1983 als Tony Montana in „Scarface“

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06/21/2021

Suchtgefahr: Die 7 besten Drogenfilme auf Netflix

Diese Filme lassen dich high werden, ohne dass du Nebenwirkungen befürchten musst.

von Manuel Simbürger

Kaum ein anderes Genre ist derart vielfältig und abwechslungsreich wie jenes der Drogenfilme: Von der wahren Geschichte über den skrupellosen Drogenbaron über die lustige Party-Komödie bis hin zum ultrarealistischen Cop-Thriller, der sich um die Drogenszene auf den Straßen der Metropolen dieser Welt dreht.

Hier ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Womit das Genre, möchte man es zynisch ausdrücken, das passende filmische Äquivalent zu den illegalen Suchtsubstanzen an sich ist.

Die meisten Drogenfilme haben zumindest einen tragisch-fahlen Beigeschmack und verschweigen nicht die schockierenden menschlichen Abstürze, die mit dem Konsum von illegalen Substanzen sehr oft einhergehen.

Oftmals endet die Story für die Held*innen nicht positiv, manchmal darf sich immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer breit machen, wenn der Ausstieg aus der Sucht in Reichweite ist. Wie auch immer mit der Drogen-Thematik im jeweiligen Film umgegangen wird: Im besten Fall lässt uns der Streifen all die gegensätzlichen Gefühle des rauschhaften Zustandes am eigenen Leib erfahren – ohne gefährliche Nebenwirkungen.

Die 7 besten Drogenfilme auf Netflix:

Scarface (1983)

Miami, Anfang der 1980er-Jahre: Der kriminelle Kubaner Tony Montana (zum Fürchten intensiv: Al Pacino) kommt als Flüchtling in die USA, wo er ins florierende Drogengeschäft einsteigt. Schnell steigt er in der Szene auf – dank Cleverness, aber vor allem aufgrund seiner skrupellosen Brutalität und des Fehlens jeglichen Gewissens. Innerhalb kürzester Zeit ist Tony dort, wo er immer schon hin wollte: ganz oben. Er ist der mächtigste Drogenbaron Miamis. Doch Geld, Macht und Drogenkonsum steigen ihm zu Kopf ...

Vom Tellerwäscher zum Millionär – oder in diesem Fall zum Drogenboss: Brian De Palma (Regie) und Oliver Stone (Drehbuch) setzen die Geschichte des Kubaners Tony Montana, die lose an jene des legendären Verbrecher-Bosses Al Capone angelehnt ist, düster, stilsicher, leidenschaftlich brutal, schockierend und in jeder Minute höchst eindringlich in Szene. 

"Scarface" ist ein wilder Ritt durch die Drogenhölle: Die Szene, in der Tony völlig high mit einem Maschinengewehr alles rund um sich herum niedermetzelt, ist fixer Bestandteil der Popkultur und kann es mit Tarantino jederzeit aufnehmen. 

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Blow (2001)

George Jung war einer der größten Drogenschmuggler der USA: Begonnen als kleiner Gras-Dealer, arbeitete er am Höhepunkt seiner Karriere, nämlich in den 1970er-Jahren, sogar mit Pablo Escobar und dem Medellín-Kartell zusammen. Er schleuste Kokain in das Land wie kein anderer – bis er es eines Tages nicht mehr tat. Und ins Gefängnis wanderte.

Das alles zeigt "Blow" in Form epischer Erzählung und mit stimmungsvollen Retro-Bildern. Was das Biopic aber tatsächlich zu einem der besten Drogenfilme aller Zeiten macht, ist der Mut, unter die Maske des Protagonisten zu blicken: Johnny Depp liefert als Jung eine seiner besten Leistungen ab und gibt den Drogenschmuggler als verunsichertes, traumatisiertes Kind, nach Liebe suchend und Kokain findend. Jemand, für den Stillstand Tod bedeutet. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Sicher ist nur, dass es keine Sicherheit gibt.

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Ananas Express (2008)

Diese Kiffer-Action-Buddy-Komödie mit James Franco und Seth Rogen in den Hauptrollen war der erste Kifferfilm, der mehr als eine Million US-Dollar an den Kinokassen einspielte. Das ist beachtlich, denn ganz ehrlich: logisch ist hier nicht viel, psychologisch auch nicht wirklich. Dafür macht die Farce rund um zwei Kiffer, die sich vor bösen Buben in Sicherheit bringen müssen, weil einer von ihnen einen Mord beobachtete, herrlich viel Spaß und lebt vor allem von der Chemie zwischen Franco und Rogen, die damals noch Berge versetzen konnte.

Womit "Ananas Express", der den chillig-absurden Charme der Kiffer-Kultur in sich trägt, auch zwecks Nostalgie-Faktor punkten kann: Immerhin hat Rogen offiziell verkündet, niemals wieder mit seinem ehemaligen best buddy Franco (dem sexueller Missbrauch vorgeworfen wird) zusammenarbeiten zu wollen. 

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Training Day (2001)

Der mehrfach ausgezeichnete Action-Kracher rund um den moralisch verkommenen Polizisten Alonzo Harris (Denzel Washington) und seinen Schüler Jake Hoyt (Ethan Hawke) vertauscht auf interessante Weise die Rollen von Gut und Böse: Hier hat man Mitleid mit den Drogendealern, während man zu Bösewicht Harris eher ambivalente Gefühle hegt. Die Handlung, die an einem einzigen Tag spielt, nimmt sehr schnell an Fahrt auf und gipfelt in einem furiosen Finale.

Auf packende Weise verbindet der Film Action mit einem interessanten philosophischen Überbau: Muss man selbst zum Bösen werden, wenn man Böse jagt? Ob man das Handeln von Harris gut heißt, muss man für sich selbst entscheiden – und genau diese hervorgerufene Selbstreflexion ist es, die "Training Day" zu einem interessanten filmischen Experiment werden lässt.

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Ohne Limit (2011)

Mit einer gänzlich anderen Art von Droge hat es Bradley Cooper alias Eddie Morras in "Ohne Limit" zu tun: Als frustrierter Schriftsteller mit Schreibblockade eröffnen sich ihm gänzlich neue Welten, als ihm eines Tages die Superdroge NZT in die Hände fällt.

Plötzlich kann Eddie 100 Prozent seiner geistigen Fähigkeiten nutzen, kein Bereich im Gehirn ist für ihn mehr unerreichbar. Der Roman ist innerhalb von Stunden geschrieben und auch an der Börse macht er Karriere. Doch dann setzen die Nebenwirkungen ein – und das Leben ohne Limit zeigt seinen unerbittlichen Preis ...

"Ohne Limit" ist ein Fantasy-Thriller mit prominenter Besetzung (neben Cooper brillieren Robert De Niro und Abbie Cornish), der geschickt mit den Erwartungen des Publikums spielt und mit einem außergewöhnlichen sowie eindringlichem visuellen Stil überzeugt. Obwohl kein herkömmlicher Drogenfilm, fängt der Streifen den faszinierend-erschreckenden Rausch eines perfiden Drogentrips überzeugender ein als so manche Milieustudie. "Ohne Limit" erhebt grenzenlosen Kontrollverlust zur Kunstform. 

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Savages (2012)

Buddhist Ben (Aaron Taylor-Johnson) und Ex-Navy-SEAL Chon (Taylor Kitsch) teilen alles: das Geld, das sie mit dem Verticken von Marihuana verdienen, sowie die bildschöne Orphelia (Blake Lively). Das Dreiergespann lässt es sich in Laguna Beach, Kalifornien, so richtig gut gehen.

Doch dann tauchen die Chefin des Baja-Kartells (Selma Hayek) und ihr brutaler Gehilfe (Benico Del Toro) auf, entführen Orphelia und fördern als Lösegeld die Drogen-Einnahmen. Ben und Chon entwickeln einen Plan und werden dabei unterstütz von einem korrupten Drogen-Agenten (John Travolta). Was folgt, ist ein immer heftigerer Schlagabtausch aus trickreichen Finten und drastischen Manövern, der in einem hemmungslos brutalen Psycho-Duell eskaliert ...

Regisseur Oliver Stone lieferte mit "Savages" einen betont stylish-lässigen, aber auch ultra-brutalen und unerbittlichen Drogen-Thriller, der den chilligen Lebensstil Kaliforniens genauso einfängt wie die permanente Gefahr, die von einem der größten Drogenkartelle des Landes nun mal ausgeht. Der Film schürt immer wieder neue Variationen der Verunsicherung, was auch dem brodelnden und entfesselten Spiel des prominenten Casts zu verdanken ist.

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Bube, Dame, König, grAs (1998)

Der schräge Mix aus Drogen-Thriller und Komödie begründete die Karriere des Regisseurs Guy Ritchie: Das Absurde wird hier zum Gewöhnlichen, die Moral hat sich längst verabschiedet und der schwarze britische Humor mitsamt der ungeschliffenen visuellen Ästhetik lässt "Bube, Dame, König, grAs" besonders geerdet und dreckig erscheinen.

Und das, obwohl hier das Überbordende regiert und immer dann noch eins drauf gesetzt wird, wenn man denkt, man hätte die Grenze eigentlich schon erreicht. Wie ein Faustkampf, der auch vor einem unfairen Tritt zwischen die Beine nicht zurückschreckt. 

Darum geht's: Die vier Freunde und Kleinkriminelle Tom, Eddie, Soap und Bacon (Jason Statham!) nehmen an einem illegalen Pokerspiel teil. Das geht natürlich gehörig schief und am Ende stehen sie mit weniger Kohle als zu Beginn da. Mehr noch: Zahlen sie ihren Schuldenberg von einer halben Million Pfund nicht innerhalb einer Woche zurück, droht ihnen der Verlust ihrer Finger. Die Lösung für die Freunde: Das Geld von reichen Drogendealern zu klauen. Aber natürlich geht auch das nicht so leicht wie gedacht ...

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