Letztes Jahr in Marienbad

 F/I 1961

L'Année dernière à Marienbad

Kultfilme, Avantgarde 90 min.
8.00
Letztes Jahr in Marienbad

Labyrinthisch wie die Erinnerungen der Protagonisten sind auch die Bilder, Montagen und Schauplätze der Inszenierung.

Ein Mann geht durch die Säle und Korridore eines prunkvollen Schlosses, das einem unbestimmten Zweck dient. Vielleicht ein Luxus-Hotel? Der Mann sieht eine junge Frau. Er glaubt sich zu erinnern, daß er vor einem Jahr mit dieser Frau ein Liebeserlebnis gehabt und daß sie versprochen habe, nach einem Jahr endgültig bei ihm zu bleiben. Die Frau widerspricht, erinnert sich an nichts. Der Mann insistiert. Aber da ist noch ein zweiter Mann, der die Frau behalten möchte. Nichts ist eindeutig in diesem Film. Man weiß nicht, ob die Erinnerungen stimmen, wer nun wirklich welche Rolle einnimmt.
Ein faszinierender Film, der dem Zuschauer ein ungewohntes Erlebnis verschafft und zeitlos fesselt.

(Text: Deutsches Filminstitut)

Details

Delphine Seyrig, Giorgio Albertazzi, Sacha Pitoeff
Alain Resnais
Francis Seyrig
Sacha Vierny
Alain Robbe-Grillet

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Erinnern oder Vergessen
    Es ist wohl der komplizierteste, mysteriöseste und zugleich ungewöhnlichste Film aller Zeiten. Man wird von der magischen Optik, den stringent durchgestylten schwarz-weiß Bildkompositionen ins traumhafte Geschehen mit hineingesogen. Kulisse und Darsteller überwältigen, erschrecken und wecken doch zugleich Interesse. Park und Schloss wirken entrückt, die Aktionen unnatürlich unterkühlt. Bild- und Tonwiederholungen verwirren und bieten doch aber auch irgendwie eine Orientierung.
    Man bleibt dran, weil man einfach wissen möchte, was da eigentlich los war. Hinweise werden dankbar angenommen. Im weiteren Verlauf kann man sich in etwa eine Handlung zusammenreimen - ist sich aber nie ganz sicher. Und diese Ungewissheit ersetzt die Spannung, macht die zeitlose Großartigkeit des Films aus. Jeder sieht das, was er sehen will. Resnais meinte, man solle den Film anschauen, so wie man sich eine Symphonie anhört. Nur eins steht fest: es ist ein Liebesfilm der besonderen Art.
    Und dann nicht zu vergessen das 1-3-5-7-Spiel! Das ist ebenso einfach wie kompliziert. Feinde spielen es auf Leben und Tod. Generationen haben es seitdem immer wieder nachgespielt.
    Weiter kann man an der Arthouse-Schraube kaum drehen. Es ist wahrscheinlich von allen Unmöglichkeiten das ultimativ Mögliche.