Rat mal, wer zum Essen kommt

 USA 1967

Guess Who's Coming To Dinner

Drama, Komödie, Kultfilme 108 min.
7.80
film.at poster

Stanley Kramers für die damalige Zeit erstaunlich lockere Komödie um Rassenproblematik und Toleranz

Christina Drayton (Katharine Hepburn) und ihr Mann Matt (Spencer Tracy in seiner letzten Rolle), die Besitzer einer Avantgarde-Kunstgalerie, halten sich für weltoffen und tolerant.
Dies wird jedoch auf eine harte Probe gestellt, als ihre Tochter Joey (Katharine Houghton) ihnen ihren Verlobten vorstellt: den farbigen Arzt John Prentice (Sidney Poitier)...

Details

Spencer Tracy, Sidney Poitier, Katharine Hepburn, Katharine Houghton, Cecil Kellaway, u.a.
Stanley Kramer

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Herzen in Aufruhr
    Solange es Rassismus gibt, ist dieser Film ein Muss. Die Story ist von zeitloser Gültigkeit, die Darsteller machen ihn zum Ereignis und die Tatsache, dass das Ehepaar Tracey/Hepburn zum letzten Mal gemeinsam vor der Kamera steht, zur Rarität. Die geschliffenen Dialoge bringen das Problem auf den Punkt und beleuchten es von allen Seiten. Das Problem: Tochter Joanna (Katharine Houghton) will John, einen farbigen Mann heiraten. Er (Sidney Poitier) ist sehr charmant, sehr intelligent, sehr erfolgreich und sogar ziemlich berühmt. Ihre und seine Eltern werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Auch der Bekanntenkreis kommt zu Wort. Hier wird Heuchelei, Neugier, aber auch Unterstützung verbalisiert.
    Regisseur Kramer produziert ein ruhiges emotionales Erdbeben, einen Gefühlsstrudel der die Zuschauer mitreißt. Dabei werden die Gesprächsparteien geschickt aufgeteilt: mal reden die Väter miteinander, dann die Mütter, mal Schwiegersohn und Schwiegervater, dann wieder die Verliebten. Am Ende fasst ‘Brautvater‘ Spencer Tracey das Thema nochmals zusammen und gibt sogar einen Ausblick. Da sind Katherine Hepburns ahnungsvolle Tränen aus mehreren Gründen echt. Das qualitativ hochwertige Drehbuch lässt Sätze zu wie wenn ‘bei alten Männern der Sex keine Rolle mehr spielt, vergessen sie, was Leidenschaft ist‘ oder auch dass Johns Vater ‘als Farbiger denkt‘, während er ‘als Mensch denkt‘. Manche Aussagen sind diskussionswürdig wie z.B. die Kinder brauchen nicht dankbar zu sein, denn die Eltern haben sie ja schließlich in die Welt gesetzt. Die Argumente der Verfechter der Rassenschranken kommen von der farbigen Hausangestellten Tillie (Isabel Sanford). Sie wagt es als einzige den smarten John einen ‘Maulheldennigger‘ zu nennen. Nach Streit, Schmerz und Tränen geht es abschließend wie angekündigt zu Tisch. Wertvoll.