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Filmkritiken
07/16/2019

"Ausgeflogen": Midlifecrisis einer alleinerziehenden Mutter

Die Regisseurin vom Publikumshit "LOL" bringt ihre neue Tragikomödie ins Kino.

Heloise (Sandrine Kiberlain) ist 50 Jahre alt, leitet ein Restaurant, hat drei Kinder und ist Single. Die alleinerziehende Mutter wohnt zusammen mit ihrer jüngsten Tochter Jade (Thaïs Alessandrin), die gerade ihre Matura hinter sich gebracht hat. Als sie die Aufnahmeprüfung auf einer kanadischen Universität schafft, beschließt sie ins Ausland zu ziehen. Für Heloise bricht eine Welt zusammen als sie erkennt, dass nun alle ihre Kinder erwachsen geworden sind und sie alleine in ihrer Wohnung zurückbleiben wird.

Ausgezogen

Ausgeflogen“ ist eine französische Tragikomödie, die ihren Fokus auf die scheinbar kleinen Probleme des Lebens  richtet. Hier geht es nicht um Mord und Todschlag ,sondern um die alltäglichen Dramen des Lebens. Die Schwester verliebt sich in den besten Freund des älteren Bruders, die Mutter nervt ihre Kinder mit ihrem Drang alles auf ihrem Smartphone festhalten zu wollen und Erinnerungen an frühere Zeiten kommen hoch. Heloise wird nach knapp 20jähriger Mutterschaft von ihren Kindern nicht mehr gebraucht und fühlt sich mit den Herausforderungen des Lebens überfordert, da hilft auch der ein oder andere One-Night-Stand nicht viel.

Flach

Regisseurin und Drehbuchautorin Lisa Azuelos feierte ihren Durchbruch 2008 mit der Komödie „LOL“ und versuchte 2012 vergeblich mit dem US-Remake mit Miley Cyrus und Demi Moore an den Erfolg anzuknüpfen. Azuelos ist auch als Schauspielerin und Produzentin tätig und konzentriert sich hauptsächlich auf französische Komödien. Mit „Ausgeflogen“ knüpft sie an das international beliebte Genre an, aber bleibt dabei stellenweise sehr oberflächlich. Die Konflikte der Hauptfigur gehen zu wenig in die Tiefe und ihr Problem mit ihrem Ehemann scheint Kürzungen am Schneidetisch zum Opfer gefallen zu sein, weshalb man stellenweise die überemotionalen Reaktionen von Heloise nicht ganz nachvollziehen kann.

Kurzweilig

 

Die Tragikomödie ist kurzweilig und mit soliden Darstellerinnen besetzt. Die Drehorte sind visuell nicht besonders aufregend, aber das französische Lebensgefühl und die Vergänglichkeit der Jugend kommen schön zur Geltung. Der Film wird einem keine lebensverändernden Weisheiten offenbaren, aber ist für einen netten Abend mit Freundinnen gut geeignet.

Ein emotionaler Film über Familienzusammenhalt, Loslassen und Neuanfänge, mit Sandrine Kiberlain in der Hauptrolle.