Hemsworth schlüpfte wieder in seine Paraderolle

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07/06/2022

Mehr als "Thor": Die 5 besten Filme mit Chris Hemsworth

Der australische Star mag vor allem als MCU-Donnergott bekannt sein, doch seine Filmographie umfasst überraschend vielfältige Genres.

von Manuel Simbürger

Elf Jahre ist es bereits her, als Chris Hemsworth als Donnergott Thor das erste mal seinen mächtigen Hammer im MCU schwang. Der Eintritt in die heldenhafte Marvel-Welt bedeutete den großen internationalen Durchbruch für den damals 28-jährigen Australier, der zuvor vor allem Rollen in Soaps aus seiner Heimat sowie eine Handvoll Auftritte in Filmen vorzuweisen hatte.

Heute ist Hemsworth zumindest in der jüngeren Generation ein household name und unweigerlich mit dem MCU verbunden. Der Feschak ist mittlerweile so sehr mit seiner göttlichen Rolle verschmolzen, ist so sehr Eins geworden mit dem beliebten Marvel-Helden, dass es schwer geworden ist, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass der Schauspieler auch noch anderes kann als die Welt zu retten, coole Sprüche abzulassen, seine Muskeln spielen zu lassen und eben seinen Hammer furchteinflößend zu schwingen.

Obwohl, an dieser Stelle könnten böse Zungen behaupten: Chris Hemsworth macht in seinen restlichen Filmen außerhalb des MCU nichts anderes (abgesehen von dem mit dem Hammer vielleicht).

Chris Hemsworth bei der Filmpremiere in Los Angeles

Denn tatsächlich ist Hemsworth meist auf die Rolle des imponierenden Helden abonniert, den man anschmachtet und gleichzeitig saumäßig cool findet. Trotzdem weist seine Filmographie überraschend viele Genres auf (von Abenteuer über Drama bis hin zu Action und Comedy), auch wenn die ganz großen Hits außerhalb des MCU bei Hemsworth rar gesät sind. Es gibt nicht viele Filme mit dem Schauspieler, die von KritikerInnen gut aufgenommen wurden – und oftmals auch nicht vom Publikum. Doch wenn man ein bisserl sucht, findet man sie doch.

Anlässlich zum Start von "Thor: Love and Thunder" präsentieren wir euch die 5 besten Filme mit Chris Hemsworth außerhalb des MCU: 

Rush – Alles für den Sieg (2013)

"Rush – Alles für den Sieg" erzählt die spektakuläre Rivalität der beiden Formel-1-Helden Niki Lauda (Daniel Brühl) und James Hunt (Hemsworth). Der traurige Höhepunkt des Duells der Rennsport-Giganten ist der Nürnburgring, wo Lauda einen folgenschweren Unfall erleidet – aber trotzdem nicht aufgibt ...

Eingebettet in sehr authentisches und deshalb atemberaubendes 70er-Flair geht es in "Rush" laut, hektisch, rasant und larger-than-life zu. Regisseur Ron Howard versteht es aber auch, in die komplexe Seelenwelt von Lauda und Hunt zu blicken und bewegt sich bei der Darstellung der Rivalität in faszinierenden Graubereichen.

Hemsworth gibt als Hunt alles und überzeugt nicht nur durch seinen noblen Akzent, sondern er schafft es auch, trotz Charme und Selbstbewusstsein nicht zum Klischee zu verkommen und Mitgefühl für empfinden zu lassen. Hemsworths bester Nicht-MCU-Film.

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Im Herzen der See (2015)

Im Winter 1820 überstand die Besatzung des amerikanischen Walfängers Essex einen Angriff, dessen Wucht sämtliches Vorstellungsvermögen der Seeleute überstieg: Ein gigantischer Wal entwickelte bei seiner Attacke einen menschenähnlichen Drang nach Vergeltung. Diese wahre Schiffskatastrophe inspirierte Herman Melville später zu seinem Roman "Moby Dick". Doch das Buch erzählt nur die halbe Geschichte ...

Hemsworth mimt den Ersten Offizier Owen Chase, der zuerst ständig im Clinch mit dem Kapitän liegt, dann aber mit ihm zusammenarbeiten muss, um sich gegen den aggressiven Wal zur Wehr setzen zu können. Das tut er durchaus überzeugend und mit viel Spielfreude. An den Kinokassen zwar gefloppt, ist "Im Herzen der See" trotzdem ein packend und spektakulär inszeniertes Seeabenteuer, das von Beginn an fesselt. 

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The Cabin in the Woods (2012)

Soziologie-Student Curt Vaughan (Hemsworth) willigt ein, seine Freunde für ein Wochenende in die verlassene und abgelegene Hütte seines Cousins ​​mitzunehmen. Jeder Kino-Fan weiß, dass genau so jede Horror-Story, die etwas auf sich hält, beginnt – und "The Cabin in the Woods" ist da keine Ausnahme: Die fünfköpfige Clique entdeckt in der Hütte einen verborgenen Keller und, schwupps, geht der Zombie-Horror auch schon los. Gleichzeitig sitzen zwei Wissenschaftler weit entfernt in einem geheimen Labor tief unter der Erde und drücken ein paar Knöpfe...

Co-Autor des Horror-Streifens ist Joss Whedon, der hier einmal mehr seine Liebe zum Mix psychologischem Horror, Teen-Angst und Gruselszenen ausleben darf. Der Film versteht es, sich dem Horror-Genre satirisch anzunähern, zerlegt seine Klischees in Einzelteile und seziert sie mit größtem Blutdurst. "The Cabin in the Woods" entzieht sich einer genauen Genre-Einordnung und spielt gekonnt mit den Erwartungen der ZuschauerInnen. Ein Werk, der sich vom Rest von Hemsworths Filmographie wohltuend abhebt. 

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Tyler Rake: Extraction (2020)

Hemsworth ist Tyler Rake, ein mutiger Söldner, der nichts mehr zu verlieren hat und auch illegale Aufträge annimmt. Bei einem neuen Auftrag soll er den entführten Sohn eines inhaftierten internationalen Gangsterbosses befreien. In der kriminellen Welt der Waffenschieber und Drogenhändler kann ein ohnehin schon lebensgefährlicher Auftrag allerdings auch schnell zur Unmöglichkeit werden. Und dieser Auftrag wird das Leben von Rake und dem Jungen für immer verändern.

Der packende Action-Thriller aus dem Hause Netflix bietet genau das, was man sich vom ihm erwartet: Viel Testosteron, viel Krawall, viel Gekämpfe, ein lässig-fuchtloser Held und keine Zeit zum Durchatmen. Die Rolle des Söldners ist Hemsworth natürlich auf den durchtrainierten Leib geschneidert. Um Handlung oder Tiefgang geht es hier nicht, die gut choreographierte Action macht aber Spaß. Und Hemsworth als Hau-drauf-Bub auch.

Für den zweiten Teil drehte Hemsworth übrigens auch in Wien. 

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Bad Times at the El Royale (2018)

Im El Royale, einem heruntergekommenem Hotel genau auf der Grenzlinie zwischen Kalifornien und Nevada, treffen vier GästInnen ein: ein alternder Priester (Jeff Bridges), ein gesprächiger Staubsauger-Vertreter (Jon Hamm), eine schweigsame Background-Sängerin (Cynthia Erivo) und eine draufgängerische Femme Fatale (Dakota Johnson). Keiner der vier Fremden ist, was er oder sie vorgibt zu sein. Und auch das Hotel hat eine düstere Vergangenheit ... Ach ja, Hemsworth ist der skrupellose Anführer einer gefährlichen Sekte, also mal kein Held.

Genau dieses Ausbrechen aus der Helden-Rolle macht Hemsworth sichtlich Spaß, seine Performance ist leidenschaftlich und Hemsworth wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt – und sein Hottie-Image wunderbar aufs Korn nimmt. Der Film spricht viele wichtige Themen an – von der Moral bis zum Glauben – und siedelt sich irgendwo zwischen Lynch und Tarantino an.

Ähnlich wie in "The Cabin in the Woods" (der Regisseur beider Filme ist Drew Goddard) darf man sich als ZuschauerIn darauf verlassen, dass hier sicher nichts so kommt, wie man es sich erwartet. Ein auch visuell stark inszeniertes Kammerspiel mit großartigen SchauspielerInnen.

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