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03.04.2018

Warum die Kino-Ikonen der 80er nicht tot zu kriegen sind

Von "Stranger Things" über "Stephen King’s Es“ bis zu "Ready Player One": Die 80er-Jahre sind in Kino und TV wieder hoch im Kurs. Wieso eigentlich?

Wer hat eigentlich damit angefangen? War es James Gunn mit dem Nostalgie-Soundtrack von "Guardian of the Galaxy"? Waren es die Duffer Brothers mit ihrer Netflix-Serie "Stranger Things"? Jedenfalls fluten inzwischen Remakes und Fortsetzungen von 80er-Jahre Kinohits wie Ghostbusters, Blade Runner und Alien die Kinos. Mit der Neuverfilmung von "Stephen King's IT" ist schon das nächste "80s-Revival" unterwegs. Und 2018 plant Steven Spielberg, das Regie-Wunderkind der 80er, die Ikonen der Dekade in seinem Virtual-Reality-Thriller "Ready Player One" wieder aufleben zu lassen. Doch es sind nicht nur die alten Herren, die ihre alten Hits wieder aufwärmen. James Gunn erblickte im Jahr 1970 das Licht der Welt. Die 80er waren seine Teenager-Jahre. Die Zwillinge Matt und Ross Duffer sind im Jahr 1984 geboren. Viele Regisseure greifen den 80s-Style auf – und beim Publikum kommt es auch nicht so schlecht an. Dafür gibt es viele Gründe.

VHS sprengte in den 80ern die Grenzen des Kinosaals

In Sachen Fashion und Style waren die 80er-Jahre vielleicht das Jahrzehnt des schlechten Geschmacks. Aber in der Musik – und auch im Kino – war die Dekade das goldene Zeitalter des Pops. Eine Künstlergeneration, deren bekannteste Vertreter wohl Steven Spielberg und George Lucas sind, hat damals neue Möglichkeiten genutzt und sich professionalisiert. Technologische Innovation spielte bei diesem Höhenflug der Kreativität und Popularität – wie auch heute – eine nicht unwesentliche Rolle: Was das Mixtape, der Walkman und MTV für die Musikindustrie waren, war die VHS-Videokassette für die Filmindustrie.

Man kann sich heute kaum vorstellen, dass es vor 1980 kaum Möglichkeiten gab, sich einen Kinofilm mehrmals anzusehen. So oft wie möglich ins Kino gehen, solange der Film noch spielte, war die einzige Option. Danach folgte ein jahrelanges Warten, bis der Film ins Fernsehen kam. Erst als sich Videokassetten, insbesondere VHS, Anfang der 80er-Jahre durchsetzten, eröffnete an jeder Ecke eine Videothek. Sogar im hintersten Kaff gab es in irgendeinem Hinterzimmer die Möglichkeit, Filme auszuleihen.

Das Jahrzehnt der Pop-Ikonen

Rocky, Freddy Krueger, Rambo, Indiana Jones, Michael Myers, E.T., die Ghostbusters und der Terminator – sie alle hätten sich wohl nicht ganz so eindringlich ins Gedächtnis dieser Generation eingebrannt, wenn sie nicht immer und immer wieder geschaut worden wären.

Es war das goldene Zeitalter der Actionhelden, der Horror-Schocker, der Thriller und "Stephen King-Verfilmungen", der Teenie-Komödien und außerdem von Science-Fiction und Fantasy. Ob Blockbuster oder Trash-Movie – fast alles fand plötzlich ein Publikum. Nur die Comic-Superhelden, die Vorbilder der überlebensgroßen 80er-Jahre-Actionhelden, mussten warten bis die CGI-Technologie um die Jahrtausendwende den nächsten Quantensprung schaffte.

Neue Generation von Filmemachern

Jetzt scheint eine neue Generation von Regisseuren und Drehbuchautoren am Zug. In den 80er-Jahren waren sie Kids oder Teenager. Die Filme des Jahrzehnts haben sie damals inhaliert. Wie in den 80ern nutzen auch sie neue Technologien, um die Heldenträume ihrer Jugend spektakulär auf die Leinwand zu bringen. Ihre Nostalgie trifft sich mit einem großen Teil des Publikums. Und für Hollywood gibt es keine bessere Gelegenheit, um den inzwischen etwas verstaubten Klassikern wieder Leben einzuhauchen – und sie im Gedächtnis einer neuen Generation einzubrennen.

Erwin Schotzger

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