wiederum an seine Traumfrau Palmer (Brooklyn Decker) ranzukommen. Verzwickt, das Ganze – und überraschend lustig! Auch wenn (oder weil)? "Meine erfundene Frau" am Ende ein sowohl typischer Aniston- als auch Sandler-Film ist, macht er von Beginn an gute Laune.

Weil die beiden Schauspieler*innen auch privat dicke Freund*innen sind, passt die Chemie zwischen ihnen – auch wenn Aniston als genervte, aber doch loyale Freundin Sandler, dem man den romantischen Leading-Man einfach nicht abnehmen möchte, problemlos die Show stiehlt.

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Wir sind die Millers (2013)

Anistons letzter wirklich erfolgreicher (Kino-)Film – und eigentlich hat er eine ähnliche Prämisse wie "Meine erfundene Frau", nur auf einer viel frecheren und außergewöhnlicheren Ebene: Wieder einmal muss Aniston eine erfundene Frau des Leading Man (Jason Sudeikis) geben, diesmal als bissige Stripperin Kate. Auch die Kinder sind erfunden, dargestellt von Emma Roberts und Will Poulter. Im Kern geht's um Drogen und einen Road-Trip der etwas anderen Art.

Legendär ist Anistons Stripper-Szene, die für viel Furore sorgte und wohl auch zum Erfolg des Films beitrug. Die Schauspielerin spielt hier mit ihrem All-American-Girl-Image, unter dessen Fassade jedoch eine freche und heißblütige Frau im besten Alter verborgen liegt. Aniston fühlt sich inmitten der derben Gags sichtlich wohl, ihre große Spiellaune und Natürlichkeit verhindern, dass sie neben Sudeikis zur Nebenrolle degradiert wird.

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Cake (2014)

2014 wollte es Aniston endgültig wissen und bewies nach vielen, vielen Comedy-Jahren der ganzen Welt, dass sie mehr drauf hat als zigfache Variationen der "Rachel": Im Indie-Drama "Cake" zeigt sie eine vollkommene andere Seite von sich und spielt unter der Regie von Daniel Barnz die mit Narben im Gesicht übersäte Claire Simmons, eine Frau in einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit chronischen Schmerzen. Die verbitterte Claire, gezeichnet von einem Autounfall, ist fasziniert vom Selbstmord des Gruppenmitglieds Nina, woraufhin sie ein Verhältnis zu deren ehemaligen Ehemann aufbaut.

"Cake" ist ein Film, der mit langsamem Erzähltempo und mit reichlich schwarzem Humor in die Tiefe der menschlichen Psyche blickt. Dies hinterließ bei den Kritiker*innen zwar gemischte Gefühle, Anistons Darstellung eines physischen und psychischen Wracks wurde aber frenetisch bejubelt. Bis dahin war die Schauspielerin niemals mutiger, eckiger, rauer. Endlich konnte Jennifer Aniston zeigen, dass sie auch als Charakterdarstellerin überzeugen kann. Es war ihre dramatisch anspruchsvollste Rolle seit "The Good Girl".

"Cake" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen. 

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The Good Girl (2002)

Schon gegen Ende der "Friends"-Laufzeit versuchte Aniston sich im dramatischen Independent-Fach – und das durchaus erfolgreich, sowohl Kritiker*innen als auch Fans zeigten sich begeistert und vor allem überrascht: Als 30-jährige zutiefst frustrierte Supermarkt-Kassiererin Justine möchte Aniston dem Alltagstrott und der Routine, die für sie zum Gefängnis geworden ist, entkommen. Also fängt sie eine Affäre mit dem jungen Holden Worther an, ein romantischer Freak und selbst ernannte Wiedergeburt von Holden Caulfield aus dem Kult-Roman "Der Fänger im Roggen" – von niemand geringerem dargestellt als einem jungen Jake Gyllenhaal. 

Zwischen schwarzem Humor und Alltags-Drama tänzelnd, besticht der Film durch leise und sanfte Töne, die aber deshalb umso mehr mitten ins Herz treffen. Apropos: Das Herz des Films ist natürlich eindeutig die superbe Darstellung von Jennifer Aniston, die ihrer Rolle mit viel Liebe zum Detail und Mut zum Unglamourösen große Tiefe verleiht und mit zurückgenommener Mimik und Gestik Großes aussagt. In "The Good Girl" ließ sie das erste Mal ihr "Rachel"-Image hinter sich, auch wenn der Mut für mehr Filme dieser Art in den kommenden Jahren nicht gereicht hat. Schade!

"The Good Girl" gibt's auf Amazon Prime zum Ausleihen oder Kaufen. 

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Er steht einfach nicht auf dich! (2009)

In "Er steht einfach nicht auf dich" ist Jennifer Aniston Teil eines erlesenen Star-Ensembles, das unter anderem aus Ben Affleck, Drew Barrymore, Bradley Cooper und Scarlett Johansson besteht: Es geht um Singles und Pärchen in Baltimore, die mit den Problemen beim Kennenlernen, Zusammenziehen, während einer Beziehung und auch dem Fremdgehen zu kämpfen haben. Und über allem steht stets die Frage: "Vielleicht steht er einfach nicht auf dich?"

Der Film basiert auf dem Erfolgsroman der "Sex and the City"-Autor*innen Gred Behrendt und Liz Tuccillo. Er ist eine charmante, zeitgeistige und durchaus auch sexy Komödie geworden, bei dem die großen Emotionen im Fokus stehen und die zahlreichen Schauspieler*innen durch die Bank überzeugen. Es gibt den einen oder anderen Twist und als geneigte*r Zuseher*in mag man auch so manche Tränchen vergießen.

Alles in allem ein kurzweiliger, routinierter Spaß, in dem Aniston einmal mehr beweist, dass sie mit den ganz Großen in Hollywood problemlos mithalten kann.

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Trennung mit Hindernissen (2006)

Es gab eine Zeit, da wurde Vince Vaughn tatsächlich noch für Filme gecastet – und dieser gehört zu seinen besten, wahrscheinlich auch dank Jennifer Aniston, die sich an seiner Seite buchstäblich nicht unterkriegen lässt und gewohnt mit charmanter Natürlichkeit glänzt: "Trennung mit Hindernissen" handelt von einem Paar, das sich trennen möchte, aber gezwungenermaßen nicht voneinander loskommt, weil keiner von ihnen das gemeinsame Apartment verlassen möchte. Also kommt es, wie es kommen muss: Die beiden setzen alles daran, den anderen aus der Wohnung rauszuekeln ...

"Trennung mit Hindernissen" unterläuft so manche gängige Genre-Erwartung und ist eine sanft gegen den Strich gebürstete Rom-Com. Denn wo andere Rom-Coms enden, setzt dieser Film an – nämlich nach dem "Happily ever after"! Es werden zwar genüsslich – zuweilen auch ärgerliche – Klischees zelebriert, aber es macht Spaß, Aniston und Vaughn beim Kleinkrieg zuzusehen. Die Erinnerung an den Film wird jedoch leider durch die unnötige PR-Romanze der beiden Hollywood-Stars getrübt.

"Trennung mit Hindernissen" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen. 

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Kill the boss (2011)

Aniston spielt zwar nur eine Nebenrolle in dieser schwarzen Komödie, aber es waren ihre Szenen, über die die gesamte Welt sprach – und die auch zum absolut Besten des Films gehören: Als sexhungrige Zahnärztin stiehlt Aniston ihren Co-Stars Jason Bateman, Jason Sudeikis und Charlie Day mit viel Selbstironie und großer ... nun ja, Leidenschaft an der Sache die Show (und behauptet sich neben Kevin Spacey und Colin Farrell). Es war Jennifer Anistons erstes Eintauchen in die Welt der freizügigen, derben und respektlosen Comedys und sie genoss es sichtlich, diese neue Seite an ihr zu zeigen. 

Es geht um drei frustrierte Angestellte (Bateman, Sudeikis, Day), die sich entschließen, ihre schrecklichen Bosse (Aniston, Farrell, Spacey) zu töten. Das Ergebnis ist eine hohe und deftige Gag-Dichte und ein rasantes Tempo. Aniston erkennt man kaum wieder – schon allein deshalb ist der Film sehenswert!

"Kill the Boss" gibt's auf Amazon Prime zu leihen oder kaufen. 

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Friends with money (2006)

Dieser Film hätte so viel mehr Aufmerksamkeit verdient – schon wegen der ungewöhnlichen Paarung von Aniston und Frances McDormand, die man nicht unbedingt im selben Film vermuten würde: In "Friends with money" geht's um "Geld, Liebe und den ganz alltäglichen Wahnsinn", so die offizielle Headline des Films. Aniston spielt das Dienstmädchen Olivia, die weder Glück in der Liebe noch mit dem Geld hat. Ihre Freundinnen (neben McDormand: Catherine Keener und Joan Cusack) leben alle in einer Beziehung und sind mehr oder weniger gut finanziell situiert. Aber macht Geld glücklich?

Die Handlung mag auf den ersten Blick nicht sonderlich spannend klingen, aber die episodisch erzählte Komödie überrascht mit Tiefgang, dreidimensionalen Charakteren, überzeugenden Darsteller*innen und viel Liebe zur Authentizität und zum Unaufgeregten. Gerade aufgrund der strengen Geradlinigkeit und den leisen Tönen mutet der Film an, als wäre er aus der Zeit gefallen – ist aber gerade deshalb herrlich zeitlos. 

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Marley & Ich (2008)

Zugegeben, der eigentliche Star des Films ist der herzige Labrador-Retriever, aber Anistons Leistung in "Marley & Ich" wurde trotzdem von Kritiker*innen als betont positiv hervorgehoben, schafft sie es doch, das Beste aus ihrer etwas farblosen Rolle herauszuholen und all die großen Emotionen, die mit dem Besitz eines Haustiers einhergehen, auch das Publikum fühlen zu lassen. Und die Chemie mit Co-Star Owen Wilson passt auch.

Die Handlung ist genauso schnell erklärt wie Labrador Marley den Postboten jagt: Er und Sie sind verliebt und verheiratet, Er hat aber Angst vorm Kinderkriegen. Also wird mit einem Hund geübt, der schnell zu einem 50 Kilogramm schweren Wildfang heranwächst. Das Chaos ist perfekt – die große Tierliebe aber auch ...

Achtung beim Finale: Am besten eine große Menge an Taschentücher bereit halten! Besonders Haustierbesitzer wird der Film trotz des charmanten und heiteren Grundtons an die Nieren gehen.

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Bruce Allmächtig (2003)

"Bruce Allmächtig" stellte endgültig den Durchbruch für Jennifer Aniston auf der großen Leinwand dar. Zwar konnte sie hier hier Talent noch nicht vollends unter Beweis stellen und spielt neben Hauptdarsteller Jim Carrey eindeutig die zweite Geige, aber bereits hier bewies die Schauspielerin, dass sie ein ungewöhnliches Gespür für Timing sowie Authentizität besitzt. Es ist vor allem die "göttliche" Orgasmus-Szene mit Aniston, die aus diesem Film in Erinnerung bleibt – und die den Ruf von Aniston als Comedy-Queen untermauert. Die "Chigaco Times" sagte nach "Bruce Allmächtig" dem damaligen "Friends"-Star eine große Kino-Karriere voraus

Aniston spielt Grace, die Lebenspartnerin von Bruce, der eines Tages von Gott höchstpersönlich dessen Kräfte vererbt bekommt. Das ist aberwitzig, saukomisch, manchmal archaisch und pubertierend und vor allem höchst unterhaltsam. Zurücklehnen, entspannen und das Feuerwerk an Dopaminen genießen – sowie eine noch ganz junge Aniston!

"Bruce Allmächtig" ist derzeit nur als Blu-ray und DVD erhältlich. 

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