Coffee and Cigarettes

 USA 2003
Independent 03.09.2004 96 min.
7.10
Coffee and Cigarettes

Jarmusch versammelt in elf Kurzfilmen verschiedene Berühmtheiten im Café.

Jim Jarmusch startete Coffee and Cigarettes im Jahr 1986 mit einer sechsminütigen, improvisierten Caprice mit Steven Wright und Roberto Benigni. Zwei Typen treffen einander in einem Café, schlürfen Kaffee, rauchen und plaudern. Zwei Jahre später machte Jarmusch eine weitere Fassung mit Steve Buscemi als Kellner und Joie und Cinqué Lee als Zwillings-Kunden. 1993 wiederholte sich, was zu dem Zeitpunkt bereits eine Struktur hatte, diesmal mit Iggy Pop und Tom Waits, die sich in einer Bar treffen. Jarmusch setzte seine Serie über die Jahre fort und gewann diesmal eine eklektische Gruppe von Freunden, Kollegen und Schauspielern aus seinen Spielfilmen. In einem der verschiedenen Kurzfilme trinken Bandmitglieder RZA und GZA vom Wu-Tang Clan Tee und diskutieren über gesundes Leben, während Bill Murray fanatisch Koffein hinunterschüttet. Der göttliche Isaach de Bankolé taucht in einem anderen Kurzfilm auf, und Cate Blanchett nimmt es in Cousins mit ihrer eigenen Doppelgängerin auf. Der jüngste Beitrag präsentiert Bill Rice, den hohlwangigen Star aus New Yorker Underground-Filmen der 80er Jahre, und Dichter Taylor Mead, der nach seinen vielen Jahren als einer von Warhols Superstars ein wenig wackelig auf den Beinen steht. Jede Episode involviert mehrere Charaktere, die über so grundverschiedene Themen wie Koffein und Eis am Stiel, Abbott und Costello, Elvis-Verschwörungstheorien, die Erfindungen von Nikola Tesla, Paris in den 20er Jahren und den Einsatz von Nikotin als Insektizid plaudern. Der Charme dieser Stücke liegt in den exzentrischen Charakteren und ihren Improvisationen einfache Gesten gegenüber ein paar profanen Requisiten und ein wenig Konversation. (Text: Viennale 2003; Kay Armatage)

Details

Roberto Benigni, Steven Wright, Joie Lee, Cinqué Lee, Steve Buscemi, Iggy Pop, Tom Waits, Joe Rigano, Vinny Vella, Vinny Vella Jr., Renée French, E.J. Rodriguez, Alex Descas, Isaach de Bankolé, Cate Blanchett, Meg White, Jack White, Alfred Molina, Steve Coogan, GZA, RZA, Bill Murray, Bill Rice, Taylor Mead
Jim Jarmusch
Frederick Elmes, Robby Müller, Ellen Kuras, Tom DiCillo
Jim Jarmusch
Stadtkino Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Re:na, leiwond!
    also ich find den film sowas von lässig! mal was anderes und zwar ziemlich originell find ich! aber bitte...

  • Jarmusch-Momente
    Ein idealer Film für Jarmusch-Fans, denn man begleitet den Regisseur auf eine jahrelange Reise, während der er die Filmchen gemacht hat, die nun zu einem Film vereinigt wurden. Und man kann staunend beobachten, wie sich sein Stil langsam veränderte, wie die Kamera beweglicher, das Licht einfallsreicher, der Stil weniger roh und etwas gelackter wurden. Sehr spannende Ästhetik-Analyse ist da möglich.
    Einige Episoden hängen, von zauberhafter Leichtigkeit schwerlos geworden, in der Luft herum, kleine Nichtse, Kurzmomente aus diversen Leben, andere wiederum sind mehr aufs Komödiantische aus. Köstlich die Szene mit Alfred Molina, der sich als scheinbar nicht ganz so großer Star an einen kommenden Hollywood-Star der Zukunft heranzuschmeißen scheint, bis dann... eine knapp umrissene, aber großartige kleine Satire auf Hollywood. Fantastisch die "Sketches" mit Tom Waits und Iggy Pop oder mit Bill Murray und GZA bzw. RZA.
    Für diesen Film muss man sich Zeit und Geduld nehmen. Keine raschen Effekte erwarten. Nicht enttäuscht sein, wenn es gelegentlich etwas dünn wird (auch nicht jeder Kaffee oder jede Zigarette schmecken immer gut). Und: Ja nicht vorzeitig aus dem Kino gehen, sonst versäumt man nämlich eine gelassen-entspannte Betrachtung über das Leben. Wie das derzeit neben Linklater vielleicht nur Jarmusch zustande bringt.