Die letzte Versuchung Christi

 USA 1988

The Last Temptation of Christ

Drama 164 min.
7.60
film.at poster

Martin Scorseses (Skandal-) Film zeigt einen sehr menschlichen Jesus Christus, dargestellt von Willem Dafoe.

Bis sich Jesus seiner Sendung bewusst wird, geht er einer Tätigkeit als Zimmermann nach. Nachdem er seine Berufung als Prediger gefunden hat, lässt er sich von Johannes taufen und reist mit seinen Jüngern nach Jerusalem. Kurz vor seinem Ende hat Jesus eine Vision, die Judas als eine Versuchung des Teufels deutet: Er sieht sich als Ehemann Maria Magdalenas und Familienvater, ein Leben, das ihm versagt geblieben ist, weil er seiner göttlichen Bestimmung gefolgt ist.

Details

Willem Dafoe, Harvey Keitel, Barbara Hershey, Harry Dean Stanton, David Bowie, Verna Bloom, Irvin Kershner, u.a.
Martin Scorsese
Paul Schrader, nach dem Roman von Nikos Kazantzakis

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Jesus als Familienvater
    Eines darf man nie vergessen, es ist eine Romanverfilmung (Nikos Kazantzakis) und nicht der übliche Sandalenfilm aus der Antike, der das Alte Testament ins Bild rückt. Und er handelt doch von der Passion Christi. Die Szenen, die wir alle seit Kindertagen kennen sind auch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, der militante katholische Demonstranten Ende der 80er Jahre vor die Kinoeingänge trieb, um den Eingang zu blockieren. Es ist ein Gedankenspiel am Ende des Films, das die Ursache für den Skandal war: Jesus (Willem Dafoe) wird von einem Schutzengel (Juliette Caton) vom Kreuz abgenommen, mit der sündigen Hure Magdalena (Barbara Hershey) vermählt und bekommt Kinder. Blasphemie! Teufelswerk! schmähten die Aufgebrachten damals. Es lag eine Scheiterhaufenatmosphäre in der Luft. Zugegeben man sah noch nie Jesus mit einer Frau im Bett Liebe machen – und seitdem auch nie wieder.
    Die Gegner übersahen völlig, dass sich Jesus mit Judas (Harvey Keitel) ausgiebige Wortgefechte lieferte, der ihn noch auf seinem Totenbett als Feigling bezeichnet, der seine Mission nicht erfüllt habe. Konsequent weiter gedacht würde das nämlich bedeuten: kein Opfer, keine Erlösung. Das wäre der wahre Skandal gewesen: eine Religion ohne Erlösung!? Doch dazu kommt es ja nicht. Jesus muss zurück ans Kreuz und lachend verkünden ‘Es ist vollbracht!‘ Manche Szenen können den gottlosen Zuschauer an ‘Das Leben des Brian‘ erinnern. Da hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ganz schön was im Bewusstsein verändert. Und dann lässt Martin Scorsese die letzten Bilder über die Leinwand flackern, die sie aussehen, als sei die Filmrolle aus Zelluloid durchgeschmort. Vielleicht ein Hinweis, dass das alles nicht wirklich stattgefunden hat!?