Hafen im Nebel

 F 1938

Le quai des brumes

Drama, Romanze, Krimi 91 min.
7.60
Hafen im Nebel

Normandie in den 30er Jahren: Deserteur Jean verliebt sich in die schöne Nelly. Doch das junge Liebesglück ist in Gefahr: Ein Suchkommando der Armee ist Jean auf den Fersen...

Normandie in den 30er Jahren. In der Hafenstadt Le Havre verliebt sich der Deserteur Jean (Jean Gabin) in die schöne Nelly (Michèle Morgan). Doch das junge Liebesglück ist in Gefahr: Ein Suchkommando der Armee ist Jean auf den Fersen; Nelly wird von der Polizei verdächtigt, einen ehemaligen Liebhaber umgebracht zu haben; und nicht zuletzt wird das Paar durch den eifersüchtigen Lucien (Pierre Brasseur) bedroht - einen Verbrecher, wie er im Buche steht.

"Eines der überzeugendsten Beispiele des poetischen Realismus des französischen Kinos jener Zeit." (arte)

Details

Jean Gabin, Michèle Morgan, Michel Simon, Pierre Brasseur, Édouard Delmont, u.a.
Marcel Carné
Jacques Prévert, nach Pierre Dumarchais

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mord am Quai
    Ein Klassiker von Marcel Carné, in dem er ein soziales Geflecht entwirft, in dem sich die Wege von mehreren Personen kreuzen, die alle etwas mit einander zu tun haben. Meistens begegnen sie sich feindselig, agieren aus Rache, verletzter Eitelkeit oder verschmähter Liebe. Im Mittelpunkt, um den sie alle kreisen stehen Nelly (Michèle Morgan), Jean (Jean Gabin) und ein Hund. Das ist eine reale Situation im Hafen von Le Havre. Sie wird durch eine fatale Entwicklung einen tragischen Ausgang für das Liebespaar finden. Jean wird gesucht und muss fliehen. Nelly kann ihn nicht halten, kann aber auch nicht mit ihm auf das rettende Schiff. Da setzt Carné noch einen drauf: der böse Gangster Lucien (Pierre Brasseur) trachtet Jean nach dem Leben und bringt so noch eine dritte Lösung ins Spiel. Das ist harter Realismus, der das Leben ungeschminkt und erbarmungslos ja sogar tödlich zeigt. Das alles wird durch gehaltvolle, bisweilen poetische Dialoge vorgestellt. Da wird schon mal gefragt ‘Lieben sie das Leben? Und das Leben, liebt es sie auch?‘ Ein Geschenk oder ein Manschettenknopf verraten Geheimnisse und wenn der Schiffsarzt Jean zu einem Gläschen einlädt, bevor er an Bord geht, sagt er ‘Große Entscheidungen muss man vor kleinen Flaschen treffen‘. Der ganze Film hat von Anfang bis Ende eine düstere, nebelverhangene Atmosphäre, die den deutschen Titel voll rechtfertigt. Der Hafen im Nebel ist wie eine Reise ohne Wiederkehr und eine Liebe ohne Zukunft. Kein Hoffnungsschimmer. Kalt und nass, aber sehr sehr gut.