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Welche Filme zu Klassikern werden ist meist erst Jahre nach der Verleihung zu sagen. Wir liefern einen Überblick über die größten Fehlentscheidungen der Academy!
02/23/2017

Oscars: Wer überlebt den Zahn der Zeit?

Welche Filme zu Klassikern werden ist meist erst Jahre nach der Verleihung zu sagen. Wir liefern einen Überblick über die größten Fehlentscheidungen der Academy!

Jedes Jahr werden im Februar die Oscars verliehen, die wohl wichtigste Kategorie ist „Der beste Film“, die traditionellerweise immer am Ende der Gala vergeben wird. Obwohl der Oscar ein Garant für Qualität sein sollte, schafft es nicht jeder Film, uns auch noch nach 10 Jahren zu begeistern, geschweige denn, in unserer Erinnerung zu bleiben. Wir liefern einen Überblick über die Filme, die trotz Kultstatus nicht den Oscar für den besten Film gewinnen konnten.

1991

1991 war ein wichtiges Jahr für Fans von Mafiafilmen. Francis Ford Coppola enttäuschte leider mit „Der Pate Teil 3“ aber Martin Scorsese gelang mit „Goodfellas“ der große Wurf. Die Gangsterstory mit Robert De Niro und Joe Pesci findet man vermutlich auch heute noch in jedem DVD-Regal wieder. Der Gewinner des Oscars für den besten Film im Jahr 1991 war jedoch „Der mit dem Wolf tanzt“ von Kevin Costner und dürfte den Wenigsten heute noch in Erinnerung sein.

1995

1995 war vermutlich das beste Jahr für Hollywood in den 90ern. In der Hauptkategorie waren: „Pulp Fiction“, „Die Verurteilten“ und „Forrest Gump“ nominiert. Tarantinos Meisterwerk gewann im Jahr davor die Goldene Palme in Cannes und Frank Darabonts Stephen King-Verfilmung führt seit Jahren die Liste der 250 besten Filme auf IMDb an. Trotz der großen Konkurenz konnte sich Robert Zemeckis mit „ Forrest Gump“, der heutzutage noch immer im Englischunterricht gezeigt wird, durchsetzen.

2003

2003 räumte „Chicago“ bei der Verleihung sechs Trophäen ab, darunter auch die für den besten Film. Wer „Chicago“ anderen nominierten Werken aus diesem Jahr, wie „Gangs of New York“ oder „Der Pianist“ von Roman Polanski, gegenüber stellt, wird die Entscheidung der Academy nicht ganz nachvollziehen können.

2006

In diesem Jahr wurde vermutlich die größte Fehlentscheidung in der Oscar-Geschichte getroffen. In einem Jahr, in dem sowohl „Capote“ als auch „Brokeback Mountain“ nominiert waren, gewann das Drama „L.A. Crash“ den Preis für den besten Film. Die Episodengeschichte über Rassismus und Ausgrenzung in L.A. ist vermutlich der kitschigste Gewinner aller Zeiten und drückt ununterbrochen auf die Tränendrüsen.

2013

2013 war kein besonders starkes Filmjahr für Hollywood, aber zwei Nominierte für den besten Film stachen heraus. Mit „Beasts of the Southern Wild“ lieferte Benh Zeitlin eines der beachtlichsten Regiedebüts der Filmgeschichte und gewann in Cannes damit verdient die Camera d’or. Eine andere Filmperle dieses Jahr war Michael HanekesAmour“ und konnte sowohl Kritiker als auch das Publikum weltweit überzeugen. Es war jedoch vorhersehbar, dass die Academy keinem der beiden Filme den Hauptpreis geben würde, da beide Regisseure kein besonderes Standing bei der Academy hatten. Somit ging der Preis an „Argo“: Ben Afflecks Geiseldrama aus dem Iran, bei dem mit Hilfe Hollywoods ein Dutzend Menschen gerettet werden konnte, schmeichelte wohl der Academy.

Özgür Anil