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© Sony Pictures Entertainment

Filmkritik
01/15/2020

"Bad Boys For Life": Eine rachsüchtige Hexe aus Mexiko

Will Smith und Martin Lawrence zeigen sich diesmal von einer sehr familiären Seite und zwei junge Regisseure bringen frischen Wind in die Filmreihe.

von Franco Schedl

Ein Bad Boy zu sein ist keine Frage des Alters – das beweisen Will Smith und Martin Lawrence, indem sie nach 17jähriger Pause wieder in die Rollen von Detektive Lowrey und Burnett schlüpfen, um auf ihre ganz spezielle Art erneut die amerikanische Verbrecherwelt aufzumischen. Diesmal steckt vor allem Burnett gerade in der Midlife Crisis und will sein künftiges Leben komplett anders gestalten, doch Ereignisse, die in einem mexikanischen Gefängnis ihre Ausgang nehmen, werden das verhindern. Auch Lowrey muss eine schmerzhafte Erfahrung machen und auf die harte Tour lernen, dass er gar nicht so kugelfest ist, wie er immer angenommen hatte. Ein schießwütiger Motorradfahrer verursacht gerade Panik im Miami und seiner Waffe fallen einige hochrangige Personen zum Opfer. Eigentlich wird er aber von seiner Mutter dirigiert, die aus Mexiko City die Fäden zieht, weil sie noch eine alte Rechnung zu begleichen hat.

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Familiäre Seite

Eine neu gegründete Spezialeinheit der Miami-Polizei versucht diesen Killer zu stoppen: unter der Leitung von Powerfrau Rita (Paola Nuñez, die verblüffende Ähnlichkeit mit Salma Hayek aufweist) verlässt sich das Team aus lauter jungen Leuten  bei den Einsätzen in erster Linie auf technische Hilfsmittel und schickt lieber Drohnen statt Menschen los, um Verbrecher auszuspionieren. So viel Vorsicht ist Lowrey natürlich nicht gewohnt; sobald er mitzumischen beginnt, liegt bald wieder Pulverdampf in der Luft und die Gewalt eskaliert -  was seinem Vorgesetzten Captain Howard (Joe Pantoliano) noch immer Magengeschwüre bereitet. Abgesehen von aller Action zeigen sich die beiden Titelhelden diesmal von einer ausgeprägt familiären Seite und es kann auch sehr emotional zugehen: Burnett ist gerade Großvater geworden und seinem Kollegen steht auch noch eine große Überraschung bevor.  Erst allmählich verstehen wir, was hier los ist und warum es die mexikanische Frau so sehr darauf abgesehen hat, Lowrey leiden zu sehen (und diese vage Andeutung muss auch schon wieder genügen, um spoilerfrei zu bleiben).

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Michael Bay pausiert

Die bewährte Mischung aus harter Action und Lässigkeit mit coolen Sprüchen hat nichts von ihrem Reiz verloren, obwohl erstmals bei einem „Bad Boys“-Film nicht Michael Bay auf dem Regiestuhl gesessen ist. Stattdessen wurde das Regieduo Adil El Arbi und  Bilall Fallah mit der Aufgabe betraut und diese eher ungewöhnliche Entscheidung hat sich bezahlt gemacht. Die beiden Belgier haben bisher in ihrer Heimat ein paar Gangster- und Actionfilme gedreht, verstehen ihr Handwerk aber so gut, dass sie auch mit internationalen Standard locker mithalten können und vor allem frischen Wind in die „Bad Boys“-Reihe bringen, indem sie zeigen, wie sich die zwei gealterten Hauptfiguren mit einer neuen Generation zusammenraufen (und Martin Lawrence mag ja schon auf Mitte 50 zugehen, aber seine Zunge ist jedenfalls jung geblieben).

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Zukünftige Bad Boys

Zuletzt sind noch einige Fragen offen und einer Fortsetzung steht nichts im Weg: Teil 4, bei dem wieder Michael Bay das Sagen hat, ist bereits in Planung; und sollten sich die beiden Darsteller womöglich ab Teil 10 tatsächlich einmal alt fühlen, können sie sich von ‚Jackass‘ Johnny Knoxville beraten lassen, um als „Bad Grandpas“ weiterzumachen. (Selbst nach ihrem Tod braucht nicht Schluss zu sei - Zombie-Fans sind bestimmt dankbar, wenn Smith und Lawrence als „Undead Boys“ wiederkehren.)

4 von 5 Stichverletzungen durch eine mexikanische Hexe