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© 20th Century Fox

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12/18/2020

"Stirb langsam": So wurde der Action-Klassiker zum Weihnachtsfilm

Regisseur John McTiernan erklärt in einem Youtube-Video, warum der Action-Klassiker zum Weihnachtsfilm wurde und verpasst dem Film eine brandaktuelle Weihnachtsbotschaft.

von Franco Schedl

Schon seit Jahren wird unter den Fans ein halb ironischer Streit ausgetragen, ob "Die Hard", so der Originaltitel von "Stirb langsam", nun ein Weihnachtsfilm ist oder nicht. Die Handlung des ersten Teils ist ja an einem Weihnachtsabend angesiedelt, in die Kinos gekommen ist der Film aber im Sommer 1988.

Nun hat Regisseur John McTiernan in einem 12-minütigen Youtube-Video des "American Film Institute" zu dieser Frage selbst Stellung bezogen.

Nach einer etwas verwirrenden Einleitung über klassische Porträt-Malerei des späten 18. Jahrhunderts, widmet sich der Regisseur dem eigentlichen Thema. Er verrät, dass er sich für das ursprüngliche "Die Hard"-Drehbuch mit all der Gewalt und den Terroristen nicht so begeistern konnte.

Doch dann habe er sich durch die Hauptfigur in Frank Capras klassischem Weihnachtsfilm "Ist das Leben nicht schön" aus dem Jahr 1947 inspirieren lassen. Vor allem ein politischer Subtext war für ihn wichtig, denn der alte Film prangere seiner Meinung nach die Auswirkungen eines zügellosen Kapitalismus an. 

Für ihn sei es daher eine unumgängliche Grundvoraussetzung gewesen, dass der durch Bruce Willis verkörperte John McClane ein ganz normaler Durchschnittstyp ist, der Autoritätspersonen und elitäre Hierarchien lächerlich wirken lässt. McClane musste also ein "Working Class Hero" sein, ähnlich wie James Stewart im Capra-Film. 

McTiernan merkt dann an: "Wir hatten ursprünglich nicht vor, aus 'Die Hard' einen Weihnachtsfilm zu machen, doch zu unserer Überraschung und Freude ist dann doch einer daraus geworden."

Außerdem beendet er sein Video mit einer zeitgemäßen politischen Botschaft. Seine Hoffnung für die heurigen Weihnachten sei, dass wir folgendes erkennen: Es gebe böse machthungrige Personen, die durch gewisse Versprechungen an die Reichen einflussreiche Positionen errungen hätten. Ihre Obsession mit Waffen, Uniformen und Streifenwagen diene dazu, uns einzuschüchtern. Stattdessen sollten lieber anständige Leute, die es tatsächlich ehrlich meinen, eine Chance bekommen, für die Zukunft unserer Welt etwas beizutragen. 

Damit erhält "Die Hard" 32 Jahre nach der Veröffentlichung eine höchst aktuelle und brisante Weihnachtsbotschaft von Regisseur McTiernan – ganz egal, ob man sich den Film nun im Dezember oder im Juni anschaut. 

"Stirb langsam" ist zurzeit bei Netflix ebenso zu sehen wie bei Amazon Prime Video. Hier geht's direkt zum Film! 

 

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