A Scanner Darkly

 USA 2005
Drama, Independent, Science Fiction, Animation 100 min.
7.10
A Scanner Darkly

Richard Linklater bringt in A Scanner Darkly das von ihm zuletzt in Waking Life verwendete Rotoskopie-Verfahren erneut zum Einsatz und distanziert sich somit von jeglicher etablierter Science-Fiction-Optik.

Orange County, Kalifornien, in der nahen Zukunft: Wer die so genannte Droge «D» zu sich nimmt, verliert jeglichen Bezug zur Realität und entwickelt verschiedene Persönlichkeiten. «D» hat das Land erobert, der Staat ist machtlos und lässt die Bevölkerung von Undercover-Polizisten bespitzeln. Auch der Polizist Bob ist der Substanz verfallen. Er kann seine Abhängigkeit kaum noch verheimlichen, während seine Vorgesetzten immer misstrauischer werden. Weil Bob einen hochmodernen Tarnanzug trägt, bleibt seine wahre Identität geheim - und so wird er beauftragt, neben seinen Freunden auch sich selbst zu bespitzeln. Bob versinkt immer tiefer im Drogenrausch, bis er zwischen der Realität und seiner Fantasie nicht mehr unterscheiden kann. Die hintergründigen Geschichten von Philip K. Dick zu verfilmen kann nicht leicht sein. Richard Linklater bringt in A Scanner Darkly das von ihm zuletzt in Waking Life verwendete Rotoskopie-Verfahren erneut zum Einsatz und distanziert sich somit von jeglicher etablierter Science-Fiction-Optik. Die Handlung ist schlichtweg über jegliche Kritik erhaben: vielschichtig, abwechslungsreich, intelligent und überraschend. Was an A Scanner Darkly also interessiert, ist die Frage, ob es Sinn macht, einen Film, noch dazu mit namhaften Schauspielern, zu drehen, um ihn danach wieder zu «übermalen» - und das tut es. Denn es sind hier gerade die Protagonisten, die dadurch besonders gut zur Geltung kommen. Der Verfremdungseffekt, den der Zuschauer durch die Rotoskopie erfährt, vermittelt zudem andeutungsweise den Zustand, in dem sich der Protagonist befinden muss - und macht dessen Dilemma für den Betrachter erfahrbar. (Tom Maurer)

(Text: Viennale 2006)

Details

Keanu Reeves, Robert Downey Jr, Woody Harrelson, Rory Cochrane, Winona Ryder, u.a.
Richard Linklater
Graham Reynolds
Shane F. Kelly
Richard Linklater

Kritiken

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User Kritiken

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    2001 zeigte Richard Linklater bei der Viennale "Waking Life" (und nicht "Working Life", wie der Pocketguide vermerkt ;o)
    Dabei setzte er erstmals die digitale interpolierende Rotoskopie in einem Spielfilm ein. Die ursprüngliche Technik einen Film Bild für Bild nachzuzeichnen bzw. zu übermalen existiert schon seit 1914. Dabei wurde der Film bildweise auf eine Milchglasscheibe projeziert und von Hand nachgezeichnet. Heute ist es nicht nötig, alle Bilder nachzuzeichnen, die Software kreiert automatisch die Zwischenstadien (daher "interpolierend").

    Auch "A Scanner Darkly" wird mit Hilfe dieser Technik verfremdet und erhält dadurch eine ganz eigene optische Qualität, die umso zentraler ist, weil es sich um eine Verfilmung einer SciFi-Geschichte handelt, in der es noch dazu um eine Droge geht. So absurd es erscheinen mag, zuerst einen Film mit einem Allstar-Cast zu drehen, um ihn dann wieder zu übermalen - der Film verweigert sich so geschickt der typischen "Düstere-Zukunft"-Ästhetik, die (beginnend bei "Blade Runner") immer wieder aufgegossen wurde und wird.

    Und was die zusätzlichen Kosten betrifft - fragt mal Arnulf Rainer zu diesem Thema ;o)