Der Konformist (aka. Der große Irrtum)

 I 1970

Il Conformista

Drama, Independent, Thriller 111 min.
8.10
Der Konformist (aka. Der große Irrtum)

Aus dem Bestreben danach, "normal" zu sein, schließt sich ein italienischer Intellektueller Mussolinis Faschisten an und erhält den Auftrag, seinen ehemaligen Professor im französischen Exil zu ermorden.

Italien in den späten 30er Jahren. Marcello Clerici (Jean-Louis Trintignant), ein Intellektueller aus dem Großbürgertum sehnt sich nach einem Leben in "Normalität". Er heiratet eine attraktive aber durchschnittliche Frau und schließt sich Mussolinis Faschisten an. Auf seiner Hochzeitsreise nach Paris erhält er den Auftrag, seinen ehemaligen Professor, der bei Mussolinis Machtantritt aus Italien geflüchtet ist, zu töten.

Bernardo Bertolucci verküpft die Stimmung im faschistischen Italien mit einer freudianischen Analyse der Kindheitstraumata Marcellos. Ein Meisterwerk vielschichtiger filmischer Erzählkunst.

Details

Jean-Louis Trintignant, Stefania Sandrelli, Gastone Moschin, Enzo Tarascio, Fosco Giachetti, José Quaglio
Bernardo Bertolucci
Georges Delerue
Vittorio Storaro
Bernardo Bertolucci nach Alberto Moravia

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein italienischer Wendehals
    Es ist Bertoluccis Auseinandersetzung mit dem italienischen Faschismus. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, den man in der deutschen Wiedervereinigungs-Problematik einen ’Wendehals’ nennen würde. Die sehr komplexe Erzählweise beeindruckt ebenso wie die teils ungewöhnlichen Kameraeinstellungen (Monumentalbauten à la Albert Speer).
    Mit drei tollen Schauspielern (Jean-Louis Trintignant, Dominique Sanda und vor allem Stefania Sandrelli) betont er besonders das rücksichtslose Überschreiten gesellschaftlicher Grenzen: es gibt Kreuz und Querverbindungen bei zwei Ehepaaren. Außerdem erhöht er die Story durch die gesungene Internationale und durch das Höhlengleichnis von Plato. Einer der besten Bertolucci-Filme, weil er ein politisches Phänomen anhand menschlicher Beziehungen beleuchtet, mit Erotik würzt und alles (sic!) auf ein fades Ende hinauslaufen lässt, wobei er sogar eine gewisse Spannung beibehalten kann.