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03/22/2021

Die 17 besten Serien der 2000er Jahre

Das neue Jahrtausend beförderte die Qualität und Kreativität von TV-Serien in bis dahin unbekannte Höhen.

von Manuel Simbürger

Wir befinden uns ganz am Anfang des 21. Jahrhunderts: Die Welt ist doch nicht untergegangen und wir sind alle etwas irritiert und ratlos. Während die Bevölkerung also damit zurechtzukommen versucht, dass wir uns plötzlich wieder in einem Jahrzehnt befinden, das sich "Nuller-Jahre" nennt, hat Hollywood schnell begriffen: Ein neues Jahrtausend ist auch die Chance, ganz neue Wege zu gehen und das Publikum mit Narrativen zu konfrontieren, die es fordern und es zwingen, die Sehgewohnheiten-Komfortzone zu verlassen. 

Die Nuller-Jahre gelten als Beginn des sogenannten "Quality TVs": Serien wie "Die Sopranos" (die streng genommenen schon 1999 startete), "Breaking Bad", "Lost" oder "24" verlassen ausgetrampelte Dramturgie-Pfade und eröffnen eine gänzlich neue Welt und gleichzeitig auch einen großen Spiel- und Assoziations-Raum: Fernsehen war nicht länger nur der kleine Bruder des Kinos. Man hat erkannt, dass hier Platz ist für innovative, mutige und vielschichtige Geschichten mit dreidimensionalen Figuren, die, im Idealfall, über Jahre wachsen und zu Freunden werden können. Der Trend hält bis heute an: Immer mehr Kino-Stars wechseln ins TV-Gerne, immer ausgefallener werden die Story-Ideen.

"Quality TV" hat die TV-Welt auf ewig verändert und die Art und Weise, wie wir Geschichten erzählen und vor allem erzählt bekommen, maßgeblich beeinflusst. Wir wissen nun, wie gut TV sein kann. Und geben uns nicht mehr mit weniger zufrieden. Denn zumindest im TV-Genre gilt seit den Nuller-Jahren: Es wird tatsächlich besser. 

Die besten Kultserien aus den Nuller-Jahren:

Die Sopranos (1999-2007)

Die epische Mafia-Saga rund um Tony Soprano (James Gandolfini), den sensiblen Patriarchen in der Identitätskrise, gilt offiziell inoffiziell als Beginn einer neuen TV-Ära: Noch nie zuvor waren Drehbücher so scharfsinnig, komplex, nuanciert und on point, Figuren so vielschichtig und irgendwo zwischen Gut und Böse angesiedelt sowie TV-Darsteller*innen so brillant überzeugend wie hier.

"Die Sopranos" ist Hommage an Mafia-Filme genauso wie ein tiefgründiges Psychogramm von Anti-Held*innen, die so sind wie wir, nur, dass sie sich gleichzeitig mit Mord, Erpressung und der Polizei herumschlagen müssen – sowie mit Mafia-Klischees, die sie zugleich mit jeder Faser verewigen. Manche Episoden wirken gar wie europäische Kurz-Filme: Wir sehen einem Charakter dabei zu, wie sein emotionaler Haushalt außer Gleichgewicht gerät, nur um kurz darauf bei der nächsten Gewalt-Szene erschrocken zusammenzuzucken. "Die Sopranos" ist ein revolutionärer TV-Meilenstein, prämiert mit 20 Emmys und fünf Golden Globes. 

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24 (2001-2010)

"24" gab Spannung im TV ein gänzlich neues Gesicht: In Echtzeit hat Anti-Terror-Spezialist Jack Bauer gemeinsam mit seinem CTU-Team immer pro Staffel nur exakt 24 Stunden Zeit, um die USA vor dem Bösen zu retten, sei es in Form von chinesischen Terrorist*innen oder islamistischen Schläferzellen. Dass die Serie nur knapp zwei Monate nach dem Angriff auf das World Trade Center Premiere feierte, war für die Serienmacher*innen makabres Glück im Unglück: denn mit dem endlosen Kampf gegen den Terrorismus fing "24" perfekt den damaligen Zeitgeist ein und war würdiger TV-Vertreter der Bush-Politik.

Zeit zum Durchatmen gibt es in den ereignisreichen Tagen von Jack Bauer weder für die Protagonist*innen noch für die Zuseher*innen, was mit Split Screens, ablaufendem Countdown, exzessiven Gewalt-Darstellungen und zahlreichen nervenaufreibenden Cliffhangern auch mehr als betont wird. "24" ist abgründiger Determinismus at its best, der noch dazu für exorbitante Adrenalinschübe sorgt. Sowas gab's davor noch nie und hat man auch seitdem nur noch sehr selten gesehen. 

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Six feet under (2001-2005)

Das Geschäft aber auch das Leben mit dem Tod steht in dieser poetisch-philosophisch-melancholischen Serie rund um das Bestattungsunternehmen der dysfunktionalen Familie Fischer im schwarzhumorigen Fokus. Der Tod ist in "Six feet under" etwas, das nicht nur kompromisslos akzeptiert wird, er scheint gar manchmal die einzige Erlösung der Komplexität namens Leben zu sein, das so vollgestopft mit Ironie ist, dass es manchmal auch für die Zuseher*innen schwer auszuhalten ist.

Alle Familienmitglieder weinen, leiden, streiten, vögeln und gehen mit einem herrlichen Augenzwinkern durchs Leben, aber die Familie als heiliger Zufluchtsort wird in "Six feet under" mit allen Regeln der Kunst und mit viel Hingabe dekonstruiert. Trauer sowie die menschliche Psyche im Allgemeinen werden in der von Alan Ball ("American Beauty") kreierten Serie zur Kunstform erhoben, die auch vor hochemotionaler Gesellschaftskritik und so manchen Tabu-Themen nicht zurückschreckt.

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CSI: Las Vegas (2000-2015)

"CSI: Las Vegas" ging 2000 das erste Mal on air – und plötzlich wollte die gesamte Welt auf Verbrecherjagd gehen: Die Crime-Serie rund um Bücherwürmer und Laborratten entstaubte das in die Jahre gekommene Whodunnit-Genre und machte die Jagd auf böse Buben (und Mädchen) mittels fetziger Musik, schnellen Schnitten, Computersimulationen und sexy Darsteller*innen modern, faszinierend und beliebt wie selten zuvor.

Die Arbeitsweise der Forensiker*innen wurde derart genau beschrieben, dass Kritiker*innen der Serie vorwarfen, Täter*innen im realen Leben würden dank "CSI" gefährlichen Einblick in die Arbeit der Verbrechensermittlung bekommen. Dass mit der modernen Ausstattung des TV-Teams auch mal gern übers Ziel hinausgeschossen wurde, interessierte da nicht besonders. Wir waren gefesselt und fanden Wissenschaft plötzlich ultra-cool. 

"CSI: Las Vegas" wurde zum Phänomen, das ein ganzes Franchise begründete und viele ebenso erfolgreiche Spin-Offs hervorbrachte, allen voran "CSI: Miami" und "CSI: New York". Auch die bis heute andauernde Flut an Crime-Serien haben wir "CSI" zu verdanken.

"CSI: Las Vegas" ist derzeit nur auf DVD erhältlich. 

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Lost (2004-2020)

Die Prämisse ist eigentlich mehr als simpel und auch nicht neu: Die Überlebenden eines Fluzeugabsturzes finden sich auf einer einsamen Insel im Nirgendwo wieder und müssen dort einen Weg finden, als Gruppe zu überleben. Aber dann kommen bei "Lost" die Twists, Turns, Mindfucks und Antworten, die nur noch mehr Fragen aufwerfen: Was hat es mit dem dämonischen schwarzen Rauch auf sich? Wie kommt ein Eisbär auf eine tropische Insel? Bewegt sich diese Insel etwa? Was führen die mitten im Dschungel versteckten Wissenschaftler*innen im Schilde? Sind sich einige der Flugzeug-Passagier*innen etwa schon früher begegnet? Wieso kann ein gelähmter alter Mann plötzlich wieder gehen? Und was, verdammt noch mal, bedeutet die Zahlenkombination 4, 8, 15, 16, 23 und 42?

Der Mystery-Kracher "Lost" ebnete den Weg für TV-Storyplots, die sich über viele Jahre hinweg erstrecken und die höchste Aufmerksamkeit erfordern: Verpasst man eine Folge, ist man draußen. Auch von Fans detailliert erarbeitete Verschwörungstheorien wurden mit dem Insel-Abenteuer von J.J. Abrams ("Star Wars: Episode VII") en vogue. Auch in anderer Hinsicht schrieb die Serie TV-Geschichte: Die Abschiedsfolge von "Lost" gilt als eine der schlechtesten TV-Final-Folgen ever. Die meisten Fragen sind auch heute noch unbeantwortet. 

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Desperate Housewives (2004-2012)

Im inoffiziellen "Sex and the City"-Nachfolger geht es zwar auch um Sex und amouröse Irrungen und Wirrungen, aber noch viel mehr um Intrigen, Geheimnisse, Skandale und Leichen, die der/die scheinbar perfekte Nachbari*in im ebenso perfekt restaurierten Keller zu verbergen hat. Die Dramedy rund um das morrallose Treiben von vier (manchmal auch fünf) Hausfrauen ist eine höchst unterhaltsame, schwarzhumorige und bissige Satire über die US-Vorstadt-Idylle.

Die Serie zeigt endlose Freude an überspitzten Story-Wendungen und aberwitzig-überdrehter Dramatik, so weit weg von der Realität, dass wir genau deshalb immer wieder in die Wisteria Lane zurückkommen. Das jeweilige Staffel-Geheimnis als roter Faden schadet da natürlich auch nicht – genauso wenig wie charismatische Protagonistinnen, die so unterschiedlich sind, dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. 

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Supernatural (2005-2020)

Die langlebigste Mystery-Serie in der Geschichte des Fernsehens ist ein spannendes, gruseliges und durch und durch kreatives Konglomerat aus Road-Trip-Movie, Horrorfilm, Trash-Streifen und Teen-Serie, gemixt mit Versatzstücken aus Sagen, Mythen, Fabeln und sogar der Bibel. Die Brüder Sam und Dean Winchester, sexy, knallhart und streichelweich zugleich, legen sich nicht nur mit Klassikern wie Vampiren, Gestaltwandlern oder Geistern an, sondern auch mit Levithianen, Erzengeln und Gott persönlich.

Bildgewaltig, selbstironisch und durchaus launig überrascht die Serie im Verlauf der 15 Staffeln mit vielen kreativen Einfällen (beispielsweise ein Crossover mit der legendären Cartoon-Serie "Scooby-Doo" oder viele Meta-Episoden) und einem Universum, das sich langsam, aber umso wuchtiger mehr und mehr entfaltet und seinen ganz eigenen Regeln folgt.

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Nip/Tuck (2003-2010)

In der Regel sind Ärzt*innen im TV noble Menschen und um das Wohlergehen ihrer Patient*innen besorgt. Nicht so in "Nip/Tuck": Die Schönheitschirurgen Sean McNamara und Christian Troy sind mehr Geschäftsmänner denn Ärzte, auch wenn sie ihr Handwerk durchaus verstehen. Geld, Macht, Luxus und Sex stehen in ihrer Welt an oberster Stelle – und dass wahre Schönheit von innen kommt, dafür haben die beiden nur ein Lachen übrig –  und Troy einen Eddingstift zur Hand, mit dem er seinem One-Night-Stand nach der leidenschaftlichen Nacht schon mal die Problemzonen am eigentlich mustergültigen Körper anzeichnet.

Serien-Erfinder Ryan Murphy versucht erst gar nicht, Klischees zu widerlegen, vielmehr weidet er sich an ihnen. Moral und Political Correctness haben in diesem Hochglanz-Ethik-Drama keinen Platz. Der ewige Sonnenschein Miamis wechselt sich mit drastischen Schönheits-OP-Szenen und freizügigen sexuellen Darstellungen ab, was einen genauso faszinierenden wie abstoßenden Kontrast ergibt und als Spiegel der ambivalenten Seelenleben wirklich aller Protagonist*innen fungiert.

"Nip/Tuck" ist eine wunderbar tiefschwarze und satirische Parabel auf den (US-amerikanischen) Schönheitswahn und eine der ersten Serien, die Anti-Helden in den Fokus der Geschichte rückten.

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How I met your mother (2005-2014)

Lustvoll werden in "How I met your mother" sämtliche Sitcom-Regeln umgeschrieben, ignoriert oder dekonstruiert: Die Protagonist*innen dürfen sich weiter entwickeln, erwachsen werden, mit authentischen Veränderungen des Lebens umgehen.

Das wurde durchaus kreativ und originell in Szene gesetzt: Zeit- und Ortswechsel, detaillierte und einfallsreiche Running Gags sowie popkulturelle Lebensweisheiten machen "How I met your mother" zur vielleicht klügsten Sitcom aller Zeiten und zu einem Tornado der Gefühle, denn die Serie scheut auch nicht vor ernsten Themen zurück, Lachen und Weinen liegen hier nahe beieinander. Dazu vielschichtige Figuren, spielfreudige und authentische Darsteller*innen und frecher und subversiver Humor: "How I met your mother" ist ein humanistisches Manifest des Lebens.

Der Clou an der Serie ist aber natürlich die abenteuerlich-romantische Suche nach Teds Traumfrau und die Frage, wer die Mutter seiner Kinder ist, die sich wie ein roter Faden durch alle neun Staffeln ziehen. Kleine versteckte Hinweise werden von Beginn an eingebaut, die sich Folgen oder Staffeln später entweder als Wahrheit oder Unsinn erweisen. Rätsel-Raten in glanzvoller Rom-Com-Verpackung also! 

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Dexter (2006-2013)

Moralische Flexibilität in Serienform: "Dexter" taucht schonungslos und mit einer großen Portion schwarzem Humor in die Psyche eines Serienkillers ein und bringt die Zuseher*innen immer mehr in ein auswegloses moralisches Dilemma: Darf man so einen Menschen sympathisch und cool finden? Ist es okay, was er tut, denn schließlich jagt er nur Menschen, die gar Schreckliches getan haben – also irgendwie ist er ja ein Batman für Erwachsene? Haust etwa selbst ein Monster in meiner Seele? Darf man so eine Serie überhaupt ansehen?

Dexter Morgan (genial: Michael C. Hall) ist nach Hannibal Lector der sympathischste, aber auch furchterregendste Mörder in der TV- und Film-Geschichte. Atmosphärisch dicht und grausam spannend erzählt.

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Gilmore Girls (2000-2007)

Während in der Vorstadt-Siedlung der "Desperate Housewives" wirklich jeder Dreck am Stecken hat, ist das kleine Städtchen Stars Hollow in der herzerwärmenden Screwball-Comedy "Gilmore Girls" ein heilsamer Ort für Träumer*innen und alle, die es noch werden wollen. Die quirlige Jung-Mutter Lorelai und das blitzgescheite Töchterchen Rory erleben gemeinsam die Höhen und Tiefen des Lebens, aber egal, was da kommen mag: Die beiden halten (fast) immer zusammen.

Blitzschnell-schlagfertige Wortgefechte und zahlreiche Popkultur-Referenzen heben "Gilmore Girls" von anderen familientauglichen Prime-Time-Serien wohltuend ab. "Gilmore Girls" ist ein Freudenfest auf allen Ebenen, statt Provokation geht es hier um Herzensbildung.

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Mad Men (2007-2015)

"'Mad Men' ist nicht einfach Fernsehen. Es ist eine ganze Welt", sagte Serien-Erfinder Matthew Weiner irgendwann einmal über sein liebstes Baby. Eine Parallelwelt vielmehr, in der Frauen noch "Schätzchen" sind, in der hemmungslos gegrapscht und gequalmt wird und in der es undenkbar wäre, mit Jeans und T-Shirt ins Büro zu gehen, ja sich überhaupt außerhalb der eigenen vier Wände blicken zu lassen. Denn "Mad Men" spielt in den 1960er-Jahren und seit der ikonischen Serie ist dieses Jahrzehnt für immer mit Don Draper, Peggy Olson, Roger Sterling und Joan Holloway verbunden.

Dass "Mad Men" einen internationalen Retro-Trend in wirklich allen Bereich auslöste, darf man mit Fug und Recht behaupten. Die Serie setzte neue Maßstäbe in authentischer Darstellung von Zeitperioden: Von der Zigarre bis zu den perfekt geschnittenen Kleidern der Damen stimmt hier alles bis ins kleinste Detail. Auch Zeithistorisches wird kreativ und intelligent in die Drehbücher eingeschrieben und hat Auswirkungen auf die Protagonist*innen. Apropos: Diese sind so ambivalent gezeichnet, psychologisch so tiefgründig und stets so authentisch, dass sie die 60er-Jahre in all ihren Facetten wunderbar widerspiegeln. 

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Dr. House (2004-2012)

Wie an Kriminalfällen wird in dieser Krankenhaus-Serie an mysteriöse Krankheiten herangegangen, erst nach und nach ergeben die Puzzlesteinchen ein (meist lebensgefährliches) Ganzes. Chef-Ermittler ist ein Arzt, den es so im Fernsehen noch nie gegeben hatte: Ein berufliches Genie, aber misanthropisch, zynisch, durch und durch unsympathisch. Dazu noch tablettensüchtig und humpelnd – ein bahnbrechendes Novum, das den Mythos der Götter in Weiß endgültig auch im TV zu Fall brachte. Hugh Laurie aber legt die Titelfigur freilich vielschichtiger an, hinter jeder Beleidigung ist eine leise Trauer, hinter jedem Sarkasmus Selbstschutz zu erkennen.

Auch die von den Autor*innen akribisch recherchierten Fälle, die gar von echten Mediziner*innen gelobt und zwecks Diagnose in ihrem beruflichen Alltag verwendet werden, machten "Dr. House" 2008 zur meistgeschauten TV-Serie weltweit. 

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Breaking Bad (2008-2013)

Superlative sind beinahe nicht zu vermeiden, wenn man über "Breaking Bad" spricht: So gut wie in allen Rezensionen sind Termini wie "Meisterwerk", "TV-Meilenstein", "das beste TV-Drama in der Fernseh-Geschichte" oder "Perfektion in Serienform" zu finden. Und Recht haben all diese Kriitiker*innen: "Breaking Bad" ist nicht nur ein action- und wendungsreicher Drogen-Thriller, sondern in erster Linie ein nuanciertes Psychogramm eines krebskranken Chemielehrers, der gemeinsam mit seinem ehemaligen Schüler (und drogensüchtigem Klein-Gangster) zum gefährlichsten und skrupellosen Drogenboss der USA wird.

Es ist eine messerscharfe Charakter- und Gesellschaftsstudie, die "Breaking Bad" fünf Staffeln lang abliefert und dabei so viele dramaturgische Grenzen überschreitet, dass es am Ende keine mehr gab. Noch nie wurde ein moralischer Verfall so bitterböse und schonungslos eingefangen. Obendrein bietet die Serie intelligente Dialoge und klug eingearbeitete und sorgsam verwendete Metaphern, die es unaufdringlich schaffen, über die Serie und im besten Fall über das eigene Leben nachzudenken.

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Prison Break (2005–2009)

Immer, wenn man dachte, es ginge nicht mehr spannender oder es gäbe keinen Weg mehr aus der Sackgasse, überraschte "Prison Break" mit atemberaubenden Wendungen und Cliffhangern, die Zuseher*innen sabbernd auf die nächste Folge warten ließen. Außergewöhnlich machte die Serie auch, dass sie sich immer wieder selbst erfand und den eigenen Status Quo zerstörte, was für andere Formate normalerweise den Tod bedeutet, "Prison Break" aber viel mehr in der Kreativität förderte: War die erste Staffel noch ein nervenzerfetzendes Heist-Movie in umgedrehter Form, gehen wir in Staffel Zwei auf eine wilde Verfolgungsjagd, während in der dritten Staffel das Heist-Movie-Motiv diesmal recht traditionell aufgenommen wird, nur ist es diesmal der andere Bruder, der im Gefängnis sitzt. 

"Prison Break" besticht durch ein wohl durchdachtes, extrem dichtes und intelligentes Drehbuch, überraschende Twists und spannende Action, die sich angenehm mit leisen, sanften und berührenden zwischenmenschlichen Szenen abwechselt. Eine oftmals skurrile Reise, in der nicht immer alles ist, wie es zu sein scheint. 

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Grey's Anatomy (seit 2005)

Die Ärztinnen und Ärzte des Seattle Grace Hospital begleiten uns bereits gefühlt unser gesamtes Leben lang. Wir haben mit ihnen geliebt, gelitten, gestritten, operiert, gelacht, geweint, getanzt und noch mehr gelitten. In "Grey's Anatomy" stehen nicht die Patient*innen im Fokus, sondern die durch die Bank gut aussehenden Mediziner*innen, die ihr turbulentes Privatleben mit dem stressigen Berufsalltag vereinen müssen. Die medizinischen Fälle dienen dabei oftmals als Metapher für das Seelenleben der Ärzt*innen und aktuelle Probleme, mit denen sie sich gerade herumschlagen.

In "Grey's Anatomy" geht's nicht um medizinische Fakten, hier geht es um ganz große Gefühle, heißen Sex und larger-than-life-Dramen – beispielsweise in Form von Amokläufen, Flugzeugabstürzen oder totgeborenen Babys. Das ist zum Teil maßlos überzeichnet, aber trifft immer mitten ins Herz und bietet spannende Unterhaltung.

Es ist der große (und sich ständig verändernde) Cast, der die Storys in "Grey's Anatomy" antreibt. Zu allen Figuren haben wir bereits im ersten Serien-Jahr eine ganz tiefe Verbindung hergestellt und nun begleiten sie uns bereits seit 17 Staffeln durchs Leben. "Grey's Anatomy" mag im Grunde eine Hochglanz-Soap sein. Aber sie bietet mit verlässlicher Regelmäßigkeit emotionale TV-Momente für die Ewigkeit und ist gesellschaftskritischer, als man glauben mag.

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The Big Bang Theory (2007-2019)

Die Kult-Comedy "The Big Bang Theory" unterscheidet sich von anderen Genre-Kolleg*innen in ihren zahlreichen Referenzen auf die Pop- und Nerdkultur sowie auf die Welt der Wissenschaft. Noch nie zuvor waren Nerds so lustig und liebenswert wie in dieser Serie, die mit 279 Episoden als am längsten dauerhafte Sitcom der Welt gilt und ihre Darsteller*innen zu weltweiten (steinreichen) Superstars machte.

"The Big Bang Theory" ist ein genüsslicher Mix aus zielsicheren One-Linern, schrulligen Figuren und klugen Metaphern, der sogar Physiker*innen selbst begeistert. Dank der Serie sind Diskussionen um Superheld*innen, Video-Games und Schwarze Löcher salonfähig geworden.

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