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05/06/2022

Supermoms: Die besten Mütter aus Film und Serie

Mütter in der Popkultur präsentieren Weiblichkeit in allen Farben und Nuancen und sind (meist) weit von faden Hausmütterchen entfernt.

von Manuel Simbürger

Mütter sind Engel ohne Flügel, sagt man. Mütter können dein ganzes Leben versauen – das sagt man auch.

Wie auch immer: Ohne Mamas geht nix im Leben und sie gehen einem deshalb manchmal so sehr auf den Keks, weil man sie so doll lieb hat. Sie ist selbstlos, leidenschaftlich, verletzlich und stark, Managerin und Seelsorgerin gleichermaßen, ist cool und die beste Freundin, manchmal aber auch gluckenhaft und belehrend. Eines aber ist sicher: Für die Welt ist man eine Mama, für die Familie ist die Mama aber die Welt. 

Wie so oft im Leben präsentiert die Popkultur auch beim Thema Mama-Sein die unterschiedlichsten Farben und Nuancen. Geschichten über Mütter können emotionales Überwältigungskino und eine wohlige Umarmung genauso sein wie ein beinharter Psychothriller, der einem bewusst macht, dass man es selbst IRL gar nicht so schlecht getroffen hat. Geschichten über Mütter bringen einen wie die Mama selbst zum Lachen, Weinen, Nachdenken, Schmunzeln und zum Reflektieren. 

Die Zeiten, in denen Mütter in Serien und Filmen nur eine kleine, farblose Nebenrolle spielen dürfen, die Tag und Nacht in der Küche steht und ihr Dasein ausschließlich über ihre Familie definiert, sind gottlob lange vorbei.

Heute sind Mütter in der Popkultur einer von vielen Aspekten von Weiblichkeit, die sich dadurch definiert, nicht definiert werden zu können. Mütter sind so divers wie die Weiblichkeit selbst. Und spätestens seit "American Pie" wissen wir: Die Erotik geht mit dem Mama-Sein nicht verloren – ganz im Gegenteil ...

Die 13 besten Mütter in Serien und Filmen: 

Claire Dunphy in "Modern Family" (2009-2020)

Stimmt, Claire Dunphy ist nicht immer die beste Mutter. Das weiß sie auch. Sie ist manchmal zu chaotisch, zu impulsiv, zu kontrollsüchtig, zu dickköpfig. Aber keiner managed die Chaos-Familie Dunphy – inklusive Ehemann Phil – besser als Claire, die beim ersten Anzeichen von Ärger sofort für ihre Familie da ist. Sie kämpft wie eine Löwin und ist dabei so sympathisch wie schon lange keine Sitcom-Mama mehr. 

"Modern Family" ist auf Netflix und Disney+ zu sehen und auch auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zur Serie!

Lynette Scavo in "Desperate Housewives" (2004-2012)

Lynette ist nicht nur die Super-Hausfrau in der Wisteria Lane, sondern auch die Super-Ehefrau und die Super-Mama: verlässlich, blitzgescheit, nicht aus der Ruhe zu bringen. Lynette weiß immer, was zu tun ist. Ikonisch die Szene in der Pilotfolge, als sie mit edlem Begräbnis-Outfit ihre kleinen Racker aus dem Pool fischt.

Wenn Lynette dann doch mal unter dem Druck zusammenbricht, dann beweist sie uns: Eigentlich ist doch niemand perfekt. Schon gar nicht Mamas. Denn die sind auch nur Menschen. 

"Desperate Housewives" ist auf Disney+ zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Philomena Lee in "Philomena" (2013)

Die 70-jährige Philomena Lee (großartig: Judi Dench) leidet immer noch darunter, dass sie in ihren Jugendjahren von Klosterschwestern gezwungen wurde, ihren unehelichen Sohn zur Adoption freizugeben. Also macht sie sich in ihrem Lebensherbst gemeinsam mit einem sensationsgeilen Journalisten auf die Suche nach ihm.

Und auch, wenn sie nicht das findet, was sie erwartet, wird das Abtauchen in die Vergangenheit eine Reise zum Vergeben und eine Reise zu sich selbst. Philomena ist der lebende Beweis: Eine Mutterliebe ist zeitlos. 

"Philomena" ist auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zum Film!

Stiflers Mom in "American Pie" (1999)

Stiflers Mom, legendär dargestellt von Jennifer Coolidge, ist der Inbegriff aller MILFs der Welt. Vielleicht sogar die Blaupause für den Begriff an sich. Kein Teenager, der nicht auf Stiflers Mom stand – sehr zum Leidwesen von Stifler selbst. Nicht politisch korrekt, aber vielleicht realitätsnäher, als man zugeben möchte. Und vor allem zum Brüllen komisch!

Zudem erinnert uns die Figur daran, dass man als Mutter immer noch ein sexuelles Wesen ist, Fürsorglichkeit hin oder her ...

"American Pie" ist auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zum Film!

Lorelai Gilmore in "Gilmore Girls" (2000-2007; 2016)

Wirbelwind Lorelai Gilmore ist die Personifikation jener Mutter, die gleichzeitig auch die beste Freundin ist. Wie viele Töchter wären gern an Rorys Stelle und würden mit ihrer Mutti gern bei einer riesigen Tasse Kaffe über Liebesprobleme, Popkultur und den neuesten Dorfklatsch plaudern – und natürlich über das Leben philosophieren.

Lorelai mag zwar ein schwieriges Verhältnis zu ihrer eigenen Mutter haben, ist aber immer für Rory da. Das feinfühligste (und märchenhafteste) Mutter-Tochter-Gespann der TV-Historie.

"Gilmore Girls" ist auf Netflix zu sehen und auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zur Serie!

 

Mildred Hayes in "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" (2017)

Mildred Hayes ist die Mutter eines vergewaltigten und ermordeten Mädchens. Und sie ist wütend, weil die Polizei (ihrer Meinung nach) nicht genug tut, um den Fall aufzuklären. Mildred also kämpft für Gerechtigkeit, wild, unerbittlich, leidenschaftlich. Ihre Trauer verbirgt sie unter einer harten Schale, außer Wut hat sie alle Emotionen abgestellt. Ob sie sich dabei FeindInnen macht, ist ihr egal, denn sie ist ganz auf Mama-Bär-Modus ...

Eine kompromisslose Gesellschafts- als auch Charakterstudie, mutig gegen den Strich gebürstet und bitterböse. Oscar für Frances McDormand!

"Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" ist auf Disney+ zu sehen und auch auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zum Film!

Joy in "Raum" (2016)

Die Geschichte von Joy offenbart die tiefsten menschlichen Abgründe und erinnert leider an so manches reales (österreichisches) Verbrechen: Sie wurde entführt, jahrelang in einem kleinen Raum gefangen gehalten, mehrfach vergewaltigt und musste in besagtem Raum auch die Geburt ihres Sohnes überstehen. 

Doch die larger-than-life Mutterliebe rettet Joy und ihrem Sohn das Leben: Weil sie fest entschlossen ist, ihrem Sohn ein gutes Leben zu bieten, gelingt ihr mit ihm gemeinsam die Flucht – doch das Leben ohne begrenzende vier Wände erweist sich schnell als furchteinflößend ... Kein leichter Stoff, aber eine Erinnerung daran, dass keine Liebe größer ist als die einer Mutter. 

"Raum" ist auf Netflix, Sky X und Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zum Film!

Bonnie Plunkett in "Mom" (2013-2021)

Auch Bonnie ist zynisch, aber bei ihr haben wir mehr zu lachen, handelt es sich bei "Mom" doch um ein weiteres Serienjuwel von Chuck Lorre. Und wie bei Lorre übrig ist auch Bonnie keine eindimensionale Sitcom-Figur, sondern ein gebrochener Charakter, moralisch fragwürdig und mit einem Trauma lebend, in Bonnies Fall ihre Alkoholsucht. 

Sie nistet sich bei ihrer Tochter Christy (ebenfalls eine alleinerziehende Mutter) ein – vor allem, um ihre Liebe und ihr Vertrauen wiederzugewinnen sowie ihre früheren Fehler wieder gutzumachen. Und von denen gibt es genug, immerhin war sie Partygirl und Drogendealerin ...

"Mom" ist auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zur Serie!

Marge Simpson in "Die Simpsons" (seit 1989)

Die Mutter der (US-)Nation, vielleicht der ganzen Welt, versucht alles, um in der politisch unkorrekten gelben Welt die richtigen Dinge zu tun. Sie ist, gemeinsam mit Tochter Lisa, das moralische Leitbild der Simpsons, auch wenn sie selbst natürlich auch meilenweit von jeglicher Fehlerfreiheit entfernt ist. Aber der Versuch zählt. 

Marge mag manchmal nervig sein, aber immerhin sie hat den besten Mum-Hairstyle der Welt!

"Die Simpsons" ist auf Disney+ zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

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Donna Sheridan in "Mamma Mia!" (2008)

Peinlich, wenn die eigene Mama nicht weiß, wer der eigene Vater ist. Noch peinlicher, wenn man sich als verliebtes Töchterlein wünscht, dass eben dieser Vater zur eigenen Hochzeit erscheint, man will ihn schließlich endlich kennenlernen. Aus dieser Prämisse zaubert das ABBA-Musical einen mitreißenden Feel-Good-Film, der nostalgische Gefühle zur Kunstform erhebt und bei der Darstellung der Mutter-Tochter-Beziehung gekonnt zwischen Humor und Pathos pendelt.

Streep als singende und sexuell freizügige Donna, die auch als Mama das Leben in vollen Zügen genießt, ist eine Offenbarung!

"Mamma Mia!" ist auf Netflix, Sky X und Amazon Prime zu sehen. Hier geht's zum Film!
 

Amy, Kiki und Darla in "Bad Moms" (2016)

Der Titel ist Programm: Die drei jungen Damen sind alles andere als Vorzeige-Mütter – und genau deshalb umso unterhaltsamer! Wieso soll man es schließlich nicht auch mal als Mama ordentlich krachen lassen und den stressigen Alltag hinter sich lassen? Denn Perfektion ist doch langweilig ...

Leichtfüßige Comedy mit gut aufgelegten SchauspielerInnen, die schamlos zeigen, dass Mama-Sein auch anders funktioniert, als man es sich gemeinhin vorstellt. 

"Bad Moms" ist auf Netflix und Sky X zu sehen und auch auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zur Serie!

Joyce Byers in "Stranger Things" (seit 2016)

Als ihr Sohn Will verschwindet, tut Joyce alles – und zwar wirklich alles! –, um ihren Sprössling wiederzufinden. Auf Joyce kann man sich verlassen, sie ist am Ende diejenige, die verlässlich den Tag rettet. Für ihren Sohn opfert sie sich bis zur Selbstauflösung auf und offenbart dabei eine interessante vielschichtige Psychologie. Die derzeit coolste TV-Mama. 

"Stranger Things" ist auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

Jules und Nic in "The Kids Are All Right" (2010)

Die Indie-Dramedy war einer der ersten Filme, die eine Patchwork-Familie mit queerem Einschlag in den Fokus stellten und vor allem zeigten, dass auch ein homosexuelles Elternpaar mit denselben Problemen zu kämpfen hat wie alle anderen auch.

Jules und Nic (toll wie immer: Annette Benning und Julianne Moore) haben mit Eifersucht, heranwachsenden Kids und eingeschlafener Leidenschaft zu kämpfen. Angenehm unaufgeregt und von der ersten Minute an ans Herz gehend. 

"The Kids Are All Right" ist auf Amazon Prime erhältlich. Hier geht's zum Film!

 

 

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