Auf Platz 1 der am häufigsten verwendeten Wörter in dem Film ist und bleibt allerdings das Wort F***, das in allen erdenklichen Variationen eingesetzt wird. Ein Hardcore-Fan beteuert, das F-Wort 292 Mal gehört zu haben.

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05/04/2021

Because I got high: Die 10 besten Kiffer-Filme

Cineastisches High: Mit diesen Filmen chillst du auf eine ganz besondere Art und Weise.

von Manuel Simbürger

In der Realität ist die Legalität mit Marihuana ja so eine Sache, irgendwie befindet man sich immer zumindest im gesetzlichen (und vielleicht auch moralischen) Graubereich. Überraschenderweise hat Hollywood, sonst eher konservativ und prüde veranlagt, weniger Probleme mit Cannabis – vielleicht, weil hinter den Kulissen selbst mal gern gequalmt wird:

Man findet (zumindest gefühlt) hunderte an Filmen, bei denen Hanf und der Rausch des High-Seins im Fokus stehen und zentral für die Handlung sind, ja der Motor der Geschichten sind. Sogenannte Stoner-Movies – oder auch Kiffer-Filme – sind deshalb eigentlich bereits ein eigenes Genre – auch deshalb, weil sie sich in der Machart und ihrer Dramaturgie sehr ähneln: Meist handelt es sich um überdrehte Komödien, die Protagonist*innen umgibt meist soviel Rauch, dass sie etwas geistig umnachtet durch die Welt torkeln.

Oft geht es um die Beschaffung oder das Dealen von Gras, wodurch abgefahrene und völlig abstruse Abenteuer entstehen. Ist der Streifen wirklich gut, schafft er es, dem Publikum das berauschende High-Erlebnis mit einer bunten Farbpalette und außergewöhnlichen Bildkompositionen zu übermitteln. In solchen Fällen wird eine ganz spezielle Verbindung zwischen Film und Zuseher*innen geschaffen, die man wohl am besten als Seelenverwandtschaft beschreibt.

Die besten 10 Stoner-Filme:

Kifferwahn (2005)

Die Teenager Jimmy (Christian Campbell) und Mary (Kristen Bell) sind das US-amerikanische Vorzeige-Pärchen schlechthin. Ihr perfektes Leben ist bereits perfekt durchgeplant, umgeben von der perfekten Kleinstadt-Idylle. Doch genau diese Idylle wird zur Brutstätte für Barbarei, als Jimmy einen einzigen (!) Zug an einem Joint nimmt – denn nun geht es abwärts mit ihm. Ab jetzt wird sein Leben von Sex, Anarchie, wilden Partys und natürlich Drogen bestimmt. Als dann auch noch die brave Mary Gefallen an der neuen Droge findet, ist Amerikas Jugend endgütig nicht mehr zu retten ...

Das aberwitzige Musical "Kifferwahn", bei dem auch Neve Campbell und Alan Cumming mitmischen, basiert auf dem Cannabis-Aufklärungsfilm "Reefer Madness" von 1936, der aufgrund der überspitzten Darstellung der "Hanf-Gefahr" Kultstatus erlangte. Klischees werden hier nach Strich und Faden mit Leidenschaft bestätigt, die US-amerikanische Sittenmoral nach Herzenslust aufs Korn genommen. Macht Laune und ... süchtig!

"Kifferwahn" kannst du auf Amazon Prime kaufen. 

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The Big Lebowski (1998)

Keiner ist so cool, so lässig, so gechillt wie DER DUDE! Mit seinem schlabbrigen Bademantel, seinen ausgelatschten Schlapfen und seiner langen Mähne und Bart ist der Dude (die Rolle seines Lebens: Jeff Bridges) zum Popkultur-Allgemeingut und zum Prototypen des dauer-bekifften und faulen, aber eben coolen Außenseiters geworden. Die Handlung des Films ist eigentlich egal (und ist im Grunde eine Gauner-Verwechslungs-Komödie), denn der Kult-Streifen lebt von den schrulligen Figuren und all den Zitaten, die bekifft besonders viel Spaß machen. 

"The Big Lebwoski" betont das Absurde im Normalen und lässt Alltägliches außergewöhnlich werden. Schamlos wird hier das Exzessive des Nichts zelebriert. Das ist vor allem eines: cool!

"The Big Lebowski" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen. 

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Ananas Express (2008)

Gras-Dealer und Selber-Kiffer Saul (James Franco) hat für seinen Kunden und Freund Dale (Seth Rogen) ganz besonders guten Stoff: nämlich die neue Cannabis-Züchtung "Ananas Express", die so reinhaut, dass man das Gefühl hat, man würde Einhörner töten. Leider wird Dale kurz darauf Zeuge eines Mafia-Mordes und hinterlässt prompt am Tatort einen "Ananas Express"-Joint. Die Bösen sind Dale und Saul, die größten "Ketten-Rauchern" vor dem Herren, also bald dicht auf den Fersen.

Was sich anhört wie ein lieblicher Film für die ganze Familie, entpuppt sich schnell als Kiffer-Action-Buddy-Komödie mit wirr-humorvoller Story und abgefahrener Inszenierung. Dass Franco und Rogan (der gemeinsam mit Evan Goldberg auch fürs Drehbuch verantwortlich zeichnet) zu den berühmtesten (bekennenden) Kiffern der Traumfabrik gehören, lässt erahnen, auf welch wilden Ritt man sich mit diesem Film einlässt.

Übrigens: "Ananas Express" ist der erste Stoner-Movie, der mehr als eine Million US-Dollar an den Kinokassen einspielte.

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Half Baked – Völlig high und durchgeknallt (1998)

Die drei Freunde Thurgood (Comedy-Guru Dave Chappelle), Scarface (Guillermo Diaz) und Brian (Jim Breuer), die nichts lieber tun als den ganzen Tag zu kiffen, wollen ihren ebenso dauer-zugedröhnten Kumpel Kenny (Harland Williams) aus dem Knast befreien, nachdem dieser aus Versehen ein zuckerkrankes Polizeipferd mit zu vielen Süßigkeiten getötet hat. Allerdings ist es gar nicht so einfach, einen Plan umzusetzen, wenn einem der Rauch sogar schon aus den Ohren kommt ...

Die Handlung passt auf einen Joint, dafür verbreitet "Half Baked" gute Laune und versetzt einen zurück in die trashigen Nineties. Ein Klamauk, so seicht, aber auch so lustig, dass man ihm am besten an besonders chilligen Abenden genießt.

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Lammbock (2001)

Wenn Kai (sehr authentisch: Moritz Bleibtreu) und Stefan (Lucas Gregorowicz) nicht gerade über Sex, Frauen und Mehmet Scholl philosophieren, liefern sie Pizzen aus. Bestellt man die "Pizza Gourmet", gibt's eine besondere Überraschung dazu, natürlich gut versteckt: nämlich ein Tütchen Gras. Geschäftstüchtig, wie die beiden sind, bauen sie den Stoff auch noch selbst an. Alles läuft gut – bis sich die beiden mit einem Polizisten anfreunden ...

Zusammen mit dem ebenso empfehlenswerten Sequel "Lommbock" aus dem Jahr 2017 gehört "Lammbock" zu den bekanntesten deutschen Kiffer-Filmen. Absurd, aber trotzdem angenehm zurückhaltend, mit herrlich pointierten Dialogen und großen Wert auf Authentizität legend, gilt der Streifen heute zurecht als Kult – nicht nur in der Kiffer-Community.

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Viel Rauch um nichts (1978)

Der erste Film der legendären Cheech-und-Chong-Reihe gilt als Begründer des Stoner-Films: Zwei Loser-Freunde, vereint durch ihre Liebe zu Marihuana, reisen durchs ganze Land, um einen Band Contest so richtig aufzumischen. 

"Viel Rauch um nichts" vereint Road- und Stoner-Movie und hat sich zwar nicht wegen seiner komplexen Story, aber sicherlich aufgrund der vielen kultigen Zitate für immer in die Film-Historie eingeschrieben. Harmlos, aber bahnbrechend!

"Viel Rauch um nichts" kannst du auf Amazon Prime ausleihen oder kaufen. 

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Confusion – Sommer der Ausgeflippten (1993)

Wer hätte gedacht, dass Kiffer-Filme auch romantisch sein können? "Confusion – Sommer der Ausgeflippten" (im Original: "Dazed and Confused", was die Grundstimmung des Films viel besser trifft!) taucht tief ein in die wilden Siebziger und begleitet eine High-School-Clique an ihrem letzten Schultag, bevor sie in die Welt der Erwachsenen entlassen werden. Die Zukunft macht Angst, das Freiheitsgefühl ist aber groß, weshalb man diese innerliche Verwirrung vor allem mit viel Alkohol und noch mehr Drogen zum Verstummen bringen möchte ...

"Confusion – Sommer der Ausgeflippten" ist ein perfektes Monument des Erwachsenwerdens und ist verführerisch-verträumt wie die Seele eines – bekifften! – Poeten. Ein zeitloser Klassiker mit Star-Ensemble (unter anderem Matthew McConaughey, Ben Affleck, Milla Jovovich) und epischem Soundtrack, der daran erinnert, wie es war, als die Welt noch vor einem lag.

"Confusion – Sommer der Ausgeflippten" gibt's auf Amazon Prime zum Leihen oder Kaufen. 

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Jay & Silent Bob schlagen zurück (2001)

Als die beiden (ihr ahnt es bereits!) Kiffer-Kumpel Jay und Silent Bob (Jason Mewes und Kevin Smith) Wind davon kriegen, dass ihre Comic-Alter-Egos Bluntman und Chronic als Kinofilm nach Hollywood verkauft wurden, sie dafür aber keinen Cent bekommen, reisen die beiden in die Traumfabrik, um die Produktion zu sabotieren.

Bei uns vor allem aus dem Musik-Video zum Hit "Because I got high" bekannt, gehören Jay und Silent Bob in den USA zu den bekanntesten Kiffer-Buddys des Stone-Movie-Genres, das einen Narren an zugedröhnten Männerfreundschaften gefressen hat (neben Cheech und Chong gehört auch die "Harold&Kumar"-Reihe zu den bekanntesten Genre-Vertretern). 

"Jay & Silent Bob schlagen zurück" (übrigens Teil der "New Jersey"-Filmreihe) ist eine witzige, aber auch kluge Abrechnung mit Hollywood, deren Schenkelklopfer-Gags oftmals auf der Meta-Ebene herumtollen und die sich vor allem selbst nicht zu ernst nimmt. Auch die zahlreichen Popkultur-Verweise machen Spaß. Der Streifen will gar nicht mehr sein, als er ist – und das ist okay!

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Mr. Nice (2010)

Biopic des legendären Dope-Dealers Howard Marks, studierter Physiker und Philosoph, der den Drogenhandel globalisierte und über viele Jahre aber nicht geschnappt wurde – dank zahlreicher Code-Namen und über 80 Telefonanschlüssen. Er selbst ist der Hedonismus in Person, genießt das Leben mit reichlich Gras, Geld, Frauen und Autos. 

"Mr.Nice" ist ein lässiger Lobgesang auf das grüne Gold und lebt vor allem von seinem Hauptdarsteller: Rhys Ifans überzeugt dank Charme und Charisma in jeder auch noch so zugedröhnten Lebenslage. Marks ist eine reale Person, die in einer leicht überdrehten Lebenswelt erst so richtig aufblüht.

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Ey Mann – Wo is' mein Auto? (2000)

"Hangover" im Kiffer-Milieu: Jesse (lustig: Ashton Kutcher) und Chester (genial dämlich: Seann William Scott) haben eine Nacht mit viel Alkohol und viel Gras hinter sich. Mehr wissen sie allerdings nicht mehr – und ihr Auto ist auch weg! Also versuchen sie, natürlich permanent umnebelt, rauszufinden, was geschehen ist. Was folgt ist ein aberwitziger Trip, der sie auf Spacegirls, Weltraumfreaks, schwedische Bodybuilder, eine wütende Fast Food-Gegensprechanlage und eine hinterfotzige Straußenherde treffen lässt ...

Garantiert frei von jeder Logik und Ernsthaftigkeit: "Ey Mann – Wo is' mein Auto?" ist schamlos infantil und macht genau deshalb so herrlich viel Spaß. Dieser wilde Ritt auf der Memory Lane begeistert durch eine unbändige Leidenschaft zum Irrsinn, ist geprägt von einer faszinierenden Lust am Ausprobieren – und weckt tatsächlich die Lebensgeister in einem. 

"Ey Mann – Wo is' mein Auto?" ist absolut kein cineastisches Meisterwerk für die Ewigkeit, aber Popcorn-Kiffer-Kino mit einer ganz großen Feelgood-Kelle. Legendär, zeitlos und unvergessen die "Und daaaaaann?"-Szene. Dumm, dümmer, unerschrocken!

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