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03/25/2021

Die 10 besten Thriller-Serien auf Netflix

Abschalten unmöglich: Diese Serien garantieren Höchstspannung von der allerersten Minute an.

von Manuel Simbürger

Was Thriller-Serien ihren filmischen Pendants voraus haben? Sie geben der Spannung und dem Nervenkitzel viel mehr Spielraum: Über viele Folgen, ja gar Staffeln erzeugen Thriller-Serien einen ständigen Wechsel zwischen Anspannung und Erleichterung, ein Wechselbad der Gefühle, das natürlich vor allem ein Ziel hat: nicht abschalten!

Und genau das fällt bei Thriller-Serien noch schwerer als bei anderen Serien, weshalb sich dieses Genre besonders gut fürs Bingen eignet: Das Credo "Nur noch eine Folge!" hat hier so viel Substanz wie ein Neujahrsvorsatz. Keine Sekunde möchte man hier versäumen, man fragt sich die ganze Zeit: Wer hat's getan? Was ist hier eigentlich los?

Die besten Netflix-Thriller-Serien:

Ozark (seit 2017)

Finanzberater Marty Byrde (Jason Bateman) zieht mit seiner Frau Wendy (Laura Linney) und seinen beiden Kindern aus Chicago in die Ozarks in Missouri. Um für den Schutz seiner Familie zu sorgen, willigt Marty in einen gefährlichen und folgenreichen Deal ein: Innerhalb von fünf Jahren muss er 500 Millionen US-Dollar für ein riesiges mexikanisches Drogenkartell waschen. Was er nicht ahnt: In Ozark scheinen Geldwäsche und der Deal mit Drogen der neueste Trend zu sein.

Wer hätte das gedacht: "Arrested Development"- und "Kill the Boss"-Star Jason Bateman kann auch ernsthaft und dramatisch: Das Leben der Familie Byrde ist hoffnungslos und von ständigen Gefahren geprägt. Das Erzähltempo ist hoch, die Darsteller*innen überzeugend, die Figuren vielschichtig und Gott sei Dank halbwegs weit weg von Klischee-Zeichnungen.

Ein Durchschnitts-Familienvater, der sich plötzlich inmitten von skrupellosen Drogenbaronen wiederfindet: Das erinnert natürlich an "Breaking Bad" und sollte die Fans der Kult-Serie ebenso ansprechen, auch wenn "Ozark" an das hohe Level seines Vorbilds nicht herankommt. Bisher gibt es drei Staffeln, eine weitere ist bereits gesichert.

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You – Du wirst mich lieben (seit 2018)

Der gut aussehende und charmante Buchhändler Joe (Penn Badgley) glaubt ganz fest an die eine, große Liebe, an Seelenverwandtschaft. Wenn von dieser Verwandtschaft die Angebetene nichts weiß, ist das für Joe kein Problem – denn was nicht passt, wird passend gemacht: Die Traumfrau wird für ihn zum Objekt der Begierde, für das er wirklich alle obsessiven Register zieht – und auch nicht vor Stalking oder noch schlimmeren Methoden zurückschreckt, um zu beweisen, wie viel Liebe in ihm steckt.

"You – Du wirst mich lieben" war einer der größten Überraschungserfolge von Netflix der vergangenen Jahre und hat sich seit seiner Premiere 2018 eine große Fangemeinde erarbeitet. Der düstere psychologische Thriller gibt abgrundtiefe Einblicke in die Denkweise eines Psychopathen, der – zumindest die meiste Zeit – voll und ganz von der Richtigkeit seines Tuns überzeugt ist. Wie sehr Joe sogar die schlimmsten Taten rationalisiert, ist furchterregend, aber auch faszinierend.

Zugleich gebärdet sich "You – Du wirst mich lieben" als satirisch-zynischer Liebesbrief an all die Ideale und Vorstellungen von romantischen Beziehungen, die uns von der Gesellschaft eingeimpft wurden. Zudem spielt Badgley den Psycho-Stalker erschreckend glaubhaft. Eine dritte Staffel ist fix!

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Dark (2017-2020)

Zu Beginn der allerersten deutschen Netflix-Serie steht das spurlose Verschwinden zweier Kinder im Fokus. Vier Familien begeben sich auf die verzweifelte Suche nach Antworten und der Lösung eines Rätsels, das drei Generationen umspannt und weit über das Konzept von Zeit und Raum hinausgeht.

Innerhalb von drei Folgen wird gebannten Zuseher*innen eine komplexe Dramaturgie mitsamt überraschenden Wendungen, philosophischen Ansätzen und einer sich langsam aufbauenden Spannung um die Ohren gehauen, wie es für deutsche Serien ungewöhnlich ist. "Dark" ist ein außergewöhnlich düsterer Mystery-Thriller, der 2018 gar mit dem Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion ausgezeichnet wurde. Leider viel zu früh abgesetzt. 

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The Sinner (seit 2017)

In dieser Thriller-Anthologie-Serie beschäftigt sich Detective Harry Ambrose (Bill Pullman) pro Staffel jeweils einem anderen Verbrechen, dessen Wurzel irgendwo vergraben in der Psyche des Täters/der Täterin zu finden ist. Auch wenn Staffel zwei und drei (mit Matt Bomer) empfehlenswerte spannende Unterhaltung bieten und unter die Haut gehen, sticht die Premieren-Staffel mit Jessica Biel als unscheinbare junge Mutter, die eines Tages ohne ersichtlichen Grund eine Frau ermordet, nach wie vor heraus. 

Gemeinsam mit Ambrose (der noch dazu mit seinen eignen inneren Dämonen zu ringen hat) versucht der/die verwirrte, aber gefesselte Zuseher*in, dem jeweiligen Geheimnis auf die Spur zu kommen, und taucht dabei tief in die menschliche Psyche ein, was in den besten Momenten der Serie einem perfiden Horrortrip ähnelt. Ein bisschen wie die ganz kleine Schwester von  "Sieben".

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Bodyguard (2018)

Die erfolgreichste BBC-Serie der vergangenen Jahre spielt im Schaltzentrum der Macht und erzählt die Geschichte des David Budd (Richard Madden), einem feschen, heldenhaften, aber unberechenbaren Kriegsveteranen, der inzwischen im Personenschutz des Londoner Metropolitan Police Service tätig ist. Als Bodyguard der ehrgeizigen und einflussreichen Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes) ist er zwischen seiner Pflicht und seinen Überzeugungen hin- und hergerissen. Könnte er als ihr Beschützer zu ihrer größten Bedrohung werden?

Non-Stop-Spannung dank atemberaubender Wendungen und einem süchtig machenden Mix aus Psycho- und Politik-Thriller mitsamt Action-Einlagen! Richard Madden ("Game of Thrones") als Bodyguard, der mehr und mehr an seine Grenzen geht und ständig zwischen sensiblem Einfühlungsvermögen und irrationaler Wut oszilliert, ist das Herzstück dieser mehrfach ausgezeichneten Mini-Serie. Eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt.

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The Fall – Tod in Belfast (2013-2016)

Gillian Anderson ("Akte X") in einer weiteren feministischen Rolle, der sie dank zurückgenommenem, nuanciertem Spiel viel Raum zur Entfaltung lässt und die in einer männerdominierten Welt subtil mit Konventionen bricht: Als Detective Superintendent Stella Gibson jagt sie in Belfast einen psychopathischen Frauenmörder. Wer das ist, wissen wir Zuseher*innen von der ersten (unheimlichen!) Minute an: nämlich Paul Spector alias Jamie Dornan ("Fifty Shades of Grey"), der in seinem Privatleben nicht nur liebevoller Ehemann und Vater, sondern auch noch Familientherapeut ist. Ein Teufel in netter Menschengestalt also.

Was folgt, ist ein betont langsames, aber gerade deshalb so zermürbendes Psycho-Duell auf Augenhöhe und ein Katz-und-Maus-Spiel auf gleich mehreren Ebenen: Gesetz gegen Verbrechen, Frau gegen Mann, freie Sexualität gegen unterdrückte Sehnsüchte, Rationalität gegen Emotionen, Kontrolle gegen Kontrollverlust. Anderson und Dornan spielen sich gegenseitig an die Wand, reißen diese dabei ein und ziehen mit oftmals minimalen Mitteln die Spannungsschraube ganz gehörig an.

Besonders an "The Fall – Tod in Belfast" ist, dass den Ermittlungen genauso viel Zeit eingeräumt wird wie der Vorgangs- und Denkweise des Serienmörders. Ein Lehrbuch-Kapitel über gegensätzliche Psychogramme, das dem/der Zuseher*in dank der langsamen Erzählweise genügend Zeit gibt, auch die eigenen dunklen Seiten zu erkunden und sich zu fragen, was in dem/der netten Nachbar*in eigentlich wirklich vorgeht – wenn man das aushält.

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Safe (2018)

Diese britisch-französische Mini-Serie mit Michael.C.Hall ("Dexter") in der Hauptrolle verdient so viel mehr Aufmerksamkeit, als ihr zugestanden wird: Die Ehefrau von Chirurg Tom (Hall) ist vor einem Jahr gestorben. Nun lebt er allein mit seinen beiden Töchtern in einer wunderschönen bewachten Wohnanlage. Enge Freund*innen sind stets zur Stelle und eine neue Beziehung bahnt sich auch an. Doch als seine älteste Tochter eines Tages unter mysteriösen Umständen verschwindet, wird ihm klar, dass er sich in den Menschen in seinem näheren Umfeld getäuscht hat. Dunkle Geheimnisse über seinen Heimatort und die Menschen, die ihm am nächsten stehen, treten an die Oberfläche.

Lebenspartner*innen, Kinder, Liebhaber*innen, Eltern und Freund*innen – kennen wir die Menschen, die wir lieben, wirklich? Um diese bohrende Frage dreht sich die Thriller-Drama-Serie, in der wirklich jeder verdächtig ist und die gerade deshalb so irrsinnig packend ist. Cliffhanger gehören für solche Formate natürlich zum guten Ton und auch "Safe" spart hier definitiv nicht am falschen Platz. Die Prämisse, dass jede und jeder im idyllischen Örtchen ein dunkles Geheimnis hat, ist zwar nicht neu, aber funktioniert trotzdem immer noch – zumindest bei "Safe", einem (im besten Sinne) launigen Whodunnit-Mix aus "Broadchurch" und "Desperate Housewives".

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Mindhunter (2017-2019)

Die FBI-Agenten Holden Ford (Jonathan Groff, "Glee") und Bill Tench (Holt McCallany, "CSI:Miami") tauchen tief in die Psyche von Menschen ein, die Unvorstellbares getan haben. Mithilfe der Psychologin Wendy Carr (Anna Torv, "Fringe") nutzen sie ihre einzigartigen Verhaltensanalysen zur Jagd auf notorische Serienkiller*innen.

Die von wahren Begebenheiten inspirierte und von David Fincher inszenierte Serie "Mindhunter" gilt als Husarenstück serieller Erzählkunst und als eines der bester Werke, die Netflix jemals hervorgebracht hat: Die Anfänge des Profilings werden historisch detailliert, düster, nachvollziehbar und natürlich höchst spannend in Szene gesetzt. Das Herz der Serie sind die Verhöre bekannter Serienkiller wie Charles Manson oder Edmund Kemper.

Jede Episode hat Kinofilm-Niveau – und ähnlich wie bei "The Fall" gilt auch hier: Der psychologische Horror wird durch Langsamkeit erzeugt. Zudem gelingt "Mindhunter" anders als anderen thematisch ähnlichen Formaten ein ausgewogener Mix aus Privat- und Berufsleben der Ermittler*innen. Die historische Detailverliebtheit erinnert an "Mad Men".

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Marcella (seit 2016)

Die Crime-Thriller-Serie des international angesehenen Drehbuchautors und Romanschriftstellers Hans Rosenfeldt ("Die Brücke – Transit in den Tod") spielt im heutigen London und handelt von der Londoner Kommissarin Marcella (Anna Friel), die eine tiefe Lebenskrise durchmacht und von Ablehnung und ihrer eigenen Intuition angetrieben wird. Nach zwölfjähriger Berufspause wird sie sofort mit einem ungelösten alten Fall konfrontiert: Ist derselbe Killer von damals wieder am Werk? Bei den Ermittlungen muss Marcella nicht zuletzt mit ihrer psychischen Labilität kämpfen.

Ermittler*innen, die sich selbst mit so manchen privaten Problemen herumschlagen müssen, kennt man zuhauf. Selten aber tänzelte eine Kommissarin so gefährlich nah an einem psychischen Zusammenbruch wie Marcella. Genau das macht auch den Reiz der Serie aus: Wird Marcella die Rückkehr zur Arbeit in Anbetracht ihrer Zerbrechlichkeit und mentalen Gesundheit meistern können? Und: Wird ihr ihre Arbeit die gesuchten Antworten liefern oder sie lediglich in gefährliches Terrain führen, das sie um jeden Preis meiden sollte? Dabei ist Friel so überzeugend, dass sie 2017 mit einem Emmy belohnt wurde. 

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Breaking Bad (2008-2013)

Der moralische Verfall des Chemielehrers Walter White (Bryan Cranston) ist ein Meisterwerk in seriellem Gewand. Egal, welche Wendung die Serie nimmt: Die Situation wird immer tragischer, immer verfahrener, immer spannender – und die Story immer besser! "Breaking Bad" ist schonungslose Charakterstudie genauso wie unnachgiebiger und actionreicher Drogen-Thriller. Während sich White in seinem verwerflichen Tun immer wohler fühlt, werden wir Zuseher*innen regelmäßig aus unserer Komfortzone mit größter emotionaler Wucht herauskatapultiert.

Eine eiskalte, unbehagliche Atmosphäre der Angst ist "Breaking Bad" eingeschrieben, gewürzt mit nie enden wollender Brutalität und psychologischem Horror. Nie werden wir vergessen, als White klarstellte: "Ich bin nicht in Gefahr, Skyler. Ich bin die Gefahr. Einer öffnet die Haustür und wird erschossen und du meinst, das wäre ich?! Nein, ich bin derjenige, der bei ihnen klopft." Wow!

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