© Sony Pictures

Filmkritiken
12/11/2018

"Spider-Man: A New Universe": Tour de Force eines jungen Superhelden

Beeindruckendes Action-Animationsabenteuer als Kino-Premiere für den neuen Spider-Man Miles Morales.

Tobey Maguire, Andrew Garfield, Tom Holland: Im Kino haben wir uns schon längst an den Gedanken gewöhnt, dass es verschiedene Spider-Men gibt. Alle auf einmal in einem Film ist dann aber doch neu. Zumindest im Kino (für Comic-Fans ist das natürlich alles nichts Neues).

Die Unterschiede zwischen den Spider-Variationen im Animationsabenteuer "Spider-Man: A New Universe" sind zudem – behutsam formuliert – ein wenig extremer als jene zwischen Tobey, Andrew und Tom. Da sind zunächst einmal zwei Varianten von Peter Parker: eine blonde, erfolgreiche und eine dunkelhaarige, eher erfolglose Version. Beide sehr nah am allseits beliebten Netzschwinger. Doch dann wären da auch noch Spider-Noir (eine Mischung aus Peter Parker und Humphrey Bogart), Gwen Stacy als Spider-Gwen und die einem japanischen Manga entsprungene Penni Parker mit ihrem futuristischen Spider-Roboter. Und nicht zu vergessen: Peter Porker, alias Spider-Ham, ein Cartoon-Schweinchen im Stil der Looney Tunes. Doch all diese "Spider-Men" sind nur Nebenfiguren.

Im Mittelpunkt des Films steht Miles Morales, ein jugendlicher Spider-Man. Er hat seine Kräfte gerade erst bekommen und geht damit noch ein wenig tollpatschig um. Diese wahrlich bunt zusammengewürfelte Superhelden-Combo tritt gegen den Kingpin an, der ein Tor zwischen den Dimensionen geschaffen hat, das es wieder zu schließen gilt.

 

Perfektes Comic-Feeling im Film

Spider-Man: Into the Spider-Verse

"Spider-Man: Into the Spider-Verse", so der wesentlich aussagekräftigere Originaltitel, ist ein bemerkenswertes Animationsabenteuer auf höchstem Niveau. Selten zuvor wurde die Atmosphäre eines Comics so originalgetreu in das Medium des Films übertragen. Dabei beeindruckt der von Sony Pictures Animation produzierte Film zunächst einmal visuell durch die Kombination von Computer-Animation und handgezeichneten Elementen der Comic-Zeichnerin Sara Pichelli. Sogar als kleinen Ausflug in die vielfältigen Stile des Comic-Genres kann man den Film sehen: von Cartoons über US-amerikanische Superhelden bis zu japanischen Mangas.

 

Atemberaubende Tour de Force des neuen Spider-Man

Filmkritik: Spider-Man - A New Universe

Der neue Charakter Miles Morales ist (wie zuvor schon im Comic) eine Frischzellenkur für den doch schon in die Jahre gekommenen Superhelden aus den 60er-Jahren. Davon will übrigens auch das Marvel Cinematic Universe (MCU) profitieren. Denn der Spider-Man von Tom Holland im Marvel-Realfilm "Spider-Man: Homecoming" orientiert sich auch eher am Charakter von Miles Morales als am originären Peter Parker. Mit dem ersten echten Kino-Abenteuer von Miles Morales liefert Sony Pictures nun die atemberaubende Tour de Force eines pubertierenden Helden in einer fantastischen neuen Welt, dem Spider-Verse.

"Spider-Man: A New Universe" ist der perfekte Superhelden-Comic-Film. Wer die Animationsabenteuer der Marvel-Superhelden schon als TV-Filme oder Serien mag, ist hier in der Königsklasse angelangt. Auch als Einstieg ins Superhelden-Genre für ein junges Publikum ist der neue Spider-Man ideal.

 

Spider-Man: A New Universe

— Spider-Man: Into the Spider-Verse

Die Animationsgeschichte zeigt Teenager Miles Morales aus Brooklyn sowie die grenzenlosen Möglichkeiten des Spider-Verse, wo mehr als nur einer die Maske tragen kann.