Ernst sein ist alles

 GB/USA 2002

The Importance of Being Earnest

Komödie, Literaturverfilmung 97 min.
6.90
film.at poster

Die Oscar Wilde Adapation ist ein amüsanter Reigen um vertauschte Identitäten, gesellschaftliche Gesetze und geschliffene Worte.

Auch ein Gentleman der britischen Oberschicht hat Ende des 19. Jahrhunderts sein Päckchen zu tragen: Während der verarmte, aber stilbewusste Algy Moncrieff (Rupert Everett) sich mit viel Geschick durch sein Gentleman-Leben schnorrt, leidet sein vermögender, aber leider als Findelkind aufgewachsener Freund Jack Worthing (Colin Firth) unter der Ablehnung Lady Bracknells (Judi Dench), in deren Tochter Gwendolen (Frances O'Connor) er die Frau seiner Träume gefunden hat.

Dummerweise jedoch hat er Gwendolen unter dem Namen seines erfunden Bruders Ernst umworben - einem ansonsten ungemein praktischen Pseudonym für all die Ausschweifungen, denen sich ein viktorianischer Gentleman in London gerne hingibt. Der Name Ernst aber ist für die exzentrische Gwendolen eine erotische Obsession und damit absolute Voraussetzung jeder ehelichen Bindung.

Während Jack nun seinen erfunden Bruder Ernst entsorgen möchte, bevor er weiter um die Hand seiner Angebeteten kämpft, beschließt Algy, vor seinen Gläubigern aufs Land zu fliehen, am besten in der Rolle genau dieses Bruders Ernst. Als Algy sich ungeniert als falscher Ernst auf Jacks Besitz einnistet und auch noch umgehend in dessen hübsches und ziemlich vermögendes Mündel Cecily (Reese Witherspoon) verliebt, wird die Lage brenzlig, da auch Gwen beschlossen hat, zu ihrem geliebten Ernst aufs Land durchzubrennen.

Inzwischen allerdings hat Jack den guten Ernst an einer schweren Erkältung sterben lassen, um mit dessen - handlich in einer Urne verpackten - sterblichen Überresten just zu dem Zeitpunkt nach Hause zurückzukehren, zu dem erst Algy, dann Gwendolen und schließlich auch noch Lady Bracknell dort auftauchen...

Details

Rupert Everett, Colin Firth, Reese Witherspoon, Judi Dench, Frances O'Connor, Tom Wilkinson, Anna Massey, Edward Fox
Oliver Parker
Charlie Mole
Tony Pierce-Roberts
Oliver Parker, Oscar Wilde
Concorde Filmverleih, Constantin Film

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Riesenspaß im Ernst
    Eine gelungene Literaturverfilmung. Dass das Original – ein Bühnenstück von Oscar Wilde - über hundert Jahre alt ist, merkt man dem Film von Oliver Parker nicht an. Die flotten Dialoge haben nichts von ihrer ursprünglichen Brisanz verloren.
    Ein Starensemble steht zur Verfügung, das gut aufgelegt, mit sehr viel Verve die Handlung vorantreibt. In den weiblichen Hauptrollen garantieren Judi Dench und Reese Witherspoon für beste Unterhaltung. So kann man den interessierten Zuschauer auf dem Sofa für die Welt des Theaters interessieren. Das Verwirrspiel um den Namen Ernst gerät in den Hintergrund, da man einfach nur den Akteuren mit Genuss zuschaut und die exquisite Ausstattung auf sich wirken lässt. Zumal Parker alle Freiheiten nutzt, um das Geschehen abwechslungsreich zu gestalten. Da stört es auch nicht, wenn Colin Firth für ein Ständchen mal zur Wanderklampfe greift oder die Damen im Schlosspark ein Bogenschiessen veranstalten.

  • ...und aus Spaß wurde Ernst...
    Also dieser Film ist irgendwie zwiespältig. Eine Mischung aus "Das Haus am Eaton Place" und einem Schwank der Löwingerbühne. Einerseits ist die Handlung bissig und wortreich, zumal auch eloquent und feinsinnig, dann widerum ist da maximal ein Schmunzeln drinnen. Vielleicht zielt dieser Film ja auf ein elitäres oder intellektuelles Publikum ab? Für dieses ist der Film sicher gut geeignet. Für den "Durchschnittshackler" ist der Film wohl eher ein dekadentes Sittenbild des Englands Anfang letzten Jahrhunderts. Ich weiß auch nicht so recht. Schlecht war der Film sicher nicht, aber vom Hocker gerissen hat er mich keineswegs. Jedenfalls, Kulisse, Darsteller, Kamera, Schnitt, Regie alles solides Handwerk(er). Nur die Geschichte an sich ist halt nicht jedermanns Sache. Am besten man urteile selbst :-). Definitiv gute Unterhaltung für Sonntag-Abend TV.

    (Meine Wertung: 6,5 von 10 Punkte)