Eine Frau ist eine Frau

 F/I 1960

Une femme est une femme

Romanze, Komödie, Musikfilm / Musical, Avantgarde 85 min.
7.60
Eine Frau ist eine Frau

In jeder Hinsicht: ein Liebesfilm: Godards Version eines Technicolor-Musicals.

Eine visionäre Angelegenheit: ein Singspiel, dessen Protagonisten nicht wirklich singen und tanzen können, ein in bezauberndem Technicolor und üppigen Breitwand-Kompositionen glimmender Tribut an ein von Godard geliebtes Genre. Der Plot ist betont dünn gehalten - Stripperin Anna Karina möchte ein Baby, als ihr Freund Brialy wenig Interesse zeigt, wendet sie sich an Belmondo - und neigt gern zum Absurden, ist aber nur Vorwand für energetische, stets überraschende Experimente mit der Form:
Neben seiner gutgelaunten, subversiven Annexion eines Genres, besticht "Une femme est une femme" nicht zuletzt als Quasi-Dokumentation über Godards Gefühle zu seiner damaligen Frau Karina.

Details

Jean-Claude Brialy, Anna Karina, Jean-Paul Belmondo, Marie Dubois
Jean-Luc Godard
Michel Legrand
Raoul Coutard
Jean-Luc Godard

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Was ist eine Frau?
    Der Inhalt dieses Films ist nicht so wichtig: Angela (Anna Karina) will von ihrem Freund Émile (Jean-Claude Brialy) ein Kind. Da der nicht will, droht sie ihm mit seinem Freund Alfred Lubitsch (sic!) (Jean-Paul Belmondo). Natürlich sieht man vom Machen nichts. Wir sind ja schließlich im Jahre 1961! Interessant ist das Innovative an Godards Film. Nicht die posenhaften Einlagen zur Musik oder die Betonung der Handlung durch den Soundtrack, nicht die Dialogstellen in Richtung Dada wie ‘Soll ich bleiben?‘ –‘Ja.‘ ‘Soll ich weggehen?‘ ‘Ja‘. Es ist die Machart: Filme werden nicht nur zitiert wie ‘Außer Atem‘ und ‘Vera Cruz‘, sondern die wirklichen Darsteller werden mit Cameos in die Handlung eingebunden. Belmondo fragt Jeanne Moreau an der Bar ‘Wie geht’s Jules und Jim?‘ und Marie Dubois formt mit drei Fingern eine Pistole und sagt ‘Schießen sie auf den Pianisten‘. Ungewöhnlich ist, dass manche Dialoge nur über Buchtitel gehen, andere werden mit der Zahnbürste im Mund geführt und ganze Erläuterungen werden erstmals schriftlich eingeblendet. Und ein Gag krönt die Vorstellung: die Flugeinlage von Anna Karinas Spiegelei. Ihre Gesangseinlagen sind nicht gerade ihre Stärke. Mehrmals kommt das Chanson von Charles Aznavour vor ‘Da lass dich geh’n‘. Das beschreibt allerdings die Phase die die beiden Liebenden noch vor sich haben. Denn am Ende landen Angela und Émile doch wieder gemeinsam im Bett. Am Ende beantwortet Angela die Frage ‘ Was ist eigentlich eine Frau?‘ mit dem Filmtitel.
    Interessant und voll von jugendlichem Elan.