Remake von"American Psycho" in Arbeit "American Psycho", der sehr kontroversiell diskutierte und zum Kultfilm avancierte Streifen aus dem Jahr 2000, erfährt ein Remake. Der brutale Film über einen kaltblütig mordenden Yuppie wurde nach einer Vorlage von dem noch um einiges brutaleren, gleichnamigen Roman von Bret Easton Ellis realisiert. Nun will Lionsgate eine Neuauflage von der Geschichte des Serienkillers Patrick Bateman.

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03/23/2021

Die 10 besten Psychothriller auf Netflix

Diese Netflix-Filme bieten elektrisierenden Nervenkitzel und tauchen schonungslos tief in die menschliche Psyche ein.

von Manuel Simbürger

Sie lassen den Blutdruck in die Höhe schnellen, das Herz rasen und einen vor unerträglicher Spannung im Sitz festkrallen: Psychothriller sind Adrenalin-Spritzen im cineastischen Gewand. Im besten Fall nehmen diese Filme uns an der Hand und begleiten uns in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Zwielichtige Figuren spielen mit dem Verstand sowohl der Protagonist*innen als auch der Zuseher*innen und oftmals steht eine Frage im Fokus, die wir uns immer und immer wieder stellen, die sich tief in unser Gehirn eingebrannt hat und uns die Welt plötzlich mit anderen Augen sehen lässt: Was ist real? Und was nicht? Bin ich real?

Die besten 10 Psychothriller-Filme auf Netflix: 

Prisoners (2013)

Ein perfider Mix aus Thriller und Drama über Selbstjustiz, Obsession und Schuld, atmosphärisch dicht inszeniert und hervorragend gespielt: Als die sechsjährige Tochter des bibeltreuen Kriegsveteranen Keller Dover (Hugh Jackman) entführt wird, steht er vor den Scherben seines gesamten Lebens. Der junge und überaus ambitionierte Detective Loki (Jake Gyllenhaal) stößt mithilfe seines Teams bald auf einen Verdächtigen, den geistig behinderten Alex Jones (Paul Dano). Aufgrund mangelnder Beweise muss er ihn aber laufen lassen. Dover begibt sich daraufhin in tiefster Verzweiflung, aber auch feuriger Wut im Bauch, auf den gefährlichen Weg gnadenloser Selbstjustiz. Dank mutiger Komplexität fesselnd bis zur letzten Sekunde!

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American Psycho (2000)

Lange Zeit galt der gleichnamige Kult-Bestseller von Skandal-Autor Bret Easton Ellis aus dem Jahre 1991 als unverfilmbar: Zu brutal, zu ästhetisch herausfordernd, zu vielschichtig ... und ach ja, zu brutal! Regisseurin Mary Harron nahm die Herausforderung an und schuf eine eiskalte, kompromisslose, schmerzlich intensive und dabei hochkomplexe Charakter- und Gesellschaftsstudie der 1980er-Jahre. Der sadistische Wall-Street-Yuppie Patrick Bateman, Soziopath im perfekten Anzug, der im Luxus-Apartment bei hipper Popmusik aus Langeweile Frauen zerstückelt, ist ein Protagonist, dessen Wesen mit voller Wucht gegen alle Grenzen anrennt und sie dabei nur noch mehr zementiert.

Wir werden nicht Zeug*innen eines moralischen Verfalls, in "American Psycho" ist von Beginn an wirklich alles und jeder zum Scheitern verurteilt, so abgestumpft sind alle vom Konsumwahn. Das filmische Konglomerat aus Schwarzer Komödie, Thriller und Horror vereinigt sich zu einer blutigen und absolut brutalen Tour de Force, die tief in die menschlichen Abgründe vordringt und auch am Ziel nicht Halt macht. Genauso kontrovers wie die literarische Vorlage – und Bale ist beängstigend authentisch. 

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Sieben (1995)

Psychospielchen-Meister David Fincher präsentiert sich in Höchstform in diesem nervenzerfetzenden Thriller über einen Serienkiller, der von den sieben Todsünden besessen ist. Um diese auch würdig zu ehren, begeht er im Namen jeder Todsünde einen entsprechend inszenierten Ritualmord. Die Jagd nach dem Psychopathen bringt die Detectives Somerset (Morgan Freeman) und Mills (Brad Pitt) an ihre seelischen Grenzen.

Zutiefst düsteres und pessimistisches Psychothriller-Juwel, das sich dank permanentem Gefühl der unterschwelligen Gefahr und so einigen Schockmomenten tief ins Gedächtnis der Zuseher*innen gräbt und einen so schnell nicht mehr loslässt. Die Darsteller*innen überzeugen durch die Bank. 

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Split (2016)

M. Night Shyamalan meldete sich mit diesem buchstäblichen Mindfuck-Film mit Pauken, Trompeten und gewohnter Twist-Affinität zurück: Das Leben dreier Teenagerinnen ändert sich schlagartig, als sie von einem ihnen fremden Mann entführt und eingesperrt werden. Der Horror verdoppelt sich für die jungen Frauen, als sich bald darauf herausstellt, dass ihr Peiniger, der sich Kevin nennt, eine multiple Persönlichkeit besitzt: Sage und schreibe 24 Persönlichkeiten wohnen in seinem Geist. Die 24. Persönlichkeit nennt sich "die Beste" und ist die schlimmste von allen und versucht mit allen Kräften, aus Kevin auszubrechen. Die Teenagerinnen wissen: Gelingt ihnen bis dahin nicht die Flucht, bedeutet das ihr Todesurteil.

Shyamalan treibt das "Dr. Jekill & Mr. Hyde"-Motiv schamlos an die Spitze, wenn er seinen Hauptdarsteller James McAvoy mindestens acht verschiedene Persönlichkeiten darstellen lässt. Ein Traum für jede/jeden Schauspieler*in, den McAvoy mit sichtlicher Spielfreude auslebt: Ihm gelingt es, glaubhaft verschiedene Facetten des menschlichen Seins zu zeigen, ohne dabei je ins Lächerliche abzudriften, womit McAvoys Spiel eindeutig das Herz des Films ist. In "Split" wird das Performative zum Horror-Trip, der seine Spannung aus der Unkontrollierbarkeit des Bösen generiert. Das Finale ist ein klassischer WTF-Shyamalan-Moment. 

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Shutter Island (2010)

1954: US-Marshall Teddy Daniels (Leonardo DiCaprio) untersucht mit seinem neuen Kollegen Chuck Aule (Mark Ruffalo) das Verschwinden der Patientin Rachel Solando (Emily Mortimer) aus dem Ashecliffe Hospital für psychisch gestörte Schwerverbrecher, das auf der Insel Shutter Island vor der Küste von Massachusetts liegt. Bald stellen die beiden fest, dass das Vorgehen der hiesigen Ärzt*innen äußerst unethisch und sogar illegal ist. Als ein Hurrikan die Insel heimsucht, kommt es zu einem Massenausbruch aus der Klinik – und plötzlich weiß Teddy nicht mehr, was wahr und was Fiktion ist. Atmosphärisch dicht inszenierter Psycho-Trip mit zahlreichen filmhistorischen Zitaten und einem bravourösen Cast. Durch und durch schaurig-atemberaubend!

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Black Swan (2010)

Dass Ballett wahrlich kein Zuckerschlecken ist, daran erinnerte uns Ausnahme-Regisseur Darren Aronofsky 2010 mit seinem bitterbösen und zermürbenden Psychogramm einer ehrgeizigen Ballett-Tänzerin (Natalie Portman), die zwar endlich ihre Traumrolle in "Schwanensee" ergattert, aber während der Proben immer häufiger von düsteren Halluzinationen heimgesucht wird. Wie es sich für einen guten Psychothriller gehört, verschwimmen in "Black Swan" mehr und mehr die Grenzen zwischen Realität und Traum, was Aronofsky derart hypnotisch, drastisch und gruselig-poetisch in Szene setzt, sodass sich das Wahnhafte von Nina auch auf die Zuseher*innen überträgt.

"Black Swan" gleicht einem alptraumhaften Gruselmärchen, in dem die Protagonistin Prinzessin und Hexe gleichzeitig ist. Psychologisch hochkomplex, herausfordernd und gerade deshalb absolut sehenswert. Portmans furchterregend intensives Spiel wurde zu Recht mit einem Oscar belohnt. 

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One Hour Photo (2002)

Robin Williams mag uns vor allem mit seinen komödiantischen Rollen im Gedächtnis geblieben sein, aber der 2014 verstorbene Schauspieler hatte viele Talent-Ebenen, konnte auch dramatisch und gar bitterböse – so wie in diesem Indie-Meisterstück von Mark Romanek: Williams gibt den einsamen Foto-Entwickler Seymour "Sey" Parrish. Er ist besessen vom scheinbar perfekten Leben einer Familie, die seit langem Kunde von Sey ist. Besonders Nina, Mutter und Ehefrau der Familie, hat es ihm angetan, Als Sey entdeckt, dass es in der Ehe von Nina kriselt, beschließt er, einzugreifen und die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Ein Foto-Entwickler, der sein Leben anhand der Erinnerungen fremder Menschen lebt und so zum heimlichen Voyeur wird: Wer sich in der Prä-Smartphone-Zeit jemals gefragt hat, wer die Urlaubsfotos eigentlich entwickelt und zu sehen bekommt, sollte sich "One Hour Photo" auf jeden Fall ansehen. Williams brilliert als Psychopath im Gewand des netten Nachbarn von nebenan, was den Film auch so beklemmend macht. Der Horror wird in "One Hour Photo" nicht mit exzessiven Gewalt- und Blutorgien transportiert, sondern sehr viel subtiler, leiser, menschlicher, ja sogar sanfter. Geheimtipp!

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CAM (2018)

Webcam-Pornografie ist harte Arbeit. Dem ist sich auch Alice (Madeline Brewer) bewusst, weshalb sie sich mit großem Ehrgeiz und noch mehr Grips in ihren Job reinkniet. Die Fangemeinde von Alice wächst – und die junge Frau weiß, was von ihr erwartet wird. Erwartet hätte sie allerdings nicht, dass ihr eine Frau eines Tages ihre Online-Identität stiehlt und Alice somit unsichtbar macht. Mehr noch: Die Fremde sieht genauso aus wie sie! Alice tut alles, um das, was eigentlich nicht sein kann, ungeschehen zu machen.

"CAM" ist keine psychologische Abhandlung über existenzielle Fragen der menschlichen Psyche, bietet aber allein schon aufgrund des außergewöhnlichen Settings (nämlich die Online-Porno-Szene) außergewöhnliche Film-Unterhaltung, die mit originellen erzählerischen Kniffs und sanfter Erotik überzeugt. Spannend, packend und zart provozierend!

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Mother! (2017)

Darren Aronofsky mag's kurios, bizarr und furchterregend, neben dem extrem umstrittenen Aufreger "Mother!" mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem in den Hauptrollen gebärden sich "Requiem for a dream" oder "Black Swan" aber beinahe wie beruhigende Einschlaf-Liedchen: In "Mother!" geht es um ein namenloses Ehepaar (Lawrence und Bardem), in dessen ruhiges, abgelegenes Zuhause das Böse einkehrt und gekommen ist, um zu bleiben. Mehr sollte man vor dem Schauen gar nicht über den Film wissen, denn hier gilt in bester Psychothriller-Horror-Mix-Manier: Unwissenheit schützt vor Alpträumen nicht!

Diese stellen sich nämlich bei den Zuseher*innen garantiert ein, wenn sie knapp zwei Stunden lang Zeug*innen davon werden, wie sich ein anfangs zwar spannender, aber konventioneller Psychothriller in einen sowohl hedonistischen als auch nihilistischen Horror-Trip verwandelt, der sich schonungslos mehr und mehr der Manie des Wahnsinns hingibt und gegen Ende einer sadistischen Orgie gleicht, dessen Grauen Porno-Film-ähnliche surreal-überspitzte Darstellungsweisen annimmt. Die Spannung steigt langsam und entlädt sich schlussendlich in einem Mindfuck-Schrei, in seinem Schmerz so interpretationsfreudig, dass einem die Ohren sausen. Lawrence ist verstörend gut!

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Cube (1997)

Sechs Menschen, in ihren Persönlichkeiten grundverschieden, erwachen in einem Labyrinth aus tausenden aneinander gereihten würfelförmigen Räumen, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Sie wissen nicht, wieso sie hier sind und wie sie hierher gekommen sind. Gemeinsam versuchen sie, einen Weg aus diesem bizarren Gefängnis zu finden. Aber nicht nur gefährliche Fallen, auch gegenseitiges Misstrauen machen eine Flucht so gut wie unmöglich.

Angst, Paranoia, Misstrauen, Verzweifeln: Der Indie-Mix aus Kammerspiel, Horror, SciFi und Psychothriller spielt alle schwarzen Tasten auf der Emotions-Klaviatur. "Cube" ist ein psychologischer Diskurs über Menschen in Extremsituationen, visuell ebenso originell wie radikal umgesetzt. Der größte Horror ist immer noch der menschliche Geist selbst. Stimmt nachdenklich, elektrisiert aber auch das Nervenkostüm.

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