Rebecca

 USA 1940
Drama, Literaturverfilmung, Thriller, Mystery 130 min.
8.20
Rebecca

Die verstorbene Frau eines englischen Gutsbesitzters wirft einen düsteren Schatten auf seine neue Ehe. Nach Daphne Du Maurier

Eine unscheinbare, junge Frau (Joan Fontaine) heiratet den verwitweten Lebemann Maxime De Winter (Laurence Olivier). In Manderley, dem Anwesen De Winters, hat die junge Frau es jedoch schwer, sich zurechtzufinden: Der Geist der unter ungeklärten Umständen verstorbenen Rebecca, der ersten Frau De Winters, ist allgegenwärtig. Da diese auf mysteriöse Weise ums Leben kam, glaubt die junge Frau bald, dass ihr Mann Rebecca ermordet hat und nun auch ihr nach dem Leben trachtet. Direkt nach seinem Riesenerfolg mit Gone with the Wind ergriff Selznick die Gelegenheit, mit Hitchcock zu arbeiten, und mit einem großen Budget im Rücken gab dieser dem Manderley-Haus quasi eine eigene Persönlichkeit. Das Schloss an der Küste ist der atmospärische Hintergrund für die angespannte Liebesgeschichte zwischen Joan Fontaine und Laurence Olivier. Die unschuldige Fontaine wird von Manderleys dunklen Geheimnissen beinahe in den Wahnsinn getrieben, und Hitchcock baut die Spannung genüsslich immer weiter auf - bis zum unvergesslichen Schluss. (Joshua Klein) Als wir Rebecca vorbereiteten, hatte Selznick darauf bestanden, dass wir von vielen Frauen Probeaufnahmen machten, bekannten und unbekannten, um den Star des Films zu finden. Ich glaube, er machte das, weil er den Reklamefeldzug wiederholen wollte, der der Wahl der Scarlett O'Hara vorausgegangen war. So hat er alle großen Stars von Hollywood dazu gebracht, Probeaufnahmen für Rebecca zu machen. Mir war das peinlich, alle diese Frauen einer Prüfung zu unterziehen, obwohl ich vorher wusste, dass sie für die Rolle nicht in Frage kamen. Gleich mit den ersten Aufnahmen mit Joan Fontaine war mir klar, dass sie der Figur am nächsten kam. Anfangs fand ich, dass sie sich ihrer spezifischen schauspielerischen Fähigkeiten wenig bewusst war, aber ich sah, dass sie das Talent zu einem kontrollierten Spiel besaß, und hielt sie für fähig, die Rolle auf eine stille, scheue Weise zu verkörpern. Zu Beginn übertrieb sie die Furchtsamkeit ein wenig, aber ich spürte, dass sich das geben würde, und so kam es auch. (Alfred Hitchcock im Gespräch mit François Truffaut)

(Text: Viennale 2006)

Details

Laurence Olivier, Joan Fontaine, George Sanders, Judith Anderson, Gladys Cooper, Nigel Bruce, Reginald Denny, C. Aubrey Smith, Florence Bates
Alfred Hitchcock
Franz Waxman
George Barnes
Robert E. Sherwood, Joan Harrison, nach dem gleichnamigen Roman von Daphne Du Maurier

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der Adlige & das Blondchen
    1940 war das oscarmässig wohl der beste Film des Jahres. Heute – und vor allem nachdem wir so viele spannende Filme von Hitchcock kennen – wirkt dieser Streifen arg angestaubt. In endlos langen Dialogen wird berichtet, was der Zuschauer bereits kennt oder erläutert, wie was hätte sein können. Das Schlimmste aber ist, dass der Meister den Roman der du Maurier so verbogen hat, dass er zu seinem Frauenbild passt. Der Roman mystifiziert geheimnisvoll. Hier lebt ‘der Geist von Plyn‘. Die Tote ist präsent und verbreitet angenehmen Schauder, wie in guter alter Gothic Tradition. Bei Alf ist es ein Melodram zwischen einem hilflosen, etwas kindlichen, schüchternen Blondchen (Joan Fontaine) und einem barsch direktiv agierendem älteren Adligen (Laurence Olivier), der unverständlicherweise irgendwie traumatisiert zu sein scheint. Und damit man merkt, wenn es über ihn kommt, sind Geigen im Soundtrack. Das oberflächliche und bei Alf typisch sexlose Glück der beiden wird nur durch ihre schauspielerische Leistung erträglich. Neben den beiden Hauptdarstellern beeindrucken besonders Judith Anderson als unheimliche Hausdame mit dem eiskalten Blick und Leonard Carey als Ben der Narr.
    Selbst als es schließlich wegen Rebeccas Ende um die Frage Mord, Selbstmord oder Unfall geht, um todkrank oder schwanger, bleibt die Spannung im Schneckenhaus. Da wird viel zerredet. Zugegeben die Liebenden machen immerhin eine Entwicklung durch: sie wird in ihrer Liebe immer selbstständiger und stärker und er enthüllt ganz allmählich seinen weichen Kern unter der Schale. Na ja. Wenn das Alfs einziger Film gewesen wäre, würde keiner heute von ihm reden.