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05/10/2019

Netflix sichert sich Film- und TV-Rechte von Dark Horse Comics

"Hellboy", "The Umbrella Academy", "The Mask" und "Sin City" sind die bekanntesten Comic-Titel des US-Verlages.

von Erwin Schotzger

Der Name Dark Horse mag in Hollywood nicht ganz so lukrativ klingen wie jener des großen Konkurrenten Marvel. Aber eine unbekannte Größe ist der kleine Comic- und Manga-Verlag in Hollywood auch nicht: Die "Hellboy"-Filme beruhen ebenso auf Comics aus dem Hause Dark Horse wie die Filme "The Mask" (1994) mit Jim Carrey, "Sin City" (2005), "Timecop" (1994) mit Jean-Claude Van Damme und "R.I.P.D." (2013) mit Jeff Bridges und Ryan Reynolds.

First-Look-Deal mit Netflix

Netflix hat mit Dark Horse nun einen "First-Look-Deal" abgeschlossen, in der Filmbranche eine Art Vorkaufsrecht für Film- und TV-Adaptionen der Inhalte des Verlages. Die beiden Vertragspartner haben bereits bei der Netflix-Serie "The Umbrella Academy" und dem Netflix-Film "Polar" zusammengearbeitet, die ebenfalls auf Dark-Horse-Comics basieren.

Dark-Horse-Präsident und Verlagsgründer Mike Richardson zeigte sich über die Zusammenarbeit mit dem Streaming-Giganten begeistert: "Wir haben eine starke kreative Partnerschaft sowie zahlreiche Inhalte, mit denen wir arbeiten können und mit Netflix den perfekten Partner, um unsere Geschichten für Fans auf der ganzen Welt verfügbar zu machen."

Ersatz für Marvel-Superhelden

Für Netflix eröffnet der Vertrag neue Möglichkeiten, nachdem die einst erfolgreiche Partnerschaft mit Marvel zu Ende geht. Sämtliche Marvel-Serien von Netflix wurden eingestellt. Hintergrund ist wohl der Streaming-Dienst "Disney+", der gegen Jahresende in den USA starten soll. Die Marvel-Konzernmutter Disney will dort sämtliche Inhalte exklusiv anbieten, so auch die Filme und Serien auf Basis von Marvel-Comics.

Hellboy bei Netflix?

Nicht bekannt ist bisher, wie sich der Deal auf die Film- und TV-Rechte des wohl bekanntesten Superhelden von Dark Horse auswirkt: Hellboy. Die Filmrechte lagen bei den beiden Filmen von Guillermo del Toro bei Sony Pictures. Doch der Reboot "Hellboy – Call of Darkness" war im Verleih von Lionsgate und wurde von mehreren kleinen Studios produziert, darunter auch Dark Horse Entertainment, die Filmsparte des Verlages. Zudem ist der neue Film im Kino bisher wenig erfolgreich. Es könnte also durchaus sein, dass Netflix sich auch die "Hellboy"-Rechte sichern konnte oder noch kann.